Die Entwicklerkonferenz im Überblick

Google I/O 2017: Google Lens, Google Go und die weiteren Highlights im Überblick
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Mit Spannung wurde sie erwartete: Die diesjährige Google I/O. Android ist schließlich das meistbenutzte mobile Betriebssystem weltweit und so ist natürlich auch das Interesse der Entwickler groß. Wir haben die wichtigsten Neurungen zusammengefasst.

Google Lens: Das Highlight

Der Google Lens Service basiert auf Bilderkennungsalgorithmen, die erkennen, auf was man gerade als Nutzer blickt und bietet darauf basierend weitere Aktionen an. Das klingt erst mal abstrakt, daher ein praktisches Beispiel: Sie sehen eine schöne Blume, kennen die Art aber nicht – Google Lens hilft Ihnen via Bilderkennung weiter. Noch praktischer: Mit Google Lens lassen sich z. B. die Aufkleber auf Routern fotografieren, der Dienst identifiziert sie als solche und Sie müssen nicht mehr das WiFi-Passwort selbst eingeben. Praktisch, oder? In Kombination mit dem Google Assistant kann man sich zudem über das „unterhalten“, was man sieht. So kann man einen fremdsprachlichen Text mit der Kamera und Google Lens einfangen und er wird direkt übersetzt, darauf basierend können weitere Aktionen ausgeführt werden.

Google Go: Back to Reality

Google Go ist speziell auf Geräte zugeschnitten, die technisch nicht so stark ausgestattet sind, also 1GB Speicher haben oder weniger. Diesen bietet es eine optimierte Version von Android O. Und auch die Apps, die auf Android Go laufen sollen, sind eine abgespeckte Variante ihrer selbst um Akku und Performance nicht zu stark zu belasten. Im Google Play Store sollen geeignete Apps ein entsprechendes Label erhalten. Android Go ist ab 2018 verfügbar.

Google Home: Proaktiver Mitdenker

Google Home wird unser zweites Gehirn. So könnte man es nennen, denn mit Proactive Assistance kann einem Google-Home-Besitzer kaum etwas entgehen. Der Assistent weiß, dass man in einer Stunde einen Termin hat, scannt die Verkehrslage und weißt eigenständig darauf hin, dass man doch lieber in 10 Minuten losfahren sollte, denn die Fahrt dauert länger als die gewohnte halbe Stunde. Mit hands-free calling ist es zudem möglich, kostenfreie Sprachanrufe durch Zuruf über Google Home zu tätigen. Am anderen Ende kann dann entweder eine Festnetznummer oder aber die Mobilfunknummer angezeigt werden. Last but not least: Mit dem neuen Bluetooth Support kann Google Home auch als Lautsprecher zum Abspielen von Musik genutzt werden, oder als Instanz zum Abspielen von Inhalten auf anderen Bildschirmen wie dem TV.

Google Assistant: Transaktionen durchführen im Nullkommanichts

Der smarte Assistent von Google wurde bereits bei der letzten I/O vorgestellt. Neben seiner Verzahnung mit Google Lens gibt es dazu eine neue, vor allem für Nutzer relevante Info, denn in diesem Jahr setzen die Entwickler zudem auf Reichweite: Der Assistent soll zukünftig auch über iOS verfügbar sein.

Passend zum Google Assistant gib es Actions on Google. Damit lassen sich Apps für den Google Assistant bauen, die dann beispielsweise über Google Home aufgerufen werden können. Nun unterstützen Actions on Google auch Transaktionen. Das Pizza bestellen könnte kaum einfacher sein: Man ruft den Assistenten beispielsweise auf mit: „Ich möchte Salami-Pizza von Restaurant X“, anschließend teilt man die Lieferadresse mit und der Assistent präsentiert nur noch die Rechnung, die man beispielsweise mithilfe der Identifikation über den Fingerabdruck bestätigt. Das wars.

Außerdem auf der I/O: Künstliche Intelligenz für alle

Android O: Überraschend wenig Aufmerksamkeit

Ging es doch früher bei der Google I/O um Android und das Smartphone als zentrales Device, ist jetzt die Devise: „We are moving to an AI-first world“. Also, was gibt es Neues zu Android O? Notification Dots weisen nun am App Logo darauf hin, dass neue Aktivitäten in einer App stattgefunden haben, z. B. ein neuer Follower auf Instagram hinzugefügt wurde. Drückt man etwas länger auf das App Icon, so wird die Notification in einer kleinen Box als Preview angezeigt – Ähnliches kennen iOS-Nutzer bereits.

Ein weiteres Feature zu Android O, das bei der gestrigen Keynote vorgestellt wurde, ist Autofill in Apps. So kann sich beispielsweise eine neu installierte Twitter App Log-in-Informationen aus dem Browser ziehen und diese direkt vorschlagen, ohne dass der Nutzer jedes Mal Mailadresse und Co. neu anlegen muss. Außerdem wurde die Texterkennung stark verbessert, sodass auch zusammengehörige Wortgruppen besser erkannt werden, ohne dass man deren Anfang und Ende beispielsweise für einen Kopiervorgang mühselig markieren muss.

Aber genug der kleinen Verbesserungen: Denn zu den großen Neurungen gehört, dass ab sofort Kotlin eine offiziell unterstütze Programmiersprache für Android ist. Damit entert es den Club der Android-Sprachen Java und C++. Unter dem Namen Android Vitals arbeitet das Android-Team zudem an grundlegenden Verbesserungen der Android-Plattform. Neben Systemoptimierungen für eine bessere Performance sorgen die sogenannten Background Limits dafür, das Prozesse im Hintergrund nicht zum Akku- und Performance-Killer werden. Mit sechs neuen Android Vitals Dashboards in der Play Konsole können Probleme in der App direkt analysiert werden.

International JavaScript Conference 2017

The Vue of Search Engine Optimization – How to make your Single-Page App rank well

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Von 0 auf 100 – Performance im Web

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I didn’t know the Browser could do that

mit Sam Bellen (madewithlove)

Virtual und Augmented Reality: Indoor Navigation und Standalone VR Headset

Dass Google sich auch am Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Markt etablieren will, ist ja mittlerweile nichts Neues mehr. Allerhand Ankündigungen gab es auf der diesjährigen I/O darum auch in diesem Bereich. Wir schauen uns die Neuerungen mal der Reihe nach an.

Neues AR-Phone & Virtual Positioning Service (VPS)

Im Bereich Augmented Reality sorgten vor allem zwei Ankündigungen für Aufmerksamkeit. So kündigte Googles VP of Virtual Reality, Clay Bavor, einerseits einen neuen Augmented-Reality-Service – Virtual Positioning Service bzw. VPS genannt – an. Dabei handelt es sich um eine Art „Indoor Navigation“ per AR, die etwa in Museen oder ausgewählten Läden der US-amerikanischen Einzelhandelskette Lowe zum Einsatz kommen soll.

Sie kombiniert das Inside-Out-Tracking-System von Google Tango mit Google Maps und bietet so „very precise location information indoors“, so Bavor. Sucht man etwa nach einem bestimmten Produkt innerhalb eines Lowe-Geschäfts, zeigt das Smartphone über VPS die genaue Position des gesuchten Produkts an. Außerdem soll VPS in Zukunft auch um ein Audio-Interface erweitert werden und könnte so sehbehinderten Personen bei der Navigation in Innenräumen behilflich sein.

Das folgende Video zeigt den Virtual Positioning Service im Einsatz:

Neben dem VPS kündigte Google auch ein neues AR-Smartphone an. Das Asus Zenfone AR soll planmäßig im Sommer 2017 erscheinen und mit der Integration der AR-Plattform Tango daherkommen. Mithilfe von On-Board-Sensoren und der Kamera des Geräts können User die Welt um sich herum in Real-Time kartografieren und mit Augmented-Reality-Experiences erweitern. Mehr Informationen dazu bietet ein Artikel von Dominic Brennan.

Standalone VR-Headsets für Daydream

Richtig spannend waren die Ankündigungen Bereich Virtual Reality. So hat HTC – also der Hersteller des High-End-VR-Headsets HTC Vive – ein neues VR-Headset für Googles Daydream-Plattform entwickelt, das als „Standalone Device“ funktionieren soll. Das neue Headset soll ein Inside-Out-Tracking nutzen, das Elemente aus Googles Machine-Learning-Programm, Computer Vision und SLAM-Research beinhalten soll. Worldsense, so der Name der neuen Technologie, nutzt damit dann – so sagt Joe Durbin in seinem Bericht zum Thema – „finely tuned reference points to determine your position in 3D space“. Viel mehr Informationen zum neuen Standalone-VR-Headset von HTC gibt es bisher nicht; die Veröffentlichung ist für den Sommer 2017 geplant.

Neben den neuen Standalone-Devices wird es aber auch neue VR-Headsets analog zu Googles eigenem Headset Daydream View geben. So werden sowohl Samsung als auch LG neue Headsets für ihre Flagschiff-Smartphones Samsung Galaxy S8/S8 Plus beziehungsweise LGs noch namenloses Modell entwickeln. Vor allem der Support des Galaxy S8 ist interessant, denn hierfür gibt es bereits ein Headset: Samsungs Gear VR. Ob und wie das neue Samsung-Headset für die Daydream-Plattform da mithalten kann, muss sich demnach erst noch zeigen. Mehr Informationen zum Thema hat Scott Hayden zusammengefasst.

Die Konferenz im Schnelldurchlauf

Sie möchten die Google I/O Keynote im Schnelldurchlauf noch mal sehen? Die Kollegen von The Verge haben die wichtigsten Neurungen in 10 Minuten zusammengeschnitten:

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