Java in Objective-C übersetzen

Google veröffentlicht Compiler J2ObjC v1.0
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Der von Google entwickelte quelloffene Compiler J2ObjC übersetzt – wie der Name es schon vermuten lässt – Java nach Objective-C. Auf diese Weise soll Entwicklern die plattformübergreifende Programmierung von Applikationen erleichtert werden.

Mit dem Release des Compilers J2ObjC in Version 1.0 ermöglicht Google die Nutzung von Java-Code für iPhone/iPad-Applikationen. Ziel des Compilers ist, das Teilen von Applikationscode zu unterstützen: Der Code kann in Java geschrieben und dann in iOS-Applikationen integriert werden. Derselbe Code kann dann wiederum mit Android- und Webversionen der App sowie mit serverseitigem Code geteilt werden. J2ObjC 1.0 ist übrigens ausdrücklich nicht für die Gestaltung von User Interfaces vorgesehen, sondern ausschließlich für „non-UI Code“ wie die Applikationslogik oder den Datenzugriff.

Willkommen, J2ObjC 1.0!

Bei J2ObjC handelt es sich nicht um einen Java-Emulator: Der Compiler übersetzt Java in Objective-C-Klassen, die das iOS Foundation Framework erweitern. J2ObjC unterstützt Java 8 sowie JUnit und Mockito. Die meisten Build-Tools können dabei eingesetzt werden, so zum Beispiel Xcode und Make; außerdem gibt es Plugins für Gradle und Maven.

Google unterscheidet zwischen Benutzerschnittstelle und Anwendungslogik – J2ObjC betrifft nur den zweiten Bereich. In der Release-Ankündigung wird betont, dass gute Apps auch gute User Interfaces brauchen – und sich die UIs an die unterschiedlichen iOS- und Android-Designstandards anpassen müssen:

J2ObjC does not provide any sort of platform-independent UI toolkit, nor are there any plans to do so in the future. We believe that iOS UI code needs to be written in Objective-C, Objective-C++ or Swift using Apple’s iOS SDK

J2ObjC hingegen konzentriert sich auf das Schreiben von Anwendungslogik und soll im Continuous-Integration-Prozess helfen. Dank des Compilers muss Code nur einmal getestet werden und steht dann für beide Plattformen zur Verfügung:

And because common features are shared across platforms, a bug found on one platform is fixed once for all platforms.

Übrigens nutzen bereits einige von Googles iOS-Applikationen J2ObjC, so zum Beispiel Google Calendar, Docs, Sheets, Slides und My Business sowie Inbox by Gmail.

Ausführliche Informationen finden sich im Google-Blog. J2ObjC steht unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub zum Download bereit.

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