Beacon-Bluetoothtechnologie - ein Leuchtfeuer an Möglichkeiten

iBeacon – alles zu Technologie, Anbietern und Einsatzfeldern
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Auf der letztjährigen WWDC hat Apple iOS 7 vorgestellt. Im Zuge dessen wurde auch eine Technologie eingeführt, die zunächst kaum Beachtung fand. Je mehr man sich jedoch mit dem Thema iBeacon beschäftigt, desto weitreichender scheinen die Konsequenzen, die diese Technologie haben kann. In diesem Artikel werden wir auf die technologischen Aspekte, die derzeitigen Anbieter und die zukünftigen Einsatzfelder eingehen.

Betrachten wir zunächst die Technologie und holen etwas weiter aus: Das große Thema, um das es geht, ist Bluetooth LE oder auch Bluetooth Smart. Das LE steht für Low Energy. Es wurde ursprünglich 2006 von Nokia konzipiert und 2010 in die Bluetooth-Standardspezifikation mit der Version 4.0 aufgenommen. Apple unterstützt Bluetooth 4.0 seit iOS 6, und auch neuere Android-Geräte haben einen Bluetooth-4.0-Chip eingebaut. Es gibt aus heutiger Sicht drei markante Merkmale von Bluetooth LE (im Folgenden mit BLE abgekürzt):

  1.  Im Vergleich zu der vorherigen Version benötigen BLE-Chips wesentlich weniger Akkupower. Die meisten User schalten Bluetooth nur ein, wenn es einen akuten Anwendungsfall gibt, da sonst der Akkuverbrauch rapide ansteigt. Durch das Design der neuen Chips wird dieser Akkuverbrauch auf ein Minimum reduziert. Der alte Standard war verbindungsorientiert, d. h. nachdem eine Verbindung aufgebaut ist, bleibt sie bestehen – auch wenn keine Daten fließen. Für BLE sind einige weitreichende Verbesserungen eingeführt worden: schnelle Transaktionen < 3 ms von Anfang der Verbindung bis Übertragung von Daten, Broadcasting, max. 15 mA Verbrauch, Stern-Topologie, 128 Bit AES-Verschlüsselung – um nur einige zu nennen.
  2. Aktuelle Bluetoothverbindungen sind relativ kompliziert aufzubauen. Mit BLE wird dies für gewisse Anwendungsfälle extrem vereinfacht. Auch ohne, dass eine Benutzerinteraktion stattfinden muss. Aktuell muss man das andere Device suchen, auf „Verbinden“ klicken, evt. Securityparameter übergeben usw.
  3. BLE gibt einige Profile aus den Bereichen Health, Temperatur, Proximity usw. vor. Profile sind Charakteristiken oder Datenschemata, die standardmäßig von der Spezifikation vorgegeben werden. Das heißt, es gibt Hardware, die z. B. per Sensor die Temperatur misst und per Temperatur Profile aussendet. Unterstützende Applikationen können wiederum diese Daten auslesen und verarbeiten. Neben diesen Standardprofilen hält die Spezifikation auch ein generisches Profil bereit, um eigene Profile zu erstellen. Das heißt, die Technologie ist erweiterbar. Was das alles genau bedeutet und welche Auswirkung BLE haben wird, ist vielleicht noch nicht ganz klar. Wir werden jedoch auf einige Use Cases zu sprechen kommen, die es verdeutlichen werden.

Es muss aber auch bemerkt werden, dass BLE nicht unbedingt für die Datenübertragung vorgesehen ist. Die maximale Übertragungsrate von 1 Mbps ist für diesen Anwendungsfall nicht sehr geeignet und schon gar nicht für das Streaming. Das Design ist darauf ausgerichtet, kleine Datenmengen zu übertragen und das sehr effizient im Sinne von Geschwindigkeit und wenig Batterieverbrauch. Das Einsatzgebiet „Internet of Things“ ist also ganz klar im Fokus. Ganz vereinfacht kann man das so ausdrücken: Dinge haben Daten – Web Services wollen diese Daten. Und BLE liefert die Technologie, um diese beiden Welten zu verbinden.

Wie erwähnt, unterstützt Apple BLE seit iOS 6 mit dem Core-Bluetooth-API. Seit iOS 7 ist das API jedoch erweitert worden um die so genannte iBeacon-Technologie. iBeacon ist dabei der Begriff für einige zusammengefasste Konzepte. BLE nutzt das GATT-Profil zum Datenaustausch. GATT ist dabei wiederum ein Framework für den Austausch von Daten. Es beschreibt Client- und Serverrollen, Attribute, Deskriptoren usw. Damit ein Hersteller ein eigenes BLE-Profil implementieren kann, nutzt er GATT als Basis. iBeacon ist also ein BLE-Profil von Apple. Es ähnelt dem schon standardmäßig vorhandenen Proximity Profile des BLE-Standards und erweitert es um einige Punkte.

Mit iBeacon werden aber auch einzelne Geräte bezeichnet, die das iBeacon-Profil unterstützen. Zum Beispiel kann jedes iOS-Device als iBeacon fungieren. Ich kann also auf einem iPad eine App laufen lassen, die das iPad als iBeacon konfiguriert. Dieses iPad sendet dann beispielsweise seine ID per Broadcast in die Umgebung. Mit einer anderen App auf meinem iPhone – das ebenfalls das iBeacon-Profil unterstützt – kann nun die Daten des iPads empfangen und verarbeiten.

Das interessante dabei ist Folgendes: Ebenfalls seit iOS 6 gibt es GeoFences oder Regions. Ich definiere damit einen geographischen Bereich per Latitude/Longitude-Werten und einem Radius. Wenn ich mit meinem iPhone nun diesen Bereich betrete oder verlasse, kann ich als Entwickler von iOS eine Benachrichtigung verlangen, sodass meine App weiß, dass ich gerade in dieser Region bin oder diese Region verlassen habe.

Diese GeoFences beruhen auf dem Significant Location Change des iOS-API und nutzen GPS, WIFI und Sendemasten-Triangulation. Der Genauigkeitsbereich liegt bei 70 bis 200 Metern. Apples Erinnerungen-App besitzt z. B. diese GeoFences-Funktion. Das Problem ist nicht nur die Ungenauigkeit sondern, dass GPS z. B. in geschlossenen Räumen nicht zur Verfügung steht. Aber Apple bietet genau diese Funktionalität nun seit iOS 7 auch als Bestandteil der iBeacon-Technologie an. Das heißt, ich kann nun Regions definieren, die auf die Entfernung (Proximity) zu einem iBeacon-Device beruhen. Das heißt, wenn wir in die Nähe eines iBeacons kommen oder uns von einem entfernen, löst das iPhone eine Benachrichtigung aus, auf die der Entwickler reagieren kann. Das Stichwort ist Region Monitoring. Wenn solch ein Event ausgelöst wird, also beispielsweise ich betrete den Bereich eines bestimmten iBeacons, kann ich nun die Entfernung zu diesem iBeacon ebenfalls herausbekommen. Dabei sieht das iBeacon-Profil drei bzw. vier Standardbereiche vor: immediate, near, far und unknown. Die App kann diese Bereiche abfragen und entsprechend darauf reagieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind schier grenzenlos und wir gehen später noch detaillierter darauf ein.

[ header = Seite 2: Technische Herausforderungen ]

Technische Herausforderungen

Wir haben mit der Grundtechnologie experimentiert und sie funktioniert. Ein Problem stellen jedoch Interferenzen dar. Da BLE auf dem Aussenden und Empfangen von Radiowellen beruht, können natürlich auch Interferenzen auftreten. Gerade in einem Elektronikfachmarkt kann das problematisch sein. Ausgeklügelte Apps können jedoch Peaks erkennen und z. B. durch Abweichungsalgorithmen relativ robuste Werte liefern.

Wir wollen uns unter iOS ein Beispiel anschauen: Es ist im Moment relativ schwierig, an „echte“ iBeacon-Devices heranzukommen. Das rührt daher, dass Apple die Spezifikation noch nicht offen gelegt hat. Es gibt jedoch einige Firmen, die über Reverse Engineering das Protokoll entschlüsselt haben und schon iBeacon-Geräte verkaufen. Ob das mit Apples Policies vereinbar ist, können wir leider noch nicht sagen; man sollte also etwas Vorsicht walten lassen. Des Weiteren haben diese Geräte lange Lieferzeiten. Apple hat aber bereits angekündigt, die Spezifikation offen zu legen; es ist also nur eine Frage der Zeit. Wer mit der Technologie herum experimentieren will, hat mehrere Möglichkeiten.

Verwandlung eines iBeacons

Zum einen kann man sich unter Linux mit einem BLE USB Dongle, dem BlueZ Bluetooth Stack und einigen Low-Level-Kommandozeilen behelfen, um ein iBeacon zu simulieren. Einfacher geht es jedoch, wenn man ein zweites iOS-Gerät besitzt (iPad oder iPhone) und dieses in ein iBeacon verwandelt. Die einzige „verlässliche“ Info zu dem Thema bot Apple selbst und zwar auf der WWDC 2013 in den Sessions „703 CoreBluetooth“ [1] und „307 CoreLocation“ [2].

Ebenfalls gibt es auf der Apple-Seite Beispielcode (ios_airlocate.zip), der die iBeacon-Technologie demonstriert. Wir wollen uns an dieser Stelle den Code und das Beispiel etwas genauer anschauen.

AirLocate

Nach dem Herunterladen des AirLocate-Beispielcodes sollte man zwei iOS-Geräte zur Hand haben, da man den Code nicht im Xcode-Simulator als iBeacon definieren kann. Hat man keine zwei iOS-Geräte zur Hand, kann man sich von [3] ein kostenloses Programm herunterladen, das in einer VirtualBox läuft.

In unserem Versuch diente ein iPad 3 mit iOS 7 als iBeacon. Dazu startet man die App auf dem iPad (nachdem man es in Xcode kompiliert und auf dem Device geladen hat). Es präsentiert sich ein spartanisches Menü mit vier Menüpunkten (Abb. 1).

 Abb. 1: AirLocate

Um ein Device als iBeacon zu konfigurieren, wählt man den letzten Menüpunkt: Configuration. Ein Klick auf „Enabled“ und „Save“ konfiguriert das Gerät bereits als iBeacon (Abb. 2).

 Abb. 2: AirLocate/Configure

Einfach ausgedrückt sendet dieses Device nun seine ID als iBeacon-Advertising-Paket in den Äther. In Code sieht das aus, wie in Listing 1 zu sehen.

if(_enabled)
{
  // We must construct a CLBeaconRegion that represents the payload we want the device to beacon.
  NSDictionary *peripheralData = nil;
  if(_uuid && _major && _minor)
  {
    CLBeaconRegion *region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid major:[_major shortValue] minor:[_minor shortValue] identifier:@"com.apple.AirLocate"];
    peripheralData = [region peripheralDataWithMeasuredPower:_power];
  }
  else if(_uuid && _major)
  {
    CLBeaconRegion *region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid major:[_major shortValue]  identifier:@"com.apple.AirLocate"];
    peripheralData = [region peripheralDataWithMeasuredPower:_power];
  }
  else if(_uuid)
  {
    CLBeaconRegion *region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid identifier:@"com.apple.AirLocate"];
    peripheralData = [region peripheralDataWithMeasuredPower:_power];
  }
  
  // The region's peripheral data contains the CoreBluetooth-specific data we need to advertise.
  if(peripheralData)
    {
    [_peripheralManager startAdvertising:peripheralData];
  }
}
else
{
  [_peripheralManager stopAdvertising];
}

Um ein Beacon zu definieren, müssen wir zuerst ein Objekt vom Typ CLBeaconRegion mit bestimmten Werten initialisieren und einen CBPeripheralManager mit startAdvertising dazu bringen, den Broadcast zu starten. Das ist soweit einfach. Kommen wir auf die Werte zum Initialisieren zu sprechen. Ein CLBeaconRegion kommt mit folgenden Werten:

  • ProximityUUID: Dies stellt die Haupt-ID des Beacons dar. Wie man anhand von Abbildung 2 sieht, kann man diese ID selbst angeben. Dabei handelt es sich um eine 32 Byte UUID. Man kann diese IDs mit dem Kommandozeilentool uuidgen unter Mac OS generieren. Diese ID sollte je nach Use Case eindeutig sein und bildet zusammen mit dem Major und Minor Value die eigentliche ID des Beacons. Zum Beispiel kann die UUID Ihre Firma oder App repräsentieren. Man kann die Kombination dieser drei Werte als eine Art Namespace verstehen.
  • Major: Der Major Value ist vom Typ NSNumber und kann (muss aber nicht) verwendet werden, um das iBeacon weiter einzugrenzen. Zum Beispiel kann es verwendet werden, um ein einzelnes Einzelhandelsgeschäft innerhalb Ihres Use Cases zu identifizieren.
  • Minor: Der Minor Value ist ebenfalls optional und vom Typ NSNumber. Er kann z. B. verwendet werden, um ein einzelnes iBeacon innerhalb des Einzelhandelsgeschäfts zu identifizieren.
  • Identifier: Dies ist ein interner String Identifier und spielt technisch keine Rolle.

Measured Power gibt die Signalstärke in Dezibel an. Je höher die Zahl, umso weiter reicht das Signal. Eine eindeutige Zuordnung von Signallautstärke zu Metern gibt es nicht. Es kommt auf die verwendete Hardware, insbesondere die verbauten Antennen an. Hier muss man etwas experimentieren, um eine für sich geeignete Zuordnung zu finden. Theoretisch sind Werte von wenigen Zentimetern bis 100 Meter möglich. Wenn alle gewünschten Werte definiert sind, startet man mit

_peripheralManager startAdvertising:peripheralData 

das Senden als iBeacon. Jetzt wird es erst spannend: Wir starten die App auf unserem zweiten iOS-Device (ein iPhone 4S). Man kann nun zwei Use Cases ausprobieren. Das Monitoring und das Ranging.

Monitoring

Beim Monitoring (Abb. 3) wird mithilfe des CoreLocation-Frameworks eine Region definiert, auf die „gehorcht“ werden soll. Betritt man mit dem iPhone nun diese Region oder verlässt sie, wird eine entsprechende delegate-Methode aufgerufen.

Abb. 3: AirLocate/Monitor

Das funktioniert so ähnlich wie beispielsweise GeoFences in der Apple-eigenen Reminder-App. Allerdings definiert man keine Geokoordinaten, sondern definiert die ProximityUUID zusammen mit den Major/Minor-Werten als Trigger. Dies ist in Listing 2 zu sehen.

if(_enabled)
{
  CLBeaconRegion *region = nil;
  if(_uuid && _major && _minor)
  {
    region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid major:[_major shortValue] minor:[_minor shortValue] identifier:@"com.apple.AirLocate"];
  }
  else if(_uuid && _major)
  {
    region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid major:[_major shortValue]  identifier:@"com.apple.AirLocate"];
  }
  else if(_uuid)
  {
region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid identifier:@"com.apple.AirLocate"];
  }
  
  if(region)
  {
    region.notifyOnEntry = _notifyOnEntry;
    region.notifyOnExit = _notifyOnExit;
    region.notifyEntryStateOnDisplay = _notifyOnDisplay;
    
    [_locationManager startMonitoringForRegion:region];
  }
}

Die Region wird dabei wieder als CLBeaconRegion-Objekt definiert. Das „Horchen“ wird mit

_locationManager startMonitoringForRegion:region

gestartet. Da wir beim Starten des iPads als iBeacon nur die ProximityUUID verwendet haben und keine Major/Minor-Werte, greift hier der Zweig:

else if(_uuid)

{
  region = [[CLBeaconRegion alloc] initWithProximityUUID:_uuid identifier:@"com.apple.AirLocate"];
}

Die UUID muss dabei dieselbe sein, wie beim Initialisieren als iBeacon. Hat man in den Settings aus Abbildung 3 die beiden Schalter Notify Entry und Notify Exit gesetzt, so wird beim Eintritt bzw. Austritt aus dem Sendebereich des iBeaons eine entsprechende Methode vom AppDelegate aufgerufen (Listing 3).

- (void)locationManager:(CLLocationManager *)manager didDetermineState:(CLRegionState)state forRegion:(CLRegion *)region
{
  // A user can transition in or out of a region while the application is not running.
  // When this happens CoreLocation will launch the application momentarily, call this delegate method
  // and we will let the user know via a local notification.
  UILocalNotification *notification = [[UILocalNotification alloc] init];
  
  if(state == CLRegionStateInside)
  {
    notification.alertBody = @"You're inside the region";
  }
  else if(state == CLRegionStateOutside)
  {
    notification.alertBody = @"You're outside the region";
  }
  else
  {
    return;
  }
  
  // If the application is in the foreground, it will get a callback to application:didReceiveLocalNotification:.
  // If its not, iOS will display the notification to the user.
  [[UIApplication sharedApplication] presentLocalNotificationNow:notification];
}

Der Status, also Eintritt/Austritt aus der Region, wird per Übergabeparameter in die Methode hereingereicht. Durch einen einfachen Check kann man auf den jeweiligen Status reagieren. Im Apple-Beispiel wird eine einfache Notification ausgelöst. Man könnte an dieser Stelle eine Serveranfrage starten und z. B. ein Coupon ausspielen.

Falls die App im Vordergrund läuft, wird ein einfaches Alert in der Methode in Listing 4 ausgelöst.

- (void)application:(UIApplication *)application didReceiveLocalNotification:(UILocalNotification *)notification
{
  // If the application is in the foreground, we will notify the user of the region's state via an alert.
  UIAlertView *alert = [[UIAlertView alloc] initWithTitle:notification.alertBody message:nil delegate:nil cancelButtonTitle:@"OK" otherButtonTitles:nil];
  
; }

Ist die App im Hintergrund, wird eine Local Notification von iOS ausgelöst. Dies führt uns zu der Frage, ob die App laufen muss, um die Notification zu erhalten?

Das ist etwas komplizierter zu beantworten und hat einige Abhängigkeiten. Zum einen funktioniert das Senden und Empfangen von Signalen auf Basis von Broadcast und Scan. Das heißt, ein Device sendet die Signale in bestimmten zeitlichen Intervallen und ein anderes Device scannt in zeitlich festgelegten Intervallen nach diesen Broadcast-Signalen.

Apple gibt keine genaue Auskunft über diese Intervalle, sodass man auf eigene Tests angewiesen ist. Nach unseren Versuchen und einigen Recherchen scheint das API alle 15 Minuten einen Scan zu machen. Das scheint sich aber auch je nach Batteriestatus zu ändern und gilt nur für das Monitoring. Bei gleichzeitigem Einschalten der Ranging-Funktionalität ist dieses Intervall wesentlich kürzer und im Sekundenbereich – klingt auch logisch, denn für das Ranging braucht man nahezu Echtzeitdaten.

Aufmerksamen Lesern wird in Abbildung 3 noch das Setting Notify Entry Display aufgefallen sein. Dieses Setting hat mehrere Auswirkungen. Zum einen gibt es den Fall, dass man sich vielleicht schon im Range eines iBeacons befindet, wenn man die App startet. In diesem Fall wird, ohne dass dieses Setting gesetzt ist, kein Trigger ausgelöst. Die andere Auswirkung ist, dass wenn das iPhone in den sleep-Modus geht und wieder aufgeweckt wird, ohne das eingeschaltete Setting kein zeitnaher Trigger ausgelöst wird.

Eine letzte Auswirkung, die uns aufgefallen ist: Unabhängig vom UIBackgroundModes steuert dieses Setting alleine für sich, ob ein Aufwecken der App und Notification ausgelöst wird. Das heißt, man kann den Background-Mode auch auf OFF stellen, trotzdem findet eine Notification statt.

Laut Apple sollte, wenn einmal ein RegionMonitoring auf dem Device registriert worden ist, eine Notification auch dann stattfinden, wenn die App nicht einmal läuft – also weder im Vorder- noch im Hintergrund. Hierzu weckt iOS jede App, die sich auf dem jeweiligen iBeacon Region Monitoring registriert hat und gibt ihr fünf Sekunden Zeit, eine entsprechende Maßnahme zu ergreifen. Wir haben es jedoch nicht geschafft, das mit der AirLocate-App nachzustellen. Erst durch eine eigene Implementierung eines Beispiels konnte das Verhalten verifiziert werden. Wie schon erwähnt, verkürzt das Einschalten der Ranging Services mit

[_locationManager startRangingBeaconsInRegion:region];

das Scan-Zeitintervall.

Ranging

Abbildung 4 können Sie entnehmen, dass sich unser iBeacon (iPad) mit der UUID E2C56 … in dem Empfangsbereich unseres iPhones befindet. Der Bereich heißt hier Near und die ungefähre Meterangabe liegt bei ca. einem Meter.

Abb. 4: AirLocate/Ranging

Hat iOS Beacons im Empfangsbereich entdeckt, ruft es wie gewohnt eine delegate-Methode auf.

- (void)locationManager:(CLLocationManager *)manager didRangeBeacons:(NSArray *)beacons inRegion:(CLBeaconRegion *)region

Dabei werden alle gefundenen Beacons als ein Array geliefert:

(NSArray *)beacons

Eine Range kann im Prinzip vier verschiedene Status besitzen, die als Enum-Werte zum Abfragen zu Verfügung stehen.

  • CLProximityUnknown: Die Entfernung zum iBeacon kann nicht bestimmt werden.
  • CLProximityImmediate: Immediate bedeutet, das Device befindet sich in unmittelbarer Nähe zum iBeacon. Das sind wenige Zentimeter.
  • CLProximityNear: Das Device befindet sich in der Nähe des iBeacons. Das sind ca. 30 cm bis wenige Meter.
  • CLProximityFar: Das Device befindet sich mehr als vier Meter vom iBeacon entfernt.

Wie bereits erwähnt, hängen diese Werte von der verwendeten Signalstärke/Antenne etc. ab. Um alle iBeacons in der Nähe zu finden, kann man Filter verwenden, die mir aus der Liste aller gefundenen Beacons die ausspuckt, die den Status CLProximityNear haben:

NSArray *nearBeacons = [beacons filteredArrayUsingPredicate:[NSPredicate predicateWithFormat:@"proximity = %d", CLProximityNear]];

Hat man ein CLBeacon-Objekt erst einmal an der Hand, kann man mit beacon.accuracy die ungefähre Meterzahl herauskriegen.

Apples Dokumentation ist an dieser Stelle noch sehr spärlich. Man ist auf eigene Experimente angewiesen und auf Informationen in Suchmaschinen. Nichtsdestotrotz kann man mit dem verfügbaren Material und Development Kits von Drittherstellern bereits mit dem Experimentieren anfangen und so mit der Technologie Erfahrungen sammeln.

[ header = Seite 3: Einsatzfelder ]

Einsatzfelder

Wie Anfangs schon kurz erwähnt, erscheinen die Einsatzfelder schier grenzenlos zu sein. Wir werden hier einmal auf die wichtigsten und aktuell heiß diskutierten Einsatzfelder eingehen und diese im Detail erläutern.

Stationärer Handel

Laut der Swirl-Verbraucherstudie sind 77 Prozent der Befragten mit dem Austausch von standortbezogenen Daten über das Smartphone einverstanden. Darüber hinaus vertrauen 65 Prozent der Befragten Shopping-Apps, in denen Angebote von bekannten Handelsmarken zu finden sind. Zwei wichtige Indikatoren dafür, dass Apples iBeacon für den stationären Handel funktionieren wird. Für die Verbraucherstudie wurden im November 2013 über 1 000 Verbraucher befragt. Weitere Ergebnisse der Verbraucherstudie:

  • 67 Prozent der Befragten erhielten in den vergangenen sechs Monaten einkaufsbezogene Hinweise per Direktnachricht auf ihr Smartphone.
  • Von den 67 Prozent der Befragten gaben 81 Prozent an, dass Sie die Angebote lesen würden und 79 Prozent davon kauften anschließend ein Produkt entweder direkt im Laden oder später online.
  • 80 Prozent der Befragten gaben an, dass Sie die Apps der Händler öfter benutzen würden, wenn diese für Sie mehr wertvolle Produktinformationen, Angebote und Rabatte sowie den Standort eines Produkts zeigen würde.
  • 62 Prozent sagten aus, dass Sie sich auch mehr interaktive Inhalte (Animationen oder kurze Videos) für die Präsentation eines Produkts vorstellen können.

Welche Einsatzfelder sind für den stationären Handel also denkbar?

Anwendungsfall 1: Der Kunde betritt das Geschäft

Allein dieser Anwendungsfall bietet dem stationären Handel eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit dem Kunden in Aktion zu treten. Der Kunde betritt das Geschäft und hat die App des stationären Händlers auf seinem Smartphone installiert. Folgende Aktionen können dem Kunden ausgespielt werden:

  • Der Kunde erhält eine Willkommensnachricht mit einem netten Dankeschön, dass er das Geschäft besucht.
  • Der Kunde wird auf eine Rabattaktion für ein spezielles Produkt hingewiesen.
  • Der Kunde bekommt einen exklusiven Gutschein angeboten, z. B. „Kaufe zwei, bezahle eins“.
  • Der Kunde wird auf weitere Services hingewiesen, bspw. wo er den Informationsstand oder den Reparaturservice findet.
  • Bietet das Geschäft ein Restaurant an, dann kann auf das Tagesmenü hingewiesen werden.
  • Der Kunde bekommt eine Produktsuche inkl. Indoor-Navigation angeboten.
  • … und viele mehr.

Stationäre Händler werden ausprobieren müssen, welche der Möglichkeiten am besten funktionieren, um den Kunden dazu zu bewegen, mehr zu kaufen oder alternative Produkte zu konsumieren.

Hat der Kunde noch keine Smartphone-App, kann der stationäre Händler über Werbeaufsteller drauf hinweisen, welche tollen Möglichkeiten es gibt.

Anwendungsfall 2: Indoor-Navigation

Viele Kunden kommen meist mit einer bestimmten Intention in ein Ladengeschäft. Man stelle sich die großen Verkaufsflächen vieler Elektronikgeschäfte vor, der Kunde muss sich erst einmal orientieren. Er sucht ein bestimmtes Produkt und wendet sich dann oft gleich an einen Verkäufer oder geht zielstrebig auf den Informationsstand zu.

Mit dem Einsatz der iBeacon-Technologie ist es möglich, für den Kunden eine genaue Indoor-Navigation anzubieten. Verschiedenste Ladenbereiche können vom Kunden direkt gefunden und angesteuert werden. Bietet der Händler bspw. eine Smartphone-App für den Kunden an, dann kann die Produktsuche innerhalb der App mit den aufgestellten iBeacons im Laden verknüpft, lokalisiert und die Position der Produkte auf einer Indoor-Map angezeigt werden. Da die iBeacon-Technologie auf den Meter genau eingesetzt werden kann, wird man zukünftig Produkte leichter und schneller finden. Zudem spart der Kunde beim Einkauf eine Menge Zeit.

Etwas weitergedacht bietet dieser Anwendungsfall auch die Möglichkeit, dem Kunden zu zeigen, wie viele Produkte noch im Laden oder auf Lager sind. Ist das Produkt bspw. nicht mehr vorrätig, dann kann über die App ein Link zum Online-Store angeboten werden. Ein perfekter Service, den der stationäre Händler dem Kunden anbieten kann.

Anwendungsfall 3: Gezielte Produktinformation

Wer kennt die Situation nicht: Oft steht man vor einem tollen Produkt und hätte gerne ein paar mehr „technische“ Informationen darüber, doch kein Verkäufer steht zur Verfügung. Auch hier kann die iBeacon-Technologie Abhilfe leisten. Wenn sich der Kunde länger als eine Minute für ein Produkt interessiert und die Content-Management-Software für das Ausspielen von Produktinformationen so eingestellt ist, dass sie dies erkennt, dann können dem Kunden über eine Smartphone-App Produktinformationen angezeigt werden. Die Kaufrate wird sich für den stationären Händler deutlich erhöhen und der Kunde wird nicht penetriert mit Produktinformationen, nur weil er zufällig an einem Produkt vorbeiläuft.

Anwendungsfall 4: Mobile Payment

Mit eines der spannendsten Themen im Zusammenspiel mit der iBeacon-Technologie wird zukünftig das Mobile Payment sein. Der Kunde will bezahlen, und stellt man sich dazu die technischen Eigenschaften der iBeacons in zwei, drei Jahren vor, so wäre ein Bezahlen ohne an die Kasse zu gehen denkbar. Die iBeacons werden immer kleiner, leistungsfähiger und kostengünstiger. Damit könnte jedes einzelne Produkt, jeder einzelne Artikel zukünftig mit einem iBeacon ausgestattet werden. Ähnlich wie beim NFC-Verfahren.

Besitzt die Smartphone-App des stationären Händlers eine eigene Payment-Funktion, dann nimmt sich der Kunde das Produkt einfach aus dem Regal und geht aus dem Geschäft. Über die eindeutige ID des Beacons und der App des Kunden wird das Produkt zugeordnet. Der Payment-Prozess kann damit völlig automatisch im Hintergrund ablaufen. Lange Wartezeiten an der Kasse könnten damit der Vergangenheit angehören.

Anwendungsfall 5: Der Kunde verlässt das Geschäft

Genau wie im ersten Anwendungsfall besteht hier enormes Potenzial, den Kunden nachhaltig mit Informationen über Produkte und Services zu versorgen. Folgende Aktionen können dem Kunden ausgespielt werden:

  • Der stationäre Händler bedankt sich für den Besuch und den Einkauf des Kunden.
  • Hat der Kunde ein Produkt gekauft, können Produkte komplementär zum gekauften Produkt angeboten werden (Affiliate-Marketing).
  • Dem Kunden können Serviceinformationen, wie z. B. die Servicehotline oder die Öffnungszeiten des Geschäfts ausgespielt werden.
  • Es kann der Link zum Online-Store des Händlers angeboten werden.
  • Geschäfte in der Nähe des Wohnorts des Kunden können auf einer Map angezeigt werden.
  • Dem Kunden können Events oder Spendenaktionen, die durch den Händler gesponsert werden, als weitere Vertrauensmaßnahme angezeigt werden.
  • Etwas weiter in die Zukunft gedacht, kann dem Kunden der Standort seines Fahrzeugs auf dem Kundenparkplatz oder die Anschlussmöglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angezeigt werden.
  • … und viele mehr.

Auch hier sind dem stationären Händler keine Grenzen für Ideen und Möglichkeiten gesetzt.

Anwendungsfall 6: Multipoint-Marketing

Ein sehr spannender Anwendungsfall ist: Der Kunde besucht das gleiche Geschäft – nur in einer anderen Stadt. Große Markengeschäfte findet man in jeder größeren Stadt. Deshalb bieten sich für stationäre Händler im Multipoint-Marketing unter Einsatz der iBeacon-Technologie sehr gute Möglichkeiten der nachhaltigen Kundenwerbung.

Nehmen wir diesmal ein Schuhgeschäft als Beispiel: Setzt ein stationärer Händler die iBeacon-Technologie geschäftsübergreifend ein, dann kann der Weg des Kunden von einem Geschäft zum nächsten Geschäft gemessen und nachverfolgt werden.

Die iBeacon-Technologie kann im Multipoint-Marketing also ähnlich wie im Ad-Retargeting eingesetzt werden. Über eine Point-of-Sales-Content-Management-Software werden einfach eine Reihe von Werbeaktionen ausgespielt, anstatt wiederholt die gleiche Werbeaktion in jedem Geschäft des stationären Händlers zu zeigen. Die Conversion (Kaufrate) wird sich dadurch nachhaltig erhöhen.

Verlage

Verlage können weitere Erlösquellen erschließen. Nutzer, die zum Beispiel ein Café, ein Restaurant, ein Hotel, einen Friseursalon oder ein Wartezimmer beim Arzt betreten, können mit der iBeacon-Bluetooth-Technologie ein entsprechendes Magazin, ein E-Paper oder gar eine App kostenlos und während der Wartezeit auf dem Smartphone oder dem Tablet lesen. Damit bietet die iBeacon-Technologie Verlagen die Möglichkeit, Inhalte an bestimmten Orten exklusiv anzubieten – sicher ein spannendes Feld, auch um weitere Erlösquellen zu erschließen.

Heimautomation

Heimautomation wird in Zukunft ein großes Thema werden und sehr spannende Einsatzmöglichkeiten für iBeacon bieten. Es gibt eine Vielzahl von Anwendungsfällen, die hier denkbar sind und automatisiert werden können: Wenn man den Raum betritt, könnte das Licht automatisch eingeschaltet werden, wenn man die Wohnung verlässt, könnte die Heizung je nach Voreinstellung heruntergefahren werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Viele Bereiche des täglichen Lebens können mit der iBeacon-Bluetooth-Technologie intelligent vernetzt werden. Der Start des Fernsehers oder der Musikanlage, wenn man das Wohnzimmer betritt oder das Pausieren eines Films, wenn man den Raum wieder verlässt. Wird es erst einmal Plattformen geben, mit denen die Nutzer selbst ihre Einstellungen für Benachrichtigungen oder Aktionen tätigen können, dann sind den Ideen für spannende Anwendungsfälle keine Grenzen mehr gesetzt.

Mobile Games

Die Anwendungsfelder für Mobile Games sind in Kombination mit der Technologie ebenfalls sehr interessant. Nehmen wir das Beispiel Tiny Tycoons, ein Real Life Empire Building Game, in dem bereits viele Partner aus dem stationären Handel integriert sind, zum Beispiel Starbucks. Betritt nun ein Kunde, der das Game auf seinen iOS-Gerät installiert hat, einen Starbucks, dann kann über das Mobile Game ein Angebot offeriert werden – zum Beispiel, dass es zum gekauften Kaffee einen Muffin kostenlos dazu gibt. Die eingelösten Punkte werden direkt über das Mobile Game abgewickelt.

Wenn man bedenkt, dass bereits heute 48 Prozent der App-Downloads Mobile Games sind, dann erkennt man schnell das enorme Potenzial, das sich auch hier für den stationären Handel bietet.

[ header = Seite 4: iBeacon und Marken/Fazit ]

iBeacon und Marken

So langsam wird uns allen bewusst, wie stark die iBeacon-Technologie zukünftig Einfluss auf Strategien und Taktiken von stationären Händlern und damit auch auf Marken haben wird. Wir haben sechs interessante Ansätze zur Markenbindung von Kunden rausgesucht und beschreiben, wie iBeacon auf Markenstrategien, wie z. B. Werbung am Point of Sale, im Event-Marketing, im Affiliate-Marketing, im Multipoint-Marketing, im nachhaltigen Marketing und im respektvollen Umgang mit dem Kunden neue Wege aufzeigen wird.

Marketingstrategie 1: Werbung am Point of Sale

Der ultimative Traum von Herstellern könnte wahr werden: iBeacon erleichtert nicht nur die Werbung am Point of Sale, sondern bietet zudem die Möglichkeit, das Kauf- und Informationsverhalten des Kunden in Echtzeit zu messen. Im Umkehrschluss bedeutet dies für den stationären Handel und damit auch für Marken mehr Umsatz und einen schnelleren Return of Investment.

Darüber hinaus können gezielte A/B-Tests durchgeführt werden: Der erste Kunde bekommt ein Produktvideo, der zweite Kunde einen Gutschein und der dritte Kunde bekommt ein passendes Rezept zu einem Produkt ausgespielt. Auch ein Test über die Ausspielung von zwei unterschiedlichen Preisangeboten kann in den Test aufgenommen werden. Mit der iBeacon-Technologie kann also der komplette Lebenszyklus von Markenkampagnen abgedeckt werden. Um solche präzisen Markenkampagnen oder Werbeaktionen ausspielen zu können, bedarf es jedoch einer Software, die speziell für iBeacon, Marken und den stationären Handel sowie dessen Anforderungen zugeschnitten ist. Kein leichtes Unterfangen, doch erste Anbieter gibt es bereits.

Marketingstrategie 2: Eventmarketing

Ob Festivals, Sportveranstaltungen, kulturelle Aktivitäten, Kongresse oder Messen – iBeacon kann Eventmarketing deutlich verbessern. Kunden können bspw. über eine unterstützende Indoor-Navigation durch Veranstaltungshallen und somit direkt zu Produkten oder Beratungsangeboten geführt werden, die den Kunden auch wirklich interessieren.

Auf Festivals können zusätzliche Informationen über Bands ausgespielt werden, zum Beispiel Informationen über das neueste Album und den dazugehörigen Link, damit der Besucher des Festivals das Album gleich kaufen kann.

Auf Sportveranstaltungen können Social-Media-Aktionen vorbereitet werden, die dem Fan das aktive Sharing (Teilen) erleichtern, z. B. „Unterstütze deine Mannschaft auch auf Facebook oder Twitter“. Vorbereitete Posts oder Tweets, zum Beispiel von Spielständen oder Spielerinformationen, können somit schneller im Netz verbreitet werden. Darüber hinaus können dem Fan verschiedenste Merchandising-Artikel mit direktem Link zum Onlineshop des Vereins angeboten werden.

Die Major League Baseball (MLB) arbeitet zum Beispiel bereits an einem Prototypen. Wenn man ins Stadion kommt, wird man mit einem Intro-Video über das Stadion begrüßt, einige historische Infos und Bilder werden ebenfalls ausgespielt. Steht der Fan vor dem Aufzug und erkennt das Gerät, dass der Fan das erste Mal im Stadion ist, dann bietet die App dem Fan einen 2-Dollar-Gutschein am Hot-Dog-Stand. Für Marken und Veranstalter wird die iBeacon-Technologie allein in diesem Segment eine Menge Potenzial und vielfältige Möglichkeiten der Produktwerbung bieten.

Marketingstrategie 3: Affiliate-Marketing

Eine sehr spannende Strategie ist der Einsatz im Affiliate-Marketing: Produkte, die komplementär zueinander passen, können gegenseitig beworben werden. Nehmen wir als Beispiel ein Fotogeschäft, in dem der Kunde eine Digitalkamera gekauft hat. Nach dem Kauf und dem Verlassen des Geschäfts können dem Kunden weitere Services angeboten werden, zum Beispiel wo er seine Fotos online entwickeln lassen kann. Ist das Fotogeschäft ein Affiliate-Partner des entsprechenden Portals/Service, kann der Händler nachhaltig und monetär partizipieren. Hier werden wir bestimmt noch weitere spannende Anwendungsfelder entdecken.

Marketingstratgie 4: Multipoint-Marketing

Traditionell wirbt ein stationärer Händler am Touchpoint. Also einmalig und dort, wo der Kunde mit der Offlinewerbung in Berührung kommt. iBeacon ermöglicht ein Multipoint-Marketing, das übergreifend eingesetzt werden kann.

Nehmen wir wieder ein Schuhgeschäft als Beispiel: Setzt ein stationärer Händler die iBeacon-Technologie geschäftsübergreifend ein, dann kann der Weg des Kunden von einem Geschäft zum nächsten Geschäft gemessen werden. iBeacon kann im Multipoint-Marketing also ähnlich wie im Ad-Retargeting eingesetzt werden. Über eine Point-of-Sales-Content-Management-Software werden einfach eine Reihe von Werbeaktionen ausgespielt, anstatt wiederholt die gleiche Werbeaktion in jedem Geschäft des stationären Händlers zu zeigen. Die Conversion (in diesem Fall die Kaufrate) wird sich dadurch nachhaltig erhöhen.

Marketingstrategie 5: Nachhaltigkeit

Selbst Wochen und Monate nachdem der Kunde eine Werbeaktion ausgespielt bekommen hat, kann ein einzelnes Ereignis in Erinnerung gerufen werden. iBeacon macht das Marketing nachhaltiger und ist ideal dazu geeignet, ein einzelnes Storytelling zu verlängern, um so einen „Hallo-Effekt“ beim Kunden zu erzeugen. Für den stationären Handel liegt zum Beispiel die Chance darin, auf eine vergangene Spendenaktion wiederholt aufmerksam zu machen, um beim Kunden mehr Vertrauen zu erzeugen. Der Kunde bekommt so eine passive Werbung ausgespielt, ohne dass direkt ein Produkt beworben wird.

Marketingstrategie 6: Das richtige Maß

Marken und stationäre Händler müssen jedoch respektvoll gegenüber dem Kunden sein. Das heißt, die Marken- und Werbestrategien müssen sich im rechtlich sicheren Fahrwasser bewegen, Empathie erzeugen und dem Kunden im Idealfall einen guten Service bieten. Wird der Kunde zu häufig mit den gleichen oder gar schlechten Werbeaktionen penetriert, dann wird er sich gestört fühlen und den Service abschalten.

Ausblick

Das Thema iBeacon ist technologisch und in den Möglichkeiten der verschiedensten Einsatzfelder noch ganz am Anfang, wird aber jetzt schon stark gehypt. Wenn sich die einzelnen Branchen, für die die iBeacon-Technologie sehr interessant ist, erst einmal damit beschäftigen, dann werden sich sicher rasend schnell erste Lösungen am Markt etablieren. Das Jahr 2014 wird sehr spannend werden! 

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