Keine Geheimnisse mehr bei Microsoft und Nokia
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Als Microsoft Nokias Handysparte vor einer Woche für knapp 5,5 Milliarden Euro übernahm, fragten sich einige, was dies für die Entwicklung der Smartphones bedeutet. Geht es nach Corporate Vice President

Als Microsoft Nokias Handysparte vor einer Woche für knapp 5,5 Milliarden Euro übernahm, fragten sich einige, was dies für die Entwicklung der Smartphones bedeutet. Geht es nach Corporate Vice President und Windows-Phone-Manager Joe Belfiore, werden die Nutzer nur Vorteile aus der Übernahme ziehen, da die Unternehmen in Zukunft enger zusammen arbeiten werden und die Entwicklung von Software und Hardware schon früh aufeinander abstimmen können.

In einem Interview mit CNet gestand Belfiore, dass Nokia einige Entwicklungen vor Microsoft geheim gehalten habe, was auf beiden Seiten für Irritation sorgte. So hätten mitunter beide Unternehmen parallel an der Entwicklung neuer Smartphones und Software gearbeitet, nur um letztendlich einzusehen, dass die beiden Bestandteile nicht vollständig zusammenpassten.

Später im Entwicklungszyklus mussten wir dies dann feststellen und sagen ‚Wenn wir gewusst hätten, was ihr macht, hätten wir dies oder jenes anders gemacht und ein noch besseres Produkt erhalten.‘

Zwar nannte Belfiore keine Details zu der Entstehung derartiger Missverständnisse, doch ist es wahrscheinlich, dass Nokia bereits seit dem Beginn der Partnerschaft mit Microsoft vor zweieinhalb Jahren nicht immer mit Microsoft einer Meinung war. Bei der Entwicklung des Lumia 1020 beispielsweise arbeiteten die Unternehmen eng miteinander, doch zeigten sich Nokias Entwickler dem Unternehmen nahestehenden Quellen zufolge mit dem Endprodukt nicht gänzlich zufrieden. So sorgten vor allem die Einschränkungen bei der Speicherung hochauflösender Fotos für Frustration und Nokia stellte fest, dass es einfacher sein müsste, Aufnahmen mit Freunden zu teilen.

In Zukunft sollen die unterschiedlichen Stärken der beiden Unternehmen stärker zum Tragen kommen, um mit Windows Phone höhere Marktanteile erzielen zu können. Auch die Vergangenheit lassen sich Beispiele eines erfolgreichen Wissensaustauschs beobachten. Ein konkretes Beispiel betrifft das Teilen von Dateien via Bluetooth. Da nur wenige Nutzer in den USA diese Funktion nutzen, hatte Microsoft die Bluetooth-Funktion außer Acht gelassen und profitierte von Nokias Einblicke in das Nutzerverhalten außerhalb der USA. So sagte Belfiore gegenüber CNet:

In den Entwicklungsländern teilen die Endnutzer häufig Dateien über Bluetooth, doch in den USA tut dies kaum jemand. Wir hatten ein solches Feature nicht und wir haben auch nicht verstanden, wie wichtig es sein könnte.

Auch andere Partner Microsofts werden von der Kooperation profitieren, da viele Hardware-Hersteller ähnliche Wünsche und Vorstellungen wie Nokia hätten, für die Microsoft nun ein besseres Verständnis habe, so Belfiore. Darüber, dass Partner sich von Microsoft abwenden könnten, macht sich der Windows-Phone-Manager keine Sorgen.

Einige unserer Partner sind dazugekommen, andere haben uns im Laufe der Jahre verlassen. Das ändert jedoch nichts an der Gesamtsituation.

Nichtsdestotrotz bleibt es spannend, welche Früchte die Zusammenarbeit Nokias mit Microsoft tragen wird.

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