Mobile Commerce und die Frage nach der Performance
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Trotz zunehmender Verbreitung mobiler Endgeräte wird das Mobile Web von Entwicklern mitunter immer noch stiefmütterlich behandelt. Warum dies ein großer Fehler sein kann, erläutert Tammy Everts auf dem Blog Six Revisions.

So entfällt mittlerweile beispielsweise 55 Prozent der auf Shopping-Seiten verbrachten Zeit auf die Nutzung mobiler Endgeräte (dabei in erster Linie Smartphones). Der durch Mobile Commerce erzielte Umsatz steigt beständig an; zwischen 2011 und 2013 hat er sich in den USA mehr als verdreifacht. Prognosen zufolge wird der Anteil des Mobile Commerce am Gesamtumsatz des E-Commerce im Jahr 2017 26 Prozent betragen – was rund 113 Milliarden Dollar entspricht.

Die meisten Online-Käufer (57 Prozent) greifen sowohl mit mobilen Endgeräten als auch mit ihren Desktop-PCs auf die Seite zu, bevor sie tatsächlich etwas kaufen. Dies zwingt Entwickler, eine konsistente Benutzererfahrung zu gewährleisten.

Die Ladegeschwindigkeit einer Website ist Nummer Eins bei Userbeschwerden, noch vor Crashs; 85 Prozent der User erwarten, dass die Seiten auf ihren mobilen Geräten mindestens so schnell – wenn nicht gar schneller – laden als auf ihrem Desktop-PC. Zwei Drittel der User erwarten Ladezeiten von 4 Sekunden oder weniger – ein Wert, der zumindest bei der Full-Site-Version fast nie erreicht wird: Nur zwei Prozent von 100 untersuchten E-Commerce-Seiten luden innerhalb von 4 Sekunden, der Median betrug gar 8 Sekunden.

Schlechte Mobile-Web-Performance ist geschäftsschädigend: Die Abbruchsquote des Einkaufskorbs beträgt bei mobilen Geräten 97 Prozent – gegenüber 70 Prozent bei Desktop-Nutzung. Schlechte Performance ist dabei einer der Hauptgründe; selbst Verzögerungen von nur einer Sekunde hatten bei einer entsprechenden Untersuchung einen Rückgang der Konversion um 3,5 Prozent zur Folge. Darüber hinaus führt eine negative Benutzererfahrung dazu, dass nicht nur der derzeitige Kauf abgebrochen wird: 30 Prozent der mobilen Nutzer kommen erst gar nicht wieder! Last but not least wirken sich langsamere Ladezeiten auch negativ auf die Wahrnehmung von Bereichen aus, die eigentlich gar nicht mit der Geschwindigkeit zu tun haben: Namentlich den Inhalt, das visuelle Design sowie die Seitennavigation.

Doch warum ist das mobile Web so langsam? Neben rein technischen Beschränkungen sind die Seitengröße sowie die Latenz zu nennen. Von 60 getesteten Seiten waren viele drei, vier oder gar fünf MB groß; die schnellsten generell unter einem MB. Die Latenz wiederum ist größtenteils außerhalb der Kontrolle der Entwickler; sie ist vor allem von der Entfernung des Nutzers vom Server abhängig, aber auch das Wetter oder die Richtung in der der User steht können sie beeinflussen. Möglichkeiten, auf die Latenz einzuwirken, sind die Kompression und Konsolidierung von Ressourcen sowie der Einsatz von localStorage, um den kleineren Browser-Cache mobiler Geräte zu umgehen.

Aufmacherbild: E-shopping concept. Hands touching a tablet with shopping icons. Raster version von Shutterstock / Urheberrecht: ecco

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