Der Mobile Day auf der BASTA! 2012

Mobile! Mobile! Mobile!
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Die mobile Revolution ist angebrochen. Wer die gestrige BASTA! Keynote mit verfolgt hat, weiß, dass PC und Laptop keineswegs mehr den Computermarkt beherrschen, sondern Gesellschaft bekommen haben von den praktischen und stilsicheren Smartphones und Tablets. Doch wie umgehen mit diesem Trend? Was gilt es zu beachten, und wie können sich Entwickler auf die neue Epoche vorbereiten? Diese Fragen standen im Zentrum des Mobile Days auf der BASTA! 2012.

Herzstück des Special Days war die mittägliche Keynote mit dem wunderschön-affirmativen Titel „Mobile! Mobile! Mobile!“. Windows-Developer-Redakteur Mirko Schrempp versammelte mit Dino Esposito (Crionet), Thomas Claudius Huber (Trivadis AG), Felix Rieseberg (Microsoft Deutschland GmbH) und Christian Weyer (thinktecture) einige Mobile-Experten auf der Bühne des Kongresssaals in der Mainzer Rheingoldhalle, um über die Auswirkungen der mobilen Revolution zu diskutieren.

Die Speaker sprachen über das Spektrum der Mobilität, welches von mobilen Websites bis hin zu Apps für Tablets und Smartphones reicht. Während Apps plattform-spezifisch, also direkt auf entweder iOS, Android oder Windows Phone ausgerichtet sein sollten, erwartet das wohl kaum einer bei einer Website, die man im mobilen Browser aufruft. Außerdem verschwimmen die Grenzen zwischen Consumer- und Business-Anwendungen mehr und mehr. So erwartet man im Unternehmensfeld inzwischen, dass die eigene Anwendung genauso viel Spaß macht wie die private Vernetzung via Facebook. Oder, wie Christian Weyer passend formulierte:

Es sieht vielleicht nicht aus wie Cut the Rope, aber es sollte genauso viel Spaß machen.

Das Experten-Panel diskutiert über die Bedeutung der mobilen Revolution.
Das Experten-Panel diskutiert über die Bedeutung der mobilen Revolution.

Top motiviert, mit der mobilen Entwicklung voll durchzustarten, entließ uns die Keynote ins BASTA!-Nachmittagsprogramm. Umso besser, dass es gleich mit einer passenden Session weiter ging. In „Required Skills for a Mobile Developer“ erklärte uns Dino Esposito, was Mobile-Entwickler alles wissen und können sollten. Welch bessere Vorbereitung auf künftige Smartphone- oder Tablet-Projekte könnte es geben?

Aber was sollten Mobile-Entwickler denn nun wissen? Zuerst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, dass die mobile Entwicklung Geräte-zentriert ist. Schließlich kauft man in erster Linie das Smartphone/Tablet und nur zweitrangig das Betriebssystem bzw. die darunter laufenden Apps. So basiert die Beliebtheit der Apple-Geräte sicherlich nicht darauf, dass es so tolle Apps für iPhone und iPad gibt. Nein, die Devices sehen gut aus und machen was her – nicht zuletzt auch als Statussymbol. Was man jedoch genauso wenig vergessen sollte, ist die Tatsache, dass mobile Geräte ihren Nutzern im Idealfall das Leben erleichtern können. Damit dies passiert, damit also der Nutzen für den End-User möglichst hoch ist, gilt es für die App-Entwickler, passende Use Cases zu entwickeln. Diese sind im mobilen Bereich zwar nicht besonders komplex, sollten aber nichtsdestotrotz gründlich durchdacht sein. Gerade diese Reduktion macht die Spezifikation von Use Cases zu einer der schwierigsten Aufgaben überhaupt.

Genug zu den Voraussetzungen und weiter mit der App-Entwicklung an sich. Unerlässlich hierfür sind laut Esposito Kenntnisse in Sachen Web-Entwicklung; das Backend, HTTP Services und HTML5 sollten für den Mobile Developer keine Fremdwörter sein. Allgemein sollte er mit den gängigen Programmiersprachen vertraut sein und Verständnis für die Struktur mobiler Apps, besonders hinsichtlich Design und Architektur, mitbringen. Ob auch Cloud-Kenntnisse vonnöten sind, lässt der Speaker bewusst offen, denn ob Mobile und die Cloud tatsächlich so eng zusammen hängen wie regelmäßig postuliert, wird sich seiner Meinung nach erst in der Zukunft zeigen.

Dino Esposito über Tools für Mobile-Entwickler.
Dino Esposito über Tools für Mobile-Entwickler.

Nachdem wir nun über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden sind und wissen, welche Voraussetzungen wir benötigen, um in die mobile Entwicklung einsteigen zu können, möchten wir natürlich auch erfahren, welche Werkzeuge es hierfür gibt. Aufschluss gab Espositos Session „Tools and Technologies for Going Mobile: iOS, Android, and more“. Ihm zufolge gilt es für Unternehmen zuallererst, eine mobile Strategie zu entwickeln, die bei einer mobilen Version der eigenen Website startet und bei der eigenen App endet. Welche Plattform hierfür geeignet ist, muss von Unternehmen zu Unternehmen neu entschieden werden. Allgemein gilt jedoch: Entwickeln Sie für die Plattform, die Ihre Kunden nutzen!

Obwohl Microsoft wahrscheinlich gerne hätte, dass alle .NET-Entwickler ein Windows Phone besitzen, liegen die größten Kapazitäten nach wie vor bei iOS – iPhones und iPads sind aus dem Business-, genauso wie aus dem Consumer-Bereich eben einfach nicht mehr wegzudenken. Deshalb stellte der Speaker eine Reihe von Entwickler-Tools vor, die für iOS nützlich sind. Da wäre zuerst natürlich das native iOS SDK, dessen einziger Nachteil laut Esposito die Notwendigkeit der Sprache Objective-C ist. MonoTouch hingegen ist sein Lieblings-Tool. Mit ihm kann man auf dem Mac per C# programmieren und auch anderen .NET-Code importieren. Mit PhoneGap lassen sich hybride Apps aus HTML5, CSS und JavaScript erstellen, Bibliotheken für andere Plattformen sowie voller Support für AJAX gehören ebenfalls dazu. Titanium kann JavaScript, aber weder HTML noch CSS. Der Flash Builder basiert auf demselben Grundgerüst wie Titanium, ist jedoch deutlich langsamer.

Tools für Android-Entwickler schnitt Esposito nur kurz an, so erwähnte er unter anderem das Java-basierte Android SDK. Wer mehr über die Entwicklung für Windows Phone erfahren wollte, konnte das in den Sessions „Windows-Phone-Apps mit XAML und C# entwickeln“ von Thomas Claudius Huber und „Windows für unterwegs – Windows Phone für .NET-Entwickler“ von Matthias Fischer (MF IT Consult) tun.

Hat der BASTA! Mobile Day auch Ihnen Lust gemacht, mit der mobilen Entwicklung zu beginnen? Na dann nichts wie los! Gut vorbereitet sind sie nun ja.

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