Faktencheck Mobile

Mobile Nutzertypologien – Andere Nutzer, andere Sitten
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Knapp siebzig Prozent der deutschen Smartphonebesitzer gehen ohne ihr mobiles Endgerät nicht mehr aus dem Haus. Zu diesem Ergebnis kommt der Faktencheck Mobile 2014 des Bundesverbands Digitale Wirtschaft. Doch was tun die Menschen eigentlich mit ihrem Handy, und welche mobilen Typen gibt es? Die Motive der mobilen Nutzer sind ganz unterschiedlich – genauso unterschiedlich wie die Nutzertypologie. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Mobile Types vor und zeigen, mit welcher Tonalität sie von Marken angesprochen werden möchten.

Fest steht, Mobile Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und sind für viele zum ständigen Begleiter in fast allen Lebensbereichen geworden. Vor allem iPhone-Nutzer machen von ihrem mobilen Endgerät als Einkaufsplattform Gebrauch. Marketer müssen daher diesen Weg der Konsumenten mitgehen, um sich auch bei den mobilen Nutzern mit relevanten Inhalten und Produkten optimal zu platzieren. Mobile Konsumenten interessieren diese Contentformen am meisten:

• Informationen
• News
• Unterhaltung

Im Folgenden finden Sie die sechs verschiedenen Mobile-Nutzertypen, die die Consumer Connection Study des Agenturnetzwerks Aegis Media, ermittelt hat. Die Gruppen sind nach ihren Nutzungsgewohnheiten beschrieben.

Von Mobile Native bis Traditionalist

1. Generation M: Diese Generation ist förmlich mit ihrem Smartphone verwachsen. Als Ergänzung nutzt sie gerne das Tablet und surft parallel zum TV-Konsum auf dem mobilen Endgerät als Second Screen. Diese Heavy-Mobile-User bestehen überwiegend aus Männern bis Ende 30. Ein Zehntel der Erwachsenen zwischen 15 und 64 Jahren zählen zur Generation M. Die Nutzung des Smartphones ist breit gefächert. Von Onlineshopping bis hin zu Second Screen: (Fast) alles wird mobil erledigt. PC und Laptop werden von dieser Gruppe so gut wie gar nicht mehr gebraucht. Darüber hinaus sind sie im Social Web stark vertreten und posten Meinungen oder Aktivitäten in Foren.
2. Convenience Seekers: Die Convenience Seekers gebrauchen ihr Smartphone sehr funktional. Wetter-Apps, Navigation oder die Bahn-App stehen bei diesen Nutzern hoch im Kurs. Das mobile Endgerät managt den Alltag und ist Zugang zu Chats und sozialen Netzwerken. Komplexe Aktivitäten wie Online-Banking werden allerdings lieber vom stationären PC aus erledigt. Zwölf Prozent aller Handybesitzer zwischen 15 und 64 Jahren gehören zur Gruppe der Convenience Seekers. Der Frauen- und Männeranteil ist sehr ausgeglichen.
3. Business Performers: Diese Handybesitzer sind informationsgetriebene Nutzer. Die Business Performers sind hauptsächlich männlich und mit sechs Prozent eine eher kleinere Gruppe der Smartphoneuser. Die Zielgruppe im Alter von 20 bis 40 Jahren nutzt ihr Smartphone vor allem unter der Woche aus beruflichen Gründen. E-Mails, Börsenkurs oder Xing gehören zu den beliebtesten Anwendungen der Business Performer. Tablet und Co. werden als Arbeitsgerät verstanden, durch das sich die Produktivität steigern lässt. Durch den hohen Lebensstandard der Nutzer legen sie viel Wert auf qualitativ hochwertigen Content.
4. Light User: Unter den Light Usern versteht man sowohl Mitläufer als auch Smartphoneeinsteiger. Das große Angebot an Apps verwirrt sie oder sie haben kein Interesse an den zahlreichen Anwendungen. Light User verwenden das Smartphone für klassische Ausführungen wie SMS, Anrufe oder Kameraaufnahmen. Die Gruppe ist relativ groß, denn dreiundzwanzig Prozent der User gehören zu den mobilen Anfängern. Die Altersverteilung ist breit gefächert, jedoch liegt ein Schwerpunkt auf der Generation 40+.
5. Smart Candidates: Nutzer, die (noch) kein Smartphone besitzen, nennt man Smart Candidates. Sie nutzen ein klassisches Handy und sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Auf dem konventionellen Telefon verwenden sie allerdings alle Möglichkeiten, die ihnen geboten werden. Der mobile Internetzugang ist dabei äußerst beliebt. Da die weiteren Onlinefunktionen allerdings eingeschränkt nutzbar sind, ist die Onlineerfahrung begrenzt. Der Kauf eines modernen Smartphones steht bei den meisten Smart Candidates an. Dieser Mobile Type ist aktiv und legt am stationären PC Wert auf den Austausch mit Freunden via Facebook und Co. Die Gruppe der Smart Candidates macht neunzehn Prozent aller Handybesitzer aus.
6. Traditionalist: Diese mobilen Nutzer pflegen Traditionen – auch auf ihrem Handy. Sie erwarten von ihrem mobilen Endgerät nichts anderes, außer dass sie damit telefonieren können. Ab und an wird auch eine SMS verschickt. Einunddreißig Prozent der Handybesitzer zählen zu den Traditionalisten. Für ein Smartphone sehen sie keine Verwendung und wären von den unzähligen Möglichkeiten überfordert. Onlinekäufe tätigen sie selten, da der Kauf im stationären Handel bevorzugt wird. Zu den Traditionalisten zählen vor allem kostenbewusste Frauen ab 40 Jahre.

Der Nutzer steht im Zentrum

Aufgrund des zeit- und ortsunabhängigen Zugangs zu Informationen spielt die Frage „Wo und wann?“ innerhalb der Unternehmenskommunikation eine immer wichtigere Rolle. Es wird immer entscheidender, zur richtigen Zeit den passenden Content zu liefern. Der Nutzer steht dabei im Zentrum, sodass er in Echtzeit die Informationen findet, die er gerade benötigt. Die Einteilung der mobilen Nutzertypen soll hier eine Hilfestellung zur zielgenauen Kundenansprache bieten. Den passenden Content zu spielen und die richtige Tonality zu treffen, ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Ansprache der jeweiligen Nutzergruppe.
Die Generation M erwartet von Unternehmen vielschichtige Informationen mit Mehrwert, wohingegen Business Performer auf eine zügige und benutzerfreundliche Abwicklung von Recherche- oder Kaufprozessen Wert legen. Gehört Ihre Zielgruppe vorrangig zu den Light Usern, sollten Sie die mobile Ansprache eher als zweitrangig betrachten und es auf dem klassischen stationären Weg wie Radio oder TV probieren. Grundsätzlich gilt allerdings, dass eine Zielgruppe in den meisten Fällen nicht nur aus einem Mobile-Typ besteht. In der Regel setzt sich die Zielgruppe aus zwei oder drei Typen zusammen. Die eigenen Nutzer zu kennen, ermöglicht erst die große Chance des Mobile-Marketings: Nähe zum Kunden schaffen.

Die Zukunft schon heute

Andrew Bosworth, VP Advertising bei Facebook, hat es auf der dmexco 2013 schon verkündet: „Mobile is not the next big thing. It’s not the future. It’s now.“ Während der Gesamtwerbemarkt kämpft, wird Online und vor allem Mobile weiterhin wachsen. Damit Ihr Onlineangebot auch für mobile Nutzer attraktiv ist, sollten Sie mobile Anpassungen vornehmen. Optimieren Sie beispielsweise Newsletter für mobile Endgeräte oder stellen Kunden eine App, passend zu Ihrem Onlineshop, zur Verfügung. Immer mehr User gelangen über mobile Endgeräte auf die Website Ihres Unternehmens. Auf einer mobil optimierten Site können Interessierte Angebote und Leistungen, offene Stellen oder Produkte nutzerfreundlich durchstöbern.

Aufmacherbild: Unrecognizable man taking a selfie photo with his smart phone. Close up on blank mobile phone display. Isolated on white background. von Shutterstock / Urheberrecht: luanateutzi

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