Nokia und Windows Phone – doch die falsche Partnerwahl
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Irgendwie wollen sich zum Thema Nokia keine positiven Nachrichten einstellen. Erst kürzlich musste der finnische Konzern für das 1. Quartal einen immensen Verlust vermelden, gab sich aber trotzdem bewusst

Irgendwie wollen sich zum Thema Nokia keine positiven Nachrichten einstellen. Erst kürzlich musste der finnische Konzern für das 1. Quartal einen immensen Verlust vermelden, gab sich aber trotzdem bewusst optimistisch. Denn mangelnde Aktivität kann man den Finnen nicht vorwerfen, wurden doch nicht nur das Lumia 800, sondern auch das günstigere Lumia 710, das Windows-Phone-Flaggschiff Lumia 900 sowie das Einsteigergerät Lumia 610NFC in den letzten Monaten veröffentlicht. Auch mit dem Bau eines Tablets ist man bei Nokia beschäftigt.

Trotzallem scheint es so, als wolle niemand Nokias Windows Phones haben. Die Verkaufszahlen dümpeln vor sich hin – aus den Händen gerissen werden Nokia die Lumia-Smartphones nirgendwo auf der Welt. Dies haben nun auch Investoren zum Anlass genommen, eine Sammelklage gegen das finnische Unternehmen einzureichen. Laut Anklageschrift, vertreten von der Anwaltskanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd (RGR&D), sollen Nokias Informationen über die Migration zur Windows-Phone-Plattform falsch und irreführend gewesen sein:

Defendants‘ statements set forth above were materially false and misleading because Nokia’s migration to a Windows Phone platform was not going as well as represented. The Lumia 900 had a glitch which forced Nokia to offer a

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credit and earlier Lumia offerings were not as well accepted as represented.

Obwohl sich über die Sinnhaftigkeit eines solchen Vorwurfes streiten lässt, ist es selbstverständlich, dass die Investoren durch den sinkenden Wert ihrer Aktien immer frustrierter werden. Nach US-Recht können sich auch sämtliche Personen, die zwischen 26. Oktober 2011 und 10. April 2012 im Besitz von Nokia-Aktien waren, der Klage anschließen. Die Angelegenheit könnte also noch heikel werden. Und das, obwohl CEO Stephen Elop laut Engaget noch im Februar in einer Memo an die Mitarbeiter Nokia Windows Phones voller Inbrunst als „burning platform“ bezeichnet hat.

Neowin witzelt:

Stephen Elop’s „burning platform“ continues to burn through cash at a frightening rate […].

Ist die Wut der Investoren also berechtigt? Bereits vor einigen Wochen wurden Vorwürfe laut, Nokia und Windows würden zu wenig in die Vermarktung der Smartphones investieren. Daraufhin starteten teure TV Spots. Außerdem bestätigten Nokia und Windows Millionen-Investitionen in das AppCampus-Programm, um das eigene Ökosystem weiter auszubauen.

Aber wird die Strategie aufgehen und die Verkaufszahlen der Lumia-Familie ziehen endlich an? Zack Whittaker von ZDNet bemerkte vor wenigen Tagen, dass RIM und Nokia im selben Boot säßen. Beide Unternehmen hätten immense Verluste bei der Marktkapitalisierung einstreichen müssen und kämpfen weiterhin um Marktanteile. Ob die Spekulationen sich bewahrheiten und Nokia in Zukunft weitere finanzielle Unterstützung von seinem Partner Microsoft erhält, wird sich zeigen. Noch klopft niemand mit einem Übernahmeangebot an Nokias Türen. Noch sind die Würfel nicht gefallen.

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