Patent-Troll klopft bei Microsoft an Klage wegen Kachel-Design
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Pünktlich zu Halloween hat Microsoft gruseligen Besuch bekommen. SurfCast, ein Unternehmen für Betriebssystem-Technologien aus Portland, Maine hat das Unternehmen aus Redmond wegen der Nutzung unserer

Pünktlich zu Halloween hat Microsoft gruseligen Besuch bekommen. SurfCast, ein Unternehmen für Betriebssystem-Technologien aus Portland, Maine hat das Unternehmen aus Redmond wegen der Nutzung unserer mittlerweile altbekannten Kacheln in der Design-Sprache formerly known as Metro verklagt.

SurfCast hat keine eigenen Produkte, dafür aber gleich vier Patente, die sich allesamt um ein System drehen, bei dem auf einem Bildschirm gleichzeitig mehrere Informationen dargestellt werden können – jede dieser Informationen befindet sich dem Entwurf SurfCasts zufolge in einer Kachel. Diese ist einerseits ein ganz normaler Auswahl-Button, wird aber andererseits auch dynamisch aktualisiert und zeigt aktuelle Informationen aus der darunterliegenden Anwendung an. Das kommt uns doch bekannt vor.

So bekannt, dass SurfCast nun Klage eingereicht hat aufgrund der Verletzung eines Patentes aus dem Jahre 2004 und zwar mit Windows Phone 7, dem Microsoft Surface RT, Windows RT allgemein, Windows 8, Windows 8 Pro und Windows 8 Enterprise. Das Konzept habe SurfCast sogar schon in den Neunzigerjahren entwickelt.

Allerdings hat auch Microsoft ein Patent auf das Kachel-Design, welches zurückgeht auf April 2011. In diesem Patent geht es um Kacheln auf mobilen Geräten, die ohne Interaktion des Nutzers einen aktuellen Schnappschuss des Applikations-Inhaltes anzeigen.

Wer letztendlich Recht bekommt, wird sich zeigen. Jedenfalls riecht SurfCast stark nach Patent-Troll. Als solche gelten Unternehmen, die keine eigenen Technologien entwickeln, stattdessen aber fleißig Patente sammeln, um diese im Falle ihrer Verwirklichung durch ein anderes Unternehmen einklagen zu können. Meist sind Patent-Trolle jedoch schon mit mittelhohen Ausgleichszahlungen zufrieden, die Microsoft wohl durchaus im Stande ist, zu leisten.

So kommt es auch, dass man sich in Redmond keine allzu großen Sorgen über die eingegangene Klage macht. Ein Microsoft-Sprecher ließ verlauten:

We are confident we will prove to the court that these claims are without merit, and that Microsoft has created a unique user experience.

Da kann man nur hoffen, dass sich das, was momentan noch eher wie ein Halloween-Streich als wie ein ernsthafter Prozess klingt, nicht demnächst zu einem ausgewachsenen Patent-Problem entwickelt.

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