Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Patch Day bei Google, Androids digitale Geheimtinte und fünf Kameras für das Nokia 9
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Und täglich grüßt das Murmeltier – bzw. einmal im Monat der Patch Day bei Google! Das Android-Sicherheitsupdate für September schließt einige kritische Sicherheitslücken, darunter die wohl gefährlichste im Media Framework. Die AndroidWM sorgt für TKKG-Helden-Gefühle und zeigt, wie man mittels „digitaler Geheimtinte“ (besser gesagt unsichtbaren Wasserzeichen) Bilderdieben das Handwerk legen kann. Außerdem machen wir einen Abstecher zu Big Brother Nokia: Deren neuem Smartphone entgeht mit der Kameradichte rein gar nichts.

„Just another manic tuesday“… Patch Day bei Google

Es ist mal wieder soweit – Google hat auch im September seinen Android Patch Day durchgeführt und dabei ein paar kritische Schwachstellen beseitigt. „Ein paar“ ist dabei ziemlich untertrieben, schließlich sprechen wir hier von insgesamt 59 Sicherheitslücken, die in Android geschlossen wurden. Auch der aktuelle Patch-Level 2018-09-01 behandelt Sicherheitslücken, die als „critical“ oder „high“ eingestuft werden. Im September klassifizierte Google insgesamt 11 Sicherheitslücken als kritisch und 44 als hoch.

Neben Schwachstellen in der Android Runtime, im Framework, der Library, im System und den Kernel-Komponenten liegt die gefährlichste Schwachstelle wohl im Media Framework. Über dieses Framework können Angreifer unter Verwendung einer speziell gestalteten Datei, beliebige Kommandos im Kontext privilegierter Prozesse auf Android-Systemen ausführen und das System so übernehmen. Schon im August waren Framework, System, Media Framework sowie der Kernel – und diverse Qualcomm-Komponenten betroffen.

Über die Hälfte der Sicherheitslücken in Qualcomm-Komponenten

Das schwarze Schaf in Sachen Sicherheitslücken bleibt allerdings, wie auch schon im August, Qualcomm bzw. deren Komponenten. Über die Hälfte aller Sicherheitslücken wurden in den besagten Komponenten gefixt. Allein sechs davon hatte Google als kritisch eingestuft.

Und ebenfalls wie im Vormonat heißt es: Keine Panik! Wie üblich werden Android-Partner mindesten einen Monat vor Veröffentlichung über alle Themen informiert. Patches für diese Probleme wurden bereits im Repository des Android Open Source Project (AOSP) veröffentlicht und von diesem Bulletin aus verlinkt.

Die einzelnen Sicherheitslücken und alle Informationen zur Verbesserung gibt es auf dem Blog von Android.

AndroidWM: Stoppt den Bilderklau!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Das wusste man schon zu Omas Zeiten. Doch vor allem heutzutage besagen kritische Stimmen, dass man gerade „IN DIESEM INTERNET“ nichts wirklich kontrollieren kann, vor allem keine Bilder. Wer Bilder im Internet veröffentliche, sollte wissen: Schutz vor Diebstahl gibt es nicht. Per Mausklick kann jeder dein Bild kopieren und es als sein eigenes ausgeben. Bei wem diese Aussagen jetzt ein zustimmendes Kopfnicken ausgelöst haben, liegt nicht ganz richtig.

Ganz auf sein Urheberrecht verzichten muss man ja dann doch nicht. Mit digitalen Wasserzeichen besteht die Möglichkeit, seine Aufnahmen durch ein eigenes Logo zu schützen. Neben sichtbaren Wasserzeichen sind besonders die unsichtbaren Wasserzeichen als Kopierschutz-Maßnahme beliebt. Unsichtbare Wasserzeichen funktionieren wie eine Art Geheimtinte, die quasi unsichtbar oder kaum sichtbar beliebig viele Zeichen im Bild platziert.

Die leichtgewichtige Wasserzeichen-Bibliothek von Android

Auch Android bietet mit AndroidWM eine leichtgewichtige Wasserzeichen-Bibliothek an, die verschlüsselte und unsichtbare Wasserzeichen supportet. Alles was man zur Vorbereitung tun muss, ist die Bibliothek herunterzuladen und in das eigene Projekt einzufügen. Danach können problemlos Bild- (WatermarkImage) und Textinstanzen (WatermarkText) erstellt werden. Um ein Bild mit Wasserzeichen zu erstellen, wird ein WatermarkBuilder benötigt. Hat man das alles erledigt, können Wasserzeichen für Texte und Bilder erstellt und anschließend in den WatermarkBuilder geladen werden.

Quelle: Yizheng Huang via GitHub

Unsichtbare Wasserzeichen (Beta)

Das Ganze funktioniert glücklicherweise auch mit unsichtbaren Wasserzeichen und deren Erkennung. Um ein solches unsichtbares Wasserzeichen zu erstellen, können zwei Möglichkeiten genutzt werden: die Least-Signifkant-Bit-Methode (LSB) oder die Wavelet-Transformation. Benötigt wird hierfür lediglich ein Boolean (isLSB), um die zwei Methoden voneinander zu unterscheiden. Auch Position, Farbe, Schattierung und Größe können individuell eingesetzt werden.

Mit dieser Wasserzeichen-Bibliothek kann man digitalen Bilderdieben also buchstäblich einen Strich durch Rechnung machen. Wen das Hobby-Detektiv-Fieber nun erwischt hat, kann AndroidWM einfach auf GitHub herunterladen.

API Summit 2018

From Bad to Good – OpenID Connect/OAuth

mit Daniel Wagner (VERBUND) und Anton Kalcik (business.software.engineering)

Big Brother bei Nokia 9: Five Cameras are watching you!

Fünf sind mehr als drei! Das dachte man sich wohl auch in beim Design des Nokia 9, das die Gerüchteküche der Smartphone-Welt mächtig zum Brodeln bringt. Der Grund für die in Ekstase geratene Android Community liegt in einem wirklich skurril aussehenden Foto des kommenden Nokia 9. Im Netz kursiert aktuell eine angebliche Aufnahme des noch nicht veröffentlichten Android Phones, auf dessen Rückseite sich ganze FÜNF Kamera-Sensoren befinden. Wie man ablesen kann, stammen die in Revolver-Optik angeordneten Linsen von Carl Zeiss. Mit dem Unternehmen hat Nokia schon an anderen Smartphone-Modellen zusammengearbeitet.

Ist das nützlich oder kann das weg?

Sollte es sich hierbei wirklich um das Nokia 9 handeln, stellt sich natürlich die Frage: Ist das wirklich sinnvoll oder pure Dekadenz? Gerüchten zufolge bedient sich jede Linse einer anderen Funktion. Zentral in der Mitte, quasi wie die Bienenkönigin, sitzt die Hauptkamera. Links darunter befindet sich ein Weitwinkelsensor, mit dem sich so viel Aufnahme wie möglich einfangen lassen soll. Rechts daneben gibt es einen RGB-Sensor, dessen Funktion scheinbar noch nicht eindeutig geklärt bzw. bekannt ist. Ganz unten befindet sich ein Monochrom-Sensor, mit dem sich Schwarz-Weiß-Fotos produzieren lassen. Für Huawai-Experten ist das natürlich eine olle Kammelle, da einige ihrer Smartphones bereits über einen Monochrom-Sensor verfügen. Zusätzlich zu den fünf Kameras gibt es dann noch einen LED-Blitz und einen Infrarot-Sensor oberdrauf. Da kann man erstmal nicht meckern – erstmal.

Durch das Zusammenspiel der einzelnen Kameras, soll das perfekte Kamera-Erlebnis garantiert werden. Allein die Anzahl der Linsen scheint rekordverdächtig und sollte sich problemlos gegen die Konkurrenz durchzusetzen können. Mit dem Debüt der Penta-Kamera würde Nokia Geschichte schreiben. Die Frage ist nur, um welchen Preis? Denn sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, liegt das Nokia 9 bei stolzen 990 US-Dollar. Das ist eigentlich Apple- und Samsung-Niveau. Das wiederum würde das Nokia 9 vermutlich eher nicht zu einem wirklich harten Konkurrenten machen. Was wiederum die Frage aufwirft: Ist das dann nützlich oder kann das weg?

Alle Informationen zum Leak von Nokia 9 können auf der Homepage Right Brothers nachgelesen werden.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

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