Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Aus 18 mach 3 im Google Maps API & Facebook Dating
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Versionierung ist ein leidiges Thema, das hat spätestens Java 10 wieder klar gemacht. Vollversion, Minor Update, Bugfixes? Man weiß es manchmal nicht so genau. Google richtet sich jetzt jedenfalls zunehmend nach dem Industriestandard der semantischen Versionierung (Semver). Dazu haben wir einen Überblick über mobile Neuigkeiten bei Facebook, spannendes zum App-Bau mit Maps und ein Deal aus den USA, der uns allen eine Warnung sein sollte.

Apps mit Maps

Viele Apps und Websites setzen inzwischen auf das Google Maps APIs. Um diese auch für Unternehmen interessanter zu machen, hat sich Google entschieden, die derzeit 18 einzelnen APIs in drei zu bündeln: Karten, Routen und Orte. Dafür sollen allerdings keine Änderungen notwendig sein, sondern alles soll weiterhin mit bestehendem Code funktionieren. Interessante könnte das Konzept aber für neue Kunden werden. Google hat eigenen Angaben zufolge vor allem Unternehmen im Sinn, die in den Bereichen „Ridesharing“ und „Asset Tracking“ tätig sind.

Ridesharing im Sinne von Uber oder Lyft gibt es in Deutschland nicht. Aber Anbieter von Mitfahrgelegenheiten könnten von dem neuen Angebot profitieren. Das Asset Tracking dürften viele von Logistikunternehmen und Paketversendern kennen. Mit Google könnte es bald möglich werden zu sehen, in welchem Paketzentrum die lang erwartete Sendung ihre Runden dreht und wann der Fahrer des Paketdienstes ohne zu klingeln vorbeigefahren ist. Immerhin.

Schon Mitte April hatte Google bekannt gegeben, dass die Daten aus Maps für Spiele zur Verfügung gestellt werden (an dieser Stelle können wir alle unsere Phantasie bezüglich des nächsten GTA spielen lassen). Eines der ersten Projekte, das in großem Umfang von diesen Daten profitieren könnte, kommt aus dem Hause Google selbst und heißt Arcade. Einem Bericht von Bloomberg zufolge soll es sich bei Arcade um ein internes Startup handeln, geleitet vom 21-jährigen Michael Sayman.

Ziel ist es, noch diesen Sommer ein Spiel zu entwickeln, dessen Fokus auf „mobilem Gaming mit Freunden“ liegen soll. Die Nutzung von Google Maps würde sich hier also anbieten. Was genau es mit dem Spiel auf sich hat, verrät Google derzeit noch nicht. Aber davon wird ganz sicher hier zu lesen sein – außer die Redaktion ist dann draußen zum zocken unterwegs ¯\_(ツ)_/¯

API Conference 2018

API Management – was braucht man um erfolgreich zu sein?

mit Andre Karalus und Carsten Sensler (ArtOfArc)

Web APIs mit Node.js entwickeln

mit Sebastian Springer (MaibornWolff GmbH)

Nicht zur Nachahmung empfohlen

Bloatware ist immer wieder ein ganz hervorragendes Streitthema. Ist noch nicht so lange her, dass sich die Telekom dazu entschloss, genau auf diese Bloatware zukünftig zu verzichten. Dafür gehen Verizon und Samsung jetzt in die Vollen, zumindest in den USA. Dort werden Samsung-Smartphones, die über Verizon bestellt werden, zukünftig grundsätzlich mit Yahoo Sports, Yahoo Finance und Go90 sowie weiteren Verizon-Produkten ausgeliefert.

Obendrein gibt es noch den Oath Newsroom, der Nachrichten kuratiert. Dass die meist von News Networks kommen, die zu Verizon gehören, ist natürlich nur ein böses Gerücht. Dass die Nachrichten allerdings mit „Native Ads“ gespickt sind, die sich rein optisch nicht von Nachrichten unterscheiden, bestätigt dagegen sogar Oath CEO Tim Armstrong.

Man könnte meinen, dass Samsung etwas aus dem Exempel gelernt hat, das 2015 an dem Unternehmen in China statuiert worden ist. Damals hatten sich die Südkoreaner nämlich, genau wie der chinesische Konkurrenz Oppo, eine Klage eingehandelt, weil die Geräte der beiden Hersteller so mit Bloatware aufgeladen waren. Bleibt nur zu hoffen, dass niemand dem Beispiel der beiden Unternehmen folgt und lieber mehr Hersteller auf das bloatwarefreie Android One setzen.

Neue SDK-Versionierung in Google Play Services und Firebase

Ab sofort nutzen die Android SDKs für Google Play Services und Firebase ein neues Versionierungsschema. Im Eintrag auf dem Android Developers Blog warnen die Entwickler davor, dass dies zu Änderungen beim Bau von Android Apps führen kann.

Abhängigkeiten nutzen ab sofort semantische Versionierung. Dadurch können Abhängigkeiten einzeln Updates unterzogen werden, die Zyklen für Bugfixes und neue Features sollen so erhöht werden. Gültig wird die Änderung ab Version 15 der jeweiligen Services und Bibliotheken. Maven-Abhängigkeiten, die com.google.android.gms:play-services-* und com.google.firebase:firebase-* nutzen, müssen nicht länger die gleiche Versionsnummer haben, um in Build- und Runtime korrekt zu laufen. Entsprechend wird ein verbreitetes Muster für Gradle Builds nicht mehr funktionieren:

buildscript {
    ext {
        play_version = '15.0.0'
    }
}

dependencies {
    // DON'T DO THIS!!
    // The following use of the above buildscript property is no longer valid.
    implementation "com.google.android.gms:play-services-auth:${play_version}"
    implementation "com.google.firebase:firebase-auth:${play_version}"
    implementation "com.google.firebase:firebase-firestore:${play_version}"
}

Muster wie das obige sind nicht länger valide. Das Gradle-Plug-in der Play Services wurde entsprechend geupdated. Dieses checkt jetzt nach kompatiblen Versionen von Play- und Firabse-Bibliotheken. In Build-Artefakte werden individuell Lizensierungsinformationen eingefügt. Wenn ein oss-Lizenz-Plug-in genutzt wird, sollte dieses auf die neueste Version geupdated werden. Wer das Plug-in nicht nutzt, aber trotzdem striktes Versionschecking der Abhängigkeiten bevorzugt, kann ein neues Gradle-Plug-in nutzen:

apply plugin: 'com.google.android.gms.strict-version-matcher-plugin'

Zur Nutzung des Plug-ins muss auch folgender Klassenpfad aus dem Google Maven Repository hinzugefügt werden:

classpath 'com.google.android.gms:strict-version-matcher-plugin:1.0.0'

Wer nicht Android Studio 3.1 nutzt, sollte ebenfalls ein Upgrade durchführen, um das korrekte Versionsverhalten in der IDE sicherzustellen.

Google verspricht, dass neue Versionen von SDKs jetzt freier übernommen werden können und Updates nicht mehr alle auf einmal durchgeführt werden müssen. Außerdem sollen Entwickler von SDKs Fixes und Verbesserungen schneller ausliefern können.

Nie mehr p…löde Bilder! – Dank Facebook

Wem das alles jetzt zu technisch war, kann sich vielleicht bald von Facebook noch ein bisschen mehr bei der Flucht ins Private helfen lassen, wie die Entwicklerkonferenz F8 gezeigt hat. Denn neben Neuerungen beim Messenger bietet der Konzern bald auch einen Datingdienst an.

Der Messenger selbst soll vor allem schlanker werden, gleichzeitig aber auch Augmented-Reality-Effekte bieten. Besonders für Unternehmen sollen diese interessant sein. Als Launch-Partner sind ASUS, Nike, Kia und die Kosmetikmarke Sephora dabei. ASUS bietet AR-Unboxings, Nike zeigt Möglichkeiten zur Anpassung von Produkten und mit Sephora soll sich Make-up schon vor dem Kauf ausprobieren lassen.

Den Lebenspartner auf Facebook finden? / Quelle: Facebook

Und dann das Dating über Facebook. Auf den ersten Blick scheint der Unterschied zu Apps wie Tinder nicht all zu groß zu sein. Und auch die Beschreibung bestätigt das. Laut Marc Zuckerberg werden Facebook Messenger und Gespräche bei Facebook Dating genauso strickt getrennt, wie die Dating-App von der Freundesliste. Wer sich also schon kennt, kann sich nicht matchen. Auch muss das Dating gesondert im Facebook-Profil aktiviert werden. Erste Test-Rollouts sollen „später in diesem Jahr“ erfolgen.

Einen Vorzug hat Facebook Dating gegenüber vielen anderen Apps: Es sollen sich keine Fotos verschicken lassen. Unerwünschte Bilder von gewissen Körperteilen bleiben also erstmal außen vor. Wer weiß wie lange, denn der Markt ist da. Man stelle sich die Möglichkeiten vor, die Hersteller der in so vielen E-Mails beworbenen „Enlargement Pills“ dank Bildanalyse und Facebook-Daten dann hätten!

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