Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Huawei vs. Android, Feature für Google Photos und Asus Zenfone 6 mit Pop-up-Kamera
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Alle gegen Einen ist unfair! Und trotzdem kämpft Huawei gerade um seine Geschäftsbeziehungen mit Google, ARM und Microsoft. Durch den Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es womöglich keine Android-Updates für Huawei-Geräte mehr. Prompt kündigt Huawei ein eigenes Betriebssystem an – doch das war nicht das Ende vom Lied. Außerdem soll Google Photos eine smarte Colorierung erhalten und das Asus ZenFone 6 kommt mit Pop-up-Kamera.

Ein Smartphone ohne Betriebssystem ist nichts anderes als ein Haufen Glas und Siliziumchips – und so ging Googles Ankündigung nicht nur Huawei-Nutzern durch Mark und Bein. Denn Google hat Huawei die Android-Lizenz entzogen – allerdings nicht freiwillig!

Huawei ohne Android-Lizenz

Die Trump-Regierung hat im Zuge ihres Handelsstreits mit China das Unternehmen Huawei kurzer Hand auf die „Black List“ gesetzt. US-Firmen dürfen daher ohne Genehmigung der Regierung keine Geschäfte mehr mit Huawei machen. Die Folge: Smartphones der chinesischen Marke steht ab sofort kein vollständiges Android-Betriebssystem mehr zur Verfügung; davon sind auch alle gängigen Apps von Google betroffen. Diese Nachricht brachte die Android-Welt zum Zittern, doch Google gab in einem kurzen offiziellen Statement ein wenig Entwarnung:

Das Lizenzverbot betrifft demnach keine Geräte, die bereits verkauft wurden oder im Lager auf ihren Verkauf warten. Wer also ein Huawei-Smartphone besitzt, kann auch weiterhin den Google Play Store, Google Play Protect usw. nutzen. Zu diesen Geräten zählen beispielsweise folgende:

• Huawei P20 lite
• Huawei P20 Pro
• Huawei P30 lite
• Huawei P30 Pro
• Huawei Mate 9
• Huawei Mate 20
• Huawei Mate 20 lite
• Huawei Mate 20 Pro
• Huawei Y6

Huawei ist es allerdings nicht mehr erlaubt, neue Versionen von Android auf den Geräten zu veröffentlichen und damit steht wahrscheinlich kein Update auf das bevorstehende Android Q 10 zur Verfügung.

Wer braucht schon Android – Huawei mit eigenem Betriebssystem

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Huawei-Konzern! Und der reagierte als einer der weltweit größten Telekommunikations- und Netzwerkausrüster erstmal gelassen. Man sei mit Google bereits im Gespräch über eine Lösung.

Und um auch zukünftig nicht mehr auf Googles Betriebssystem angewiesen zu sein, habe Huawei bereits ein eigenes Betriebssystem entwickelt und das könnte bereits im Frühjahr kommenden Jahres einsatzbereit sein. Laut dem Chef von Huaweis Verbrauchersparte, Yu Chengdong, sei das Huawei-OS mit Android-Apps kompatibel.

Und auch die Trump-Regierung ruderte ein klein Wenig zurück und lockerte ihre strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern. Mit „sofortiger Wirkung“ sei schließlich eine Frist von 90 Tagen gemeint.

Und jetzt – alles gut?

Nachdem diese Nachricht erst einmal verdaut war, ließ die nächste Hiobsbotschaft nicht lange auf sich warten. Wie zu lesen ist, stellt auch der Chipentwickler ARM jegliche Zusammenarbeit mit Huawei ein. Chiptechnologien von ARM befinden ich in allen Prozessoren der Huawei-Geräte – auch bei Huawei-Chips aus eigener Entwicklung. Zwar ist ARM in Großbritannien ansässig und gehört dem japanischen Technologiekonzern Softbank, doch die Chip-Designs von ARM enthalten wiederum Technologien, die aus den USA stammen.

Für Huawei wäre das wohl der Super-GAU, denn ohne ARM gibt es keine Mobilprozessoren für den Konzern. Anders als bei einem OS ließe sich dafür auch wohl weniger schnell eine passende Alternative finden. Und auch Microsoft kündigte an, seine Geschäftsbeziehungen mit Huawei zu beenden.

Das Ende vom Lied…

US-Behörden verdächtigten Huawei, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür hat die US-Regierung natürlich noch nicht öffentlich vorgelegt und Huawei wies bislang alle US-Vorwürfe zurück. In diesem Handelsstreit wird es allerdings nicht nur einen Verlierer geben. Schließlich gilt das Silicon Valley als Mekka der digitalen Entwicklung. Doch wer will schon seine Zukunftstechnologien in einem Land gestalten und vorantreiben, in dem restriktive Politik gerade an der Tagesordnung steht? Der sagenumwobene Mythos des Silicon Valley wird damit langsam aber sicher zerstört, und das könnte die USA technologisch ziemlich zurückwerfen.

Die Colorierung für Schwarz-Weiß-Fotos kommt…bald

Doch die Welt ist nicht immer nur schwarz-weiß! Das hat sich auch Google auf die Fahnen geschrieben und bringt eine intelligente Colorierung für Schwarz-Weiß-Fotos – irgendwann jedenfalls.

Ein bisschen mehr Farbe, bitte!

Die Google I/O 2019 ist vorbei und hatte gefühlt 100 Ankündigungen im Gepäck. Bereits auf der Google I/O im vorigen Jahr hatte das Team von Google Photos eine intelligente Colorierungsfunktion für Schwarz-Weiß-Fotos angekündigt – und sie haben Wort gehalten, also beinahe. In Bildern mit Schwarz-Weiß- und Grautönen können Algorithmen Grundfarben erkennen und die Bereiche entsprechend einfärben. Natürlich in bester Qualität – versteht sich! Und was super klingt, will man natürlich gerne ausprobieren. Doch da liegt der Haken, denn ein genauer Zeitraum für die Veröffentlichung des Features wurde nicht genannt. Zumindest nicht genau, denn schließlich könne eine Beta „soon“ folgen.

Doch wie obigem Tweet zu entnehmen ist, nutzen wohl zumindest Google-Mitarbeiter eine erste Version und zeigen eben Beispiele dafür, wie es aussehen könnte. Allerdings ist auch klar, dass noch an einigen Schrauben gedreht werden muss:

(You can see we have some work to do; my grandfather didn’t wear pink pants to his wedding!)

Ja wo bleibt es denn?

Das Feature zur Colorierung ist schon beeindruckend, aber heute auch keine Weltneuheit mehr. Und obendrauf ist sie ja immer noch nicht da! Ob man bei der Ankündigung wirklich nicht abschätzen konnte, wie lange so eine Perfektionierung wirklich dauert?! Nichtsdestotrotz hoffen wir natürlich, das noch nicht verfügbare, neue Feature bald selbst ausprobieren zu können.

Asus hat den Dreh raus!

So eine Kamera im Display nimmt aber auch ganz schön viel Platz ein! Doch Asus schafft Abhilfe und integriert im ZenFone 6 einfach mal eine Pop-up-Kamera. Und nicht nur ausfahren lässt sie sich das Meisterwerk. Laut Hersteller lässt sich die Dualkamera per Motor zwischen Ausgangs- und Endposition um 180 Grad rotieren und anhalten. Verrenkungen beim Fotografieren sind also passé!

Klappkamera und Monsterakku

Wird die Kamera in die entsprechende Richtung gedreht, übernimmt sie die Funktion der Frontkamera. Das Asus-Smartphone verfügt über eine 48 Megapixel- und eine Ultraweitwinkelkamera (125 Grad) mit 13 Megapixeln. Obendrauf ist eine Echtzeit-Verzerrungskorrektur integriert.

Das Smartphone von Asus misst 6,4 Zoll (mit 2340 x 1080 Pixel Bildschirm). Angetrieben wird es von Qualcomms Top-CPU Snapdragon 855 Prozessor. Außerdem wiegt es mit seinem 5000 Milliamperestunden (mAh) starken Akku etwa 190 Gramm. Es gibt verschiedene Versionen mit 6 oder 8 GB RAM und 64 GB, 128 GB und 256 GB Speicher für Fotos, Videos und Co. Mit Android 9.0 (Pie) und in den Farben Silber bzw. Schwarz soll das ZenFone 6 Ende Mai auf den Markt kommen. Ab 500 Euro soll das Smartphone dann über die Ladentheke wandern.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

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