Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Huawei Mate 30 ohne Android, Android 10 Go & Google und die Privatsphäre
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Essen to Go, Kaffee to Go und jetzt auch Android 10 Go. Android 10 Go ist kürzlich erschienen. Man hat am Betriebssystem für Smartphones mit 1,5 GB Arbeitsspeicher vor allem die Performance und die Sicherheit überarbeitet. Auch Huaweis Mate-30-Reihe ist da, allerdings ohne Google-Dienste. Aber es gibt einen Trick, die Google-Play-Services dennoch zu installieren. Und der EuGH hat entschieden: Das „Recht auf Vergessen“ gilt nicht weltweit.

Ready, Steady, Android Go!

Das Android-Go-Ökosystem hat Zuwachs bekommen. Wie zu lesen ist, wurde die Android-10-Go-Edition fertiggestellt. Android Go ist ein Betriebssystem für Smartphones mit 1,5 GB Arbeitsspeicher und weniger. Vor etwa zwei Jahren hat Google das Android-Go-Ökosystem geschaffen, das leistungsschwächere Smartphones in neue Sphären katapultieren und mit der aktuellsten Android-Version versorgen soll. Während die schwächeren Smartphones zuvor mit älteren Android-Versionen in den Handel kamen und damit teilweise schon beim Kauf veraltet und somit unsicher und inkompatibel waren, basiert Android Go immer auf der aktuellsten Version. Der Beginn wurde damals mit Android Oreo gemacht.

Das ist neu

Die Go-Edition von Android 10 soll schon in wenigen Wochen auf den ersten Smartphones zur Verfügung stehen. Im Gepäck hat das neue Betriebssystem eine verbesserte Performance und mehr Sicherheit.

Google soll etwa Optimierungen vorgenommen haben, die dafür sorgen, dass Apps im Vergleich zur Vorversion rund 10 Prozent schneller starten. Zudem erhalten Nutzer der Android-10-Go-Edition eine Verschlüsselungstechnologie namens Adiantum. Mit dieser sei es jedem Einsteiger-Smartphone möglich, Daten zu verschlüsseln, ohne dabei die Performance in Mitleidenschaft zu ziehen.

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Die wichtigsten Apps in Go-Version

Korrespondierend zur Go-Edition liefert der Suchmaschinenriese einige seiner wichtigsten Apps als Go-Variante mit. So können sich Go-Nutzer beispielsweise Texte laut vorlesen lassen. Ebenso ist YouTube in Go-Form mit an Bord und auch das Abspielen von Videos über schmalbandige Netzverbindungen ist auf die Go-Version ausgerichtet. Gallery Go by Google Photos ist eine abgespeckte Version der Fotos-App, die ohne Netzverbindung auskommt und Fotos automatisch nach Objekten und Personen sortiert.

Laut Google gewann Android Go in den vergangenen zwei Monaten bereits zunehmend an Dominanz und ist nun in 180 Ländern auf über 1.600 unterschiedlichen Geräten verfügbar. Wer selbst Interesse an der Android-10-Go-Edition hat, findet alle Informationen auf der Homepage von Android.

Huawei Mate 30 – ohne Android?

Huawei hat zwei große Smartphone-Reihen im Sortiment. Die P-Reihe, die traditionell im Frühjahr vorgestellt wird und die Mate-Reihe, die dem Herbst vorbehalten ist. Auch in diesem Jahr bleibt Huawei seinem Schema treu und präsentierte das Mate 30 Pro sowie das leicht schwächer ausgestattete Modell Huawei Mate 30. Allerdings steht bei den neuen Smartphones nicht nur die Kamera und Design im Fokus. Noch etwas ist in diesem Jahr anders – die Software.

Aufgrund des Handelsstreits mit den USA hat Huawei keine Lizenzen zur Installation der Google-Dienste bekommen. Zwar gibt es eine Schonfrist, die auf den 19. November verlängert wurde und amerikanischen Unternehmen wie Google erlaubt, wie gewohnt mit China zusammenzuarbeiten. Allerdings gilt diese Frist nur für Bestandsgeräte, nicht aber für neue Modelle wie das Mate 30 (Pro).

Verkaufsstart in Europa?

Trotz des fehlenden Google-Supports will das Unternehmen die Geräte in Europa anbieten.

Die Smartphons verfügen über folgende Features:

  • Huawei Mate 30: 6,62 Zoll AMOLED Display mit HDR (1.080×2.340 Pixel); Fingerabdrucksensor, HiSilicon Kirin 990 Prozessor; 6GB/8GB RAM; 128 GB Speicher; Kameras: 40MP f/1,8 + 8MP f/2,4 + 16MP f/2,2 + 24MP f/2,0 (Front); 4.200 mAh Akku, kabelloses Laden; IP53-Zertifizierung
  • Huawei Mate 30 Pro (5G): 6,53 Zoll AMOLED Display mit HDR (1.080×2.340 Pixel); Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner, HiSilicon Kirin 990 (5G) Prozessor; 8GB RAM; 128 GB/256GB Speicher; Kameras: 40MP f/1,6+ 8MP f/2,4 + 40MP f/1,8 + 32MP f/2,0 (Front); 4.500 mAh Akku, kabelloses Laden; IP68-Zertifizierung

Während das Mate 30 mit LTE und 8GB RAM für 799 Euro über die Ladentheke wandert, gibt es das Mate 30 Pro mit 5G-Support, 8GB RAM und 256 GB Speicher für 1.199 Euro auf dem Markt (ohne 5G kostet das Mate 30 Pro 1.099 Euro).

So kann man Google Play Services trotzdem installieren

Doch ganz ohne die Google-Dienste muss man dann doch nicht auskommen. Aktuell macht ein Video die Runde, in dem erklärt wird, wie man die Play Services dennoch installieren kann.

DOCH ACHTUNG! Der GROßE HAKEN an der Sache sind die Rechte, die man hier vergibt. Keiner kann garantieren, dass nicht auch noch andere Software nachgeladen wird oder die Daten anderweitig missbraucht werden. Es heißt nicht, dass dies automatisch der Fall ist, aber ausschließen kann man es auch nicht.

Google siegt vor dem EuGH

Das sogenannte „Recht auf Vergessen“ im Internet gilt in der EU seit 2014. Allerdings ist Google ja bekanntlich ein amerikanisches Unternehmen, weshalb sich der Suchmaschinenriese geweigert hatte, die Suchergebnisse auf Anfrage von Betroffenen weltweit zu löschen. Nun hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Google das Privatsphäre-Recht nicht umsetzten muss – zumindest nicht global.

Hallo, Privatsphäre?! – nicht für Google

2016 hatte die französische Datenschutzbehörde eine Geldstrafe von 100.000 Euro gegen Google verhängt, da das Unternehmen, selbst auf Anfrage von Betroffenen weltweit, die Suchergebnisse nicht löschen wollte. Stattdessen war der US-Konzern dagegen vorgegangen, weshalb sich französische Richter wiederum an das höchste europäische Gericht wandten. Schließlich hatte der EuGH 2014 selbst das „Recht auf Vergessen“ im Internet erlassen. Laut diesem Gesetz haben Menschen das Recht, die Suchergebnisse im Internet einzuschränken, wenn nach ihren Namen gesucht wird. Seitdem sind Online-Riesen wie Google dazu gezwungen, Verweise auf Internetseiten mit privaten Informationen unter bestimmten Umständen zu löschen.

Doch was für Europa gilt, muss noch lange nicht weltweit gelten – entschieden zumindest die Richter. Demnach gibt es eine EU-weite aber keine globale Löschpflicht. Google muss die Links zu heiklen persönlichen Informationen in Suchergebnissen außerhalb der EU also nicht löschen.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

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