Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Meltdown & Spectre und die News von der CES 2018
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Wie bei Star Wars gibt es im Cyberspace die Guten und die Bösen. Letztere heißen dort Black Hat Hacker. Ebendiese haben sich auf Kotlin gestürzt und eine bösartige App entwickelt. Die Malware ist die erste ihrer Art. Von Meltdown und Spectre gibt ebenfalls Neuigkeiten. Im Internet kursiert eine Liste, die möglicherweise verrät, welche Smartphones Patches bekommen werden.

Mobile Malware: Ab sofort auch mit Kotlin

Softwareschädlinge, die es auf Smartphones und Co. abgesehen haben, treiben schon eine ganze Weile ihr Unwesen. Jetzt ist ein gänzlich neues Familienmitglied in den weiten des Internets unterwegs: eine bösartige App, die in Kotlin geschrieben ist. Sie scheint die erste ihrer Art zu sein. Sicherheitsforscher bei Trend Micro haben die Malware bei Google Play entdeckt. Im Store tauchen die Samples als Swift Cleaner auf – eigentlich ein Tool, das Smartphones optimiert.

Die Malware tarnt sich als Swift Cleaner. | Quelle: Trend Micro

Dem digitalen Übeltäter namens ANDROIDOS_BKOTKLIND.HRX sind schon zwischen 1.000 und 5.000 Nutzer zu Opfer gefallen. Einmal auf dem Gerät reißt er die Macht an sich: er ist in der Lage, remote Befehle auszuführen, Informationen zu stehlen, SMS zu verschicken, URLs weiterzuleiten und Werbeanzeigen anzuklicken. Besonders perfide: ANDROIDOS_BKOTKLIND.HRX kann Benutzer ohne deren Zustimmung für Premium-SMS-Abonnementsdienste anmelden.

Im Mai 2017 erklärte Google Kotlin noch zur erstklassigen Sprache, um Apps für Android zu schreiben. Die Apps von Twitter, Pinterest und Netflix benutzen Kotlin. Die Programmiersprache ist angesagt und auf dem Vormarsch  – keine Frage. Mit ihr lässt sich einfach arbeiten. Jetzt haben Cyberkriminelle sie offenbar zu ersten Mal missbraucht. Die Sicherheitsexperten bei Trend Micro haben Google vom Sicherheitsproblem im Zusammenhang mit ANDROIDOS_BKOTKLIND.HRX berichtet. Der Konzern hat bestätigt, dass Google Play Protect bereits Schutzmaßnahmen in Stellung gebracht hat, um die Nutzer vor dem Kotlin-Schädling zu bewahren. Wer mehr über die Malware selbst und wie sie funktioniert wissen möchte, bekommt zusätzlich Informationen auf dem Trend Micro Blog. Hier findet sich auch eine Liste der Indicators of Compromise (IoCs). Sie hilft Usern, die bösartige App zu enttarnen.

Neues von Meltdown und Spectre

Die Sicherheitslücke in Chips geht gerade um die Welt und sorgt allerorts für viel Aufruhr. Viele Gerätehersteller liefern schon fleißig Patches aus oder arbeiten fleißig daran. Google hatte mit dem Android-Sicherheitsupdate vom 2. Januar bereits einige Löcher gestopft, um die Nutzer vor Meltdown und Spectre zu beschützen. Jetzt sind die Hersteller gefragt, sie müssen den Patch an ihre Architektur anpassen und ausrollen. Bei modernsten Smartphones macht sich niemand wirklich Sorgen, dass der Update -Kelch an ihm vorübergehen könnte. Ältere Geräte könnten allerdings, wie so oft bei Android-Aktualisierungen leer ausgehen. Die Lücke bleibe damit weiterhin bestehen. Der GoogleWatchBlog berichtet von einer Liste, die Auskunft geben könnte. Zusätzliche Informationen und ein Online-Tool liefert die Webseite Ricompro. Dort lassen sich Updates für die aktuellen Smartphones von  Samsung, Apple, Huawei, Honor, LG, HTC und Motorola abfragen.

Smartphones, die möglicherweise einen/keinen Patch erhalten | Quelle: GoogleWatchBlog

 

CES 2018: Android Things hält Einzug

In Las Vegas steigt aktuell die Consumer Electronics Show (CES) 2018. Auf er ersten Elektronikmesse des Jahres für die breite Masse ist natürlich auch Android Things mit von der Partie. Einige von Googles OEM-Partnern kündigen ihre ersten Produkte an, die von Android Things unterstützt werden. Diese Produkte basieren auf zertifizierten Android Things System-on-Modules (SoMs), profitieren von regelmäßigen Funktions- und Sicherheitsupdates von Google und haben den Google Assistant und Google Cast nahtlos integriert.

LG stellt beispielsweise stellt sprachaktivierte Lautsprecher mit Android Things vor (LG ThinQ WK7 und iHome iGV1). Schlüsselfertige Hardwarelösungen, die auf der Qualcomm SD212 Home Hub Platform, MediaTek MT8516 und Rockchip RK3229 SoM basieren, sind für Assistent und Cast zertifiziert. NXP i.MX 8M wird demnächst folgen. Drei von Googles Original-Design-Manufacturer-Partner, Tymphany, Goertek und Tonly, haben auf der Grundlage dieser SoMs vollständige Lautsprecher-Referenzdesigns entwickelt, um die Entwicklungskosten und die Time-to-Market weiter zu reduzieren.

Google hat anlässlich der CES auch Neuigkeiten in Sachen Google Assistant parat. Assistant bekommt mithilfe von Android Things Smart Displays. In die neuen Geräte sind Assistant und Cast eingebaut. Ein Touchscreen bringt zusätzliche Möglichkeiten für den User. Smart Displays von JBL, Lenovo, LG (alle basierend auf der Qualcomm SD624 Home Hub Platform) und Sony (basierend auf dem MediaTek MT8173 SoM) werden noch in diesem Jahr erhältlich sein.

Mehr smarte Lampen, Stecker und Thermostate bitte

Seit ein paar Jahren ist das Thema intelligentes Haus ein Dauerbrenner. Höchstwahrscheinlich wird es in Zukunft immer mehr an Bedeutung und Präsenz gewinnen. Nicht umsonst sind beispielsweise die Heizungshersteller längst auf den Zug aufgesprungen und präsentieren ihren Kunden per Smartphone fernsteuerbare Produkte. In Sachen Backofen, Trockner oder Kaffeemaschine ist Smart Home schon fast ein alter Hut. Der Google Assistant arbeitet bereits mit mehr als 1.500 Smart Devices von über 200 Marken. Das sei allerdings natürlich nur der Anfang, heißt es auf dem Google Developers Blog. Das Unternehmen will sich jetzt ebenfalls darauf konzentrieren, Dinge wie Lampen, Stecker oder Thermostate zu unterstützen. Eine Reihe neuer Gerätetypen, wie Kameras, Geschirrspüler, Trockner, Staubsauger und Waschmaschinen bekommen schon ab sofort direkten Support. In der Praxis heißt das, User können via Google Assistant alle Geräte in ihrem Haus steuern. Um diese neuen Integrationen zu unterstützen, erweitert Google auch die unterstützten Geräteeigenschaften um: Kamerastream, Dock, Modi, Runcycle, Szene, Start/Stop und Toggles.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

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