Landing Pages zum Bewerben von mobilen Apps

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Eine Landing Page im Allgemeinen ist eine für den gezielten Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen an eine klar definierte Bedarfsgruppe optimierte und kompakte Website. Sie dient der bedarfsgruppenspezifischen Produktpräsentation ohne Ablenkung durch weitere Informationen. Landing Pages werden häufig beim Keyword Advertising oder auch im Affiliate-Marketing eingesetzt, um die Konversionsraten zu erhöhen. Der Vorteil einer Landing Page gegenüber konventionellen Unternehmenswebsites besteht in der Konzentration auf die Präsentation eines einzigen Angebots. Welche Vorteile Ihnen eine Landing Page sonst noch bietet, lesen Sie im nachfolgenden Artikel.

Durch die konzentrierte Darstellung eines einzelnen Angebots kann die Aufmerksamkeit des Landing-Page-Besuchers gezielt auf ein Produkt gelenkt werden. Je präziser der Fokus auf ein bestimmtes Produkt gelegt wird, desto erfolgreicher ist in der Regel die Erzeugung gezielter Konversionen. Während auf konventionellen Unternehmenshomepages vielerlei Informationen bereitgestellt werden, die dem User eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten eröffnen, verfügen Landing Pages über einen sehr reduzierten Fokus. Eines der wesentlichen Elemente einer Landing Page ist die Integration von Response-Elementen wie z. B. Anfrageformularen, Call-Back-Buttons etc., die die Interaktion mit dem potenziellen Kunden sicherstellen. Sowohl die Erstellung als auch die Optimierung von Landing Pages gestaltet sich wesentlich einfacher und kostengünstiger als bei herkömmlichen Unternehmenswebsites mit hoher Informationsvielfalt. Viele Unternehmen stellen sich die Frage, ob die Programmierung einer mobilen App für ihr Unternehmen überhaupt sinnvoll ist. Fakt ist jedenfalls: Die Aufmerksamkeit der breiten Masse für die mobile Welt und somit auch für mobile Apps nimmt, nicht zuletzt auch durch den kürzlichen iPad-Hype, stetig zu. Allerdings sind die mobilen Apps als Zugangsvehikel zu Unternehmens-Content nicht ganz unumstritten. Insider diskutieren über die mobile App Economy und darüber, ob mobile Apps als perfide Content-Zensur gesehen werden sollen oder höhere Benutzerfreundlichkeit liefern, andere wiederum fragen, wie man die breite Masse der Prosumer in die Plattformstrategie einbindet. Es ist davon auszugehen, dass sowohl die Diskussion um die Bedeutung, Notwendigkeit und Nachhaltigkeit mobiler Apps, genauso wie der Hype darum, weiterhin anhalten und stark wachsen wird (vgl. Meyer-Gossner 2010). Doch was gehört zu einer erfolgreichen Landing Page überhaupt dazu? Das wollen wir nun besprechen.

Prototyping/Wireframing

Im ersten Schritt sollte man sich Gedanken machen, wie die zukünftige Landing Page zur Vermarktung einer mobilen Anwendung aussehen könnte. Zur Ideenfindung bietet es sich an, zunächst einen visuellen Prototypen/Wireframe zu erstellen. Als erstes sollte dabei der Prototyper/Designer den Blick auf die wesentlichen Elemente der Landing Page lenken. Für ein auf Konversion optimiertes Prioritätensystem kann man vier Levels in Form von Graustufen einsetzen. Jedes Level/jede Graustufe steht dabei für einen unterschiedlichen Aufmerksamkeitswert, der beim Besucher der Landing Page ausgelöst werden soll (Abb. 1).


Abb. 1: Legende (Konversion Priorität)

Nach dem konversionsoptimierten Prioritätensystem wird nun die erste Version des Prototypen/Wireframes für die Landing Page erstellt (Abb. 2). Bei der Erstellung des Prototypen/Wireframes wird nun entschieden, welche Elemente „Above the fold“ oder „Below the fold“ zu sehen sind. Der Besucher soll hin zur eigentlichen „Call to Action“ geführt werden. In diesem Fall ist das der „Download“ der mobilen Anwendung. Alle Schwachstellen wie Fokus, Relevanz und Konversion werden im Vorfeld identifiziert und können geschickt umgangen bzw. verbessert werden, bevor auch nur die erste Designversion erstellt oder eine Codezeile geschrieben wurde.


Abb. 2: Erster Prototyp/konversionsoptimierter Wireframe für eine Landing Page

Ziel des Prototypen/Wireframes ist es herauszufinden, wie man den Besucher auf der Landing Page halten und dazu animieren kann, ein Produkt zu kaufen oder downzuloaden. Wichtig dabei ist es, den Besucher nicht zu sehr abzulenken und klar zu vermitteln, was ihn erwartet. Es sollte eine konkrete Handlungsaufforderung erfolgen, die nahe an den Trust-Elementen positioniert ist (Abb. 3).


Abb. 3: Besucher Richtung Konversion führen

Aufmacherbild: BERMUDA – SEPTEMBER 13: A United Airlines flight ready to land von Shutterstock/ Urheberrecht: Ritu Manoj Jethani

[ header = Design & Produktvisualisierung ]

Design

Die Hersteller bringen ständig neue Geräte mit innovativen, professionellen und modernen Designs hervor. Deshalb sollten Sie auch eine anregende Landing Page für Ihre mobilen Apps erstellen. Konzentrieren Sie sich bei der Designerstellung Ihrer Landing Page auf die Bedürfnisse, Emotionen und Erwartungen der von Ihnen fokussierten Bedarfsgruppe und richten Sie Layout, Farben und Grafiken der mobilen App daran aus. Der gezielte Einsatz von Designelementen unterstützt die Kommunikation der Kernbotschaft und die Konversion (Abb. 4).

  • Zeigen Sie ein Bild des Geräts und der mobilen App: Indem Sie ein Bild des Geräts (iPhone, iPad, Android Phone etc.) zeigen, weisen Sie den Besucher der Landing Page direkt darauf hin, dass er sich auf einer Seite befindet, auf der er eine Anwendung für sein iPhone, iPad oder Android finden und kaufen kann. Außerdem können Sie mithilfe von Videos oder Screenshots demonstrieren, wie die mobile App auf dem Display des jeweiligen Geräts wirkt.
  • Nutzen Sie Bullets, um die Kernpunkte hervorzuheben: Das Lesen langer Texte ist – insbesondere auf relativ kleinen Displays – anstrengend und schreckt viele User ab. Für den Besucher einer Landing Page, den potenziellen App-Nutzer, müssen sich innerhalb der ersten Sekunden Inhalt und Mehrwert der mobilen App erschließen. Hierfür ist es hilfreich, die wichtigsten Funktionen Ihrer mobilen App in wenigen, präzise formulierten Aufzählungspunkten zusammenzufassen und diese am Anfang der Landing Page zu platzieren, um dem User auf den ersten Blick den Nutzen der mobilen App zu vermitteln. Sparen Sie sich detailliertere Informationen für einen Abschnitt weiter unten auf der Page auf! Eine sinnvolle und nach Themenbereichen gegliederte Landing Page, auf der jeder Themenbereich durch klare Überschriften gekennzeichnet ist, erhöht die Benutzerfreundlichkeit. Insbesondere auf langen Landing Pages ist es aus verschiedenen Gesichtspunkten wichtig, die „Call to Action“ (direkter Kauf oder Download) im Verlauf der Seite mehrmals zu wiederholen. Das steigert die Nutzerfreundlichkeit, da der User – hat er eine Kaufentscheidung getroffen – nicht gezwungen ist, zum Seitenanfang zurück zu scrollen. Zweitens ist unklar, an welchem Punkt bzw. aufgrund welcher Impulse der Konsument seine Kaufentscheidung trifft und so dient die stetige Wiederholung des „Call to Action“-Buttons der Konsumstimulation, indem der Kunde an markanten Punkten der Landing Page wiederholt auf deren Zweck und das Produkt hingewiesen und zu einer Kaufentscheidung aufgefordert wird.

Produktvisualisierung

Bilder sagen mehr als 1000 Worte! Effektive Landing Pages arbeiten mit Bildern und Videos, um dem User gezielt den Nutzen des jeweilige Produkts bzw. der jeweilige Dienstleistung zu vermitteln. Auf Landing Pages sollten aussagekräftige und klare Bilder eingesetzt werden, um die Attraktivität zu erhöhen. Der Besucher bekommt so einen besseren und schnelleren Überblick über das Produkt und die Botschaft, die Sie mit Ihrer Landing Page vermitteln möchten. Es gilt, dem Besucher der Landing Page zu demonstrieren, inwiefern die mobile App ein reales Problem zu lösen vermag. Heben Sie die besten Features Ihrer App mit Bildern, Screenshots und kurzen, präzise formulierten Erläuterungen gezielt visuell hervor (Abb. 5). Außerdem kann – wie eine Studie von eyeviewdigital.com belegt – der Einsatz von Demo-Videos auf Landing Pages die User-Bindung um mehr als 80 Prozent erhöhen. Durch den Einsatz von Videos kann die Verweildauer der Landing-Page-Besucher gesteigert und so die Etablierung Ihrer Brand Message im Unterbewusstsein potenzieller Kunden gefördert werden. Jedoch sollten Sie darauf achten, dass die Videos aussagekräftig und nicht zu lang sind. Empfehlenswert, so nahezu einheitlicher Konsens von Landing-Page-Experten, seien Videos bis zu zehn Minuten.


Abb. 4: Produktvisualisierung

[ header = Vertrauensbeweise ]

Vertrauensbeweise

Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung und Social Proof ist durchaus als eine der stärksten Trigger der Konsumpsychologie zu betrachten. Gerade im Consumer Engagement geprägten Markt kommt oft die Frage: „Hast Du eine gute App gefunden?“ Sobald diese gezeigt wird, wird sie auf dem eigenen Device installiert, gestestet und (manchmal) bewertet. Schnell kann sie im Ranking steigen und die gewünschte Marken-Aufmerksamkeit durch die App-Economy generieren (vgl. Meyer-Gossner 2010). 

Gibt es Gütesiegel, Zertifikate oder Referenzen, die Sie auf Ihrer Landing Page unterbringen können? Was sagen zufriedene Kunden? Social Permalinks beispielsweise stellen eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten dar, um für Ihre Qualität zu werben, potenzielle Kunden zu akquirieren und von Ihren Produkten zu überzeugen. Eine durchaus gute Quelle für kurze, aussagekräftige und ehrliche Referenzen ist beispielsweise auch Twitter. Darüber hinaus ist es zu empfehlen, die Anzahl der Kunden und/oder die Anzahl der Besucher der Landing Page präzise zu nennen, Zufriedenheitsanalysen durchzuführen und diese zu kommunizieren und ggf. z. B. ein Facebook-Widget auf der Landing Page zu integrieren (Abb. 6).


Abb. 5: Social Proof

Kundenkontakt und -service

Service und Support sind für den heutigen Konsumenten mittlerweile Standard. Je mobiler die Kunden, desto mehr benötigen sie den schnellen Zugriff auf Markenservices. Und je schneller der Konsument relevante Kontaktdaten findet, umso zufriedener und weniger „abwanderungswillig“ ist er/sie (vgl. Meyer-Gossner 2010). Offerieren Sie Ihren Kunden auf der Landing Page neben Telefonnummer und E-Mail-Adresse weitere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme wie beispielsweise Kontaktformulare, Twitter und Facebook. Wollen Sie ganz persönlichen Kontakt zu Ihren Kunden herstellen, können Sie auf der Landing Page auch einen Live Chat einrichten. Ausgezeichneter Kundenkontakt weckt Vertrauen beim Konsumenten, bestärkt in der Regel die die Kaufentscheidung und führt häufig zu positiven Rückkopplungseffekten. Kunden, die auf Ihre Homepage zurückkehren, um dort Kontaktinformationen einzuholen, können so auch auf weitere, von Ihnen erstellte Apps aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus ermöglichen Plattformen wie Facebook und Twitter einen regelmäßigen und fortwährenden Kundenkontakt, die stetige Kommunikation neuer Entwicklungen und intensive Kundenstimulation.

Verweisen Sie auch auf Ihre anderen Produkte

Häufig wird von Landing-Page-Experten empfohlen, auf die Darstellung weiterer Produkte zu verzichten, da dies den Kunden ablenken könnte. Erfolgt die Präsentation weiterer, von Ihnen angebotener Produkte jedoch auf eher subtile Art und Weise kann dies jedoch zu einer Steigerung der Konversion beitragen. Weisen Sie Ihren Kunden im unteren Teil Ihrer Landing Page auf weitere, von Ihnen erstellte Produkte hin. So zeigen Sie Ihrem Kunden, dass Sie über verschiedene Fähigkeiten verfügen und weitere, für ihn eventuell ebenfalls nützliche Produkte vertreiben. Dies kann bei dem Kunden positive Assoziationen herbeiführen, das Vertrauen in Ihre Produkte stärken und hierdurch die Kaufentscheidung positiv beeinflussen (Abb. 6).


Abb. 6: Kontakt und Produktverweise

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