Skype behindert die Verbreitung von IPv6
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Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Windows Live Messenger demnächst in den Ruhestand gehen und endgültig von Skype abgelöst werden soll. Und tatsächlich ist Microsofts VoIP-Dienst populärer denn

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Windows Live Messenger demnächst in den Ruhestand gehen und endgültig von Skype abgelöst werden soll. Und tatsächlich ist Microsofts VoIP-Dienst populärer denn je: Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen nutzen Skype regelmäßig, um Telefonkosten zu sparen und ihren Gesprächspartnern während der Unterhaltung ins Gesicht blicken zu können.

Doch da gibt es ein nicht besonders kleines Problem: Skype unterstützt noch immer kein IPv6. Das hat zur Folge, dass einerseits einige Nutzer den Messaging-Dienst bald nicht mehr nutzen können, Skype andererseits aber auch der weiteren Verbreitung des Internet Protocol Version 6 im Wege steht. So stellt Cameron Byrne von T-Mobile fest:

Yet another year goes by, and Skype still remains one of the most popular apps, and thus its ipv4 dependence blocks meaningful ipv6-only adoption. Skype is the poster child of ipv4 dependence. This engineering failure at Microsoft (owns Skype) pushes cost on to other actors in the internet ecosystem and is a market failure where a more costly and more cgn broken internet is the result.

Dabei ist IPv4, der direkte Vorgänger von Version 6, doch eine tickende Zeitbombe, der Vorrat der etwas über vier Milliarden zu vergebenden IPv4-Adressen neigt sich nämlich so langsam dem Ende zu. Das Asia Pacific Network Information Center (APNIC) beispielsweise hat schon seit April 2011 keine IPv4-Adressen mehr frei und greift seitdem auf die neuste Version des Internet Protocols zurück. Ganze 340 Sextillionen mögliche Adressen gibt es hier – bis die verbraucht sind, dürfte es wohl noch etwas dauern.

So besteht also auch für Microsoft dringender Handlungsbedarf. Sowieso ist fraglich, wieso man die IPv6-Kompatibilität nicht schon längst in Skype eingebaut hat, denn immerhin funktionieren Lync 2013, eine Art Skype speziell für das Unternehmensumfeld, Windows 8 und sogar einige frühere Windows-Versionen schon seit Längerem mit IPv6. Technisch möglich dürfte es also sein.

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