Stolperfalle beim Mobile-UX-Design – diese 7 Fehler sollte man vermeiden
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Egal, ob für Web oder Mobile – die User Experience spielt eine wichtige Rolle. Doch gerade Entwickler von Mobile Apps unterliegen verschiedenen Einschränkungen, angefangen von der Größe des Displays, der Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer und den Einschränkungen bei der Steuerung des User Interfaces.

Kein Wunder also, dass die Verbesserung der User Experience auf Mobile Devices oft ein Lernprozess voller Versuche und Irrtümer ist. Wie man dabei die typischen Stolperfallen umgehen kann, erklärt Lynn Wang anhand sieben häufiger Fehler beim Erstellen der Mobile-UX.

7 typische Mobile-UX-Fehler

Apps für Mobile-User zu gestalten – und später zu verändern – stellt viele Entwickler vor eine Herausforderung. Nicht umsonst gibt es darum unzählige Listen mit Best Practices und Tipps, welche Stolpersteine beim Mobile-Design man besser versucht, zu vermeiden. So nennt Lynn Wang zum Beispiel die folgenden sieben gängigen 7 Mobile-UX-Fehler:

Fehler 1: die Annahme, dass User sich einloggen müssen

Natürlich bietet es zahlreiche Vorteile, wenn sich User für die Nutzung einer App einloggen müssen, allerdings finden gerade Mobile-User diesen Vorgang mühevoll – und nicht wenige lassen sich davon abschrecken und wechseln zur App der Konkurrenz. Viele Apps bieten dem Nutzer darum die Auswahl zwischen dem Anmelden und dem Überspringen der Registrierung, doch auch hier gibt es oft Optimierungsbedarf.

So kann der Verzicht auf den unausweichlichen Sign In für deutlich mehr Conversion sorgen – wie zum Beispiel bei der Hotelbuchungs-App HotelTonight. Zwar steht Nutzern die Anmeldung nach wie vor als optionale Möglichkeit zur Verfügung, durch das Entfernen des erforderlichen Sign Ins konnte sie allerdings ihre Buchungsanzahl um 15 Prozent verbessern.

Fehler 2: die Annahme, dass User mit einem „Wert“ bombardiert werden müssen

Ganz oben auf der Tippliste für die App-Optimierung steht meist neben der Empfehlung, Usern das Überspringen des Anmeldens zu ermöglichen der Tipp, Tutorials einzubinden. Damit soll Nutzern der App deren Wert verdeutlicht und ihnen genau gezeigt werden, was sie alles mit der App anstellen können.

Während solche Tutorials zwar eigentlich dafür gedacht sind, beim Nutzer für mehr Engagement und Interaktion mit der App zu sorgen, kann ihr Entfernen allerdings die Anzahl der User steigen, die sich in der App anmelden oder für einen Dienst einloggen. Gerade bei Apps, die von ihrem Content leben – zum Beispiel Videoapps wie Vevo – ist der Verzicht auf ein Tutorial ratsam. Dazu sagt Lynn Wang:

Trying to convince users of possible value through a tutorial can impede them from getting to the actual value in an app.

Fehler 3: das Kopieren anderer App-Experiences

Grundsätzlich sind die Tipps- und Tricklisten, die sich so im Netz finden lassen ein guter Startpunkt für die Optimierung der App-Experience. Allerdings halten sich viele App-Entwickler minutiös an allerhand Regeln, auch wenn sie gar nicht zur eigenen App passen. Genau deshalb ist es wichtig, bei Optimierung der App-Experience auf User Feedback zurückzugreifen, um neue Testideen zu genieren und ihren Effekt mithilfe von A/B-Tests zu überprüfen.

Fehler 4: unterschätzen, wie lange Updates auf Mobile brauchen

Änderungen bei Mobile-Apps vorzunehmen, kann unter Umständen ziemlich lange dauern, bis sie tatsächlich beim Nutzer ankommen – und genau das wird oft vergessen. Während es bei Web-Applikationen ziemlich einfach ist, bei Problemen die entsprechenden Änderungen vorzunehmen und einzuspielen, durchlaufen Apps auf Mobile Devices einen sehr viel längeren Prozess, bis die neuen Updates ausgegeben werden können. Darum, so erklärt Lynn Wang, ist es wichtig, die App vor dem Release so gründlich wie möglich zu testen:

This makes it all the more important that what you push out has been thoroughly tested and proven to improve the experience, rather than detract from it.

Erreicht wird das zum Beispiel mit entsprechend gestalteten A/B-Tests und Beta-Testing.

Fehler 5: Redesigns ohne User Feedback und Daten durchführen

Angesichts der immer größeren Menge an Apps auf dem Markt haben App-Entwickler oft das Bedürfnis, Redesigns durchzuführen, damit die App nicht veraltet und das Design längst überholt wirkt. Doch gerade bei Mobile Apps ist das oft risikoreich, eben weil man nicht problemlos zum vorigen Stand zurückkehren kann.

User Feedback ist darum das A und O, wenn ein Redesign anstatt. So kann man besser einschätzen, was die Nutzer von der App erwarten oder sich von ihr wünschen. Das birgt ein deutlich geringeres Risiko, als sich einfach ohne die entsprechenden Daten an die Umgestaltung zu machen.

Fehler 6: Responsiveness nicht als Priorität ansehen

Mobile User erwarten, dass Mobile Apps mindestens genauso schnell – wenn nicht gar schneller – laden als eine mobile Website und sofort auf Useraktionen reagieren. Viele Mobile-Nutzer verwenden Apps, wenn sie unterwegs sind und sind dementsprechend schnell vor anderen Einflüssen abgelenkt. Genau darum sind die Geschwindigkeit und die Responsiveness bei Mobile Apps enorm wichtig, um dem Nutzer einen möglichst schnellen, ablenkungsfreien Weg zum Ziel zu bieten.

Fehler 7: Aufmerksamkeit der User nicht direkt vor wichtigen Conversion-Points zu fesseln

Jede App hat bestimmte Conversion-Points, zum Beispiel die Anzahl von Buchungen, Anmeldungen, gesehener Videos oder erhaltener Ratings. Um sicherzugehen, dass die eigene App die größtmögliche Anzahl an Conversion generiert, sollte ein Flow entwickelt werden, der die Aufmerksamkeit der User direkt vor einem wichtigen Punkt im Conversion-Prozess fesselt.

Solche „surprise and delight“ Momente, die etwa direkt nach dem erfolgreichen Abschluss einer Bestellung oder Buchung eingesetzt werden, sorgen dafür, dass der User die eigene Marke mit positiven Emotionen verbindet und so auch später gerne zurückkehrt.

Die Optimierung der User Experience für Mobile User spielt also eine große Rolle. Oft genug kommt es dabei zu typischen UX-Fehlern, die den Erfolg einer Mobile-App einschränken. Werden die genannten Fehler allerdings so gut es geht vermieden, dürfte der Verbesserung des eigenen Produkts nichts mehr im Weg stehen – insbesondere wenn man bedenkt, dass die Verbesserung der User Experience ein kontinuierlicher Prozess ist und meist nicht über Nacht erreicht wird.

Aufmacherbild: Chalkboard On The Wooden Table Written Avoid List von Shutterstock / Urheberrecht: underverse

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