Windows Phone 8.1: Neuheiten für Anwender und Entwickler
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Die beiden Plattformen Windows Phone 8 und Windows 8 verfügten schon länger über einen großen Teil an gemeinsamen Windows-RT-API Funktionen. Mit Windows Phone 8.1 und Windows 8.1 wachsen die beiden Plattformen noch enger zusammen. Welche Auswirkungen diese Annäherung für uns Entwickler auf vorhandene und auf neue Apps hat, soll im Folgenden etwas genauer betrachtet werden.

Wie bereits bei der Einführung der Plattform Windows Phone 8 alle Windows-Phone-7.x-Apps unter dem neuen Betriebssystem weiter ausgeführt werden konnten, können auch alle Windows-Phone-8.0-Apps künftig unter dem neuen Betriebssystem Windows Phone 8.1 ausgeführt werden.  Je nachdem wie viele der neuen Funktionen und Features in einer App verwendet werden sollen, ist es nicht zwingend erforderlich, mit der Entwicklung einer vorhandenen App auf das neue Betriebssystem 8.1 umzusteigen.

Mit Windows Phone 8.1 kommen weitere Application Models dazu. Das für Entwickler mobiler Anwendungen wahrscheinlich interessanteste Model sind die Universal Apps. Es vereinigt nicht nur den Programmcode einer Windows-8-Tablet- und einer Windows-Phone-App sondern auch die verwendeten Icons, das Packageformat und die Veröffentlichung. Das API für die Windows-8- und Windows-Phone-Apps wird mit der kommenden Version für alle Apps ab der Version 8.1 vereinigt, sodass der Programmcode auf beiden Plattformen gleichermaßen lauffähig ist.

Für Entwickler einer bereits auf dem Markt befindlichen Windows-8-App bietet die neue Plattform eine sehr einfache Möglichkeit, mittels Update des Projektes zusätzlich zur Windows-8.1-Plattform auch die Windows-Phone-Plattform zu unterstützen.

Aber nicht nur der Programmcode kann geteilt werden, darüber hinaus sollen auch die Dienste bei der Bereitstellung einer App zukünftig von beiden Plattformen gemeinsam verwendet werden können. Microsoft sprach auf der Build 2014 von den Shared App Services, die unter anderem folgende Punkte enthalten sollen:

  • eine gemeinsame Windows-Store-Registration
  • vereinheitliche Push-Dienste auf der Windows-Plattform (WNS)
  • ein gemeinsames App Roaming (plattformübergreifend)
  • geteilte App-Identitäten (plattformübergreifend) 

Dazu kommen diverse Verbesserungen und Erweiterungen der Plattform. Apps werden unter Windows Phone 8.1 mit der Back-Taste immer resumed und nicht länger beendet. Soll eine App wirklich beendet werden, kann diese mit dem neuen Task-Manager geschlossen werden. 

Das Multitasking und die Ausführung im Hintergrund wurden erweitert.  Apps können ereignisbasiert ausgeführt werden. Eine App kann sich bei bestimmten Ereignissen anmelden, an denen diese App interessiert ist. Tritt eines dieser Ereignisse ein, wird die App ausgeführt, um auf das Ereignis zu reagieren. Mögliche Ereignisse können dabei ankommende Push-Mitteilungen sein, die vor dem Anzeigen eines Toasts von der App verarbeitet werden sollen oder auch positionsbezogene Ereignisse. Wird ein bestimmter Bereich betreten oder verlassen, wird die App gestartet, um auf die Positionsänderung zu reagieren. Aber auch Systemereignisse wie das Erkennen von Bluetooth-LE-Geräten, das Ablaufen eines Schedulers oder Änderungen verschiedener Sensoren lassen sich abonnieren.

Aber nicht nur für Entwickler wird es Neuerungen geben. Eines der Highlights ist die Einführung einer persönlichen sprachgesteuerten Assistentin namens Cortana. Benannt wurde diese nach der künstlichen Intelligenz aus dem Spiel Halo, in dem Cortana den Spieler in vielen seiner Missionen begleitet. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch: die Einführung wird in mehreren Stufen erfolgen, beginnend in den USA. So wird Cortana voraussichtlich erst Anfang 2015 in Deutschland verfügbar sein.

Cortana verwendet für die Beantwortung verschiedener Fragen die Suchmaschine Bing. Durch entsprechende Partnerschaften mit Anbietern wie Yelp kann Cortana auch Fragen wie „Wie komme ich zum nächsten Restaurant?“ beantworten. Dabei lernt Cortana mit jeder Frage und Aussage, die wir Ihr mitteilen, immer mehr über uns dazu. Diese Informationen werden in Cortanas eigenem Notizbuch in OneNote abgelegt und können dort eingesehen sowie angepasst werden.

Außerdem gibt es ab Windows Phone 8.1 die Möglichkeit, Apps auf einer SD-Karte zu installieren, der Inhalt des Bildschirms kann mit Hilfe des Screenrecorders aufgenommen werden und Entwickler können mit Hilfe eines APIs auf den Inhalt des Bildschirms zugreifen. Mit der Funktion Quiet hours lässt sich ein Zeitraum festlegen, in dem der Benutzer nicht benachrichtigt werden möchte – inklusive einer VIP-Liste, in der sich Kontakte festlagen lassen, für die diese Einstellung nicht gilt.

Mit der Hilfe neuer Sense-Apps lässt sich der Ressourcenverbrauch einer App genauer bestimmen. So bietet beispielsweise BatterySense die Möglichkeit zu ermitteln, wie viel Energie eine App verbraucht hat. Beim Laden des Telefons mit einer zu schwachen Stromquelle erfolgt jetzt eine Warnung, dass das Ladegerät nicht geeignet ist.

Der Kalender bekommt neben der vorhandenen Monats- und Tagesansicht eine zusätzliche Wochenansicht. Mit Windows Phone 8.1 kommen ebenfalls eine konfigurierbare automatische Freigabe für die Annahme von Inhalten für einzelne Apps via NFC sowie die Unterstützung von VPN-Verbindungen hinzu.

Bei den Apps wird sich auch so einiges ändern. Facebook ist nicht länger integriert, dafür wird die Facebook-App aber vorinstalliert sein. Im Gegensatz dazu ist Twitter tiefer in das System integriert und kann direkt aus dem Kontakte-Hub heraus verwendet werden.

Im Browser gibt es folgende Verbesserungen: HTML5-Videos in einer Webseite werden automatisch im Vollbildmodus wiedergegeben, Passwörter können gespeichert werden und die Advertising-ID lässt sich zum Schutz der Privatsphäre zurücksetzen.

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