Zwei neue Betriebssysteme zwei verschiedene Ansätze – Windows 8 und OS X 10.8 Mountain Lion
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Sowohl Microsoft als auch Apple werden im Laufe des Jahres ein neues Betriebssystem heraus bringen. Laut ZDNet-Autor Adrian Kingsley-Hughes verfolgen die beiden größten Betriebssysteme auf dem Markt

Sowohl Microsoft als auch Apple werden im Laufe des Jahres ein neues Betriebssystem heraus bringen. Laut ZDNet-Autor Adrian Kingsley-Hughes verfolgen die beiden größten Betriebssysteme auf dem Markt mit ihren neuen Veröffentlichungen Windows 8 und OS X 10.8 „Mountain Lion“ komplett gegensätzliche Strategien: Während Apple schon die Früchte seiner erfolgreichen mobile Plattform erntet und auf das Desktop-Betriebssystem überträgt, arbeitet Microsoft noch daran, im mobilen Sektor Fuß zu fassen und überträgt Features der Desktop-Version auf die mobile Variante.

Microsofts Ansatz: Vom Desktop zu Mobile

Windows 8 stellt für alteingesessene Windows-Nutzer ohne Zweifel eine große Veränderung dar. Immerhin haben sich Elemente wie der Start Button, das Startmenü und der Desktop seit nunmehr über einem Jahrzehnt in ihren Eigenarten kaum verändert. Windows 8 beseitigt nun jedoch den Start Button und drängt das Startmenü sowie den Desktop zugunsten des neuen Metro-Startbildschirms in den Hintergrund.

Der Grund: Um endlich auch auf dem mobilen Markt Fuß zu fassen, hat sich Microsoft dazu entschieden, Windows 8 Touch-freundlich zu gestalten. Und dazu musste sich das Betriebssystem erheblich verändern.

Kingsley-Hughes sieht den Versuch, Touch-Optimierung und Desktop-Nutzung in nur einem Gerät zu vereinen, als gefährlichen Balanceakt, den Windows 8 erst einmal zu bestehen hat. Die Steuerung könnte sich seiner Meinung nach sowohl auf mobilen Geräten als auch auf dem Desktop als unkomfortabel erweisen, da schlicht und einfach zu viele Kompromisse gemacht werden mussten, um eine beidseitige Integration zu ermöglichen.

Darüber hinaus zweifelt Kingsley-Hughes an dem Sinn solch einer Integration. Welchen Vorteil bietet schließlich Metro auf einem Desktop-PC? Und welchen Sinn macht es, ein vollständiges Desktop OS auf mobile Geräte zu drücken?

Apples Ansatz: Von Mobile zum Desktop

Während Microsoft sein Betriebssystem für Touch-Geräte optimiert und nun auch auf ihnen zugänglich machen wird, geht Apple den exakt umgekehrten Weg. OS X 10.8 „Mountain Lion“ nimmt bekanntermaßen Features von Apples mobiler Plattform iOS und überträgt sie auf den Desktop. So wurden beispielsweise iMessage, das Notifications Center, Reminders und das Game Center portiert.

Den Grund hierfür sieht Kingsley-Hughes in den unterschiedlichen Marktbedingungen der beiden Konkurrenten Microsoft und Apple. Apple hat 2011 mehr iOS-Geräte verkauft als in den letzten zwanzig Jahren Macs. iOS ist damit eindeutig die stärkere Marke, weshalb es durchaus einen Sinn ergibt, neue Features über das mobile Betriebssystem vorzustellen. Microsoft hingegen ist immer noch unangefochtener Marktführer im Desktop-Geschäft – auf dem mobilen Markt tat sich das hauseigene Smartphone-Betriebssystem Windows Phone bislang schwer.

Welcher Ansatz auf lange Sicht hin erfolgreicher sein mag, wird sich wohl erst in ein paar Jahren beurteilen lassen.

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