Mobiles Arbeiten extrem
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Ab heute geht der Österreicher Florian Grasel (31) auf Reisen: Von seiner Heimatsstadt Wien aus lockt es ihn ins dänische Kopenhagen. Soweit nichts Besonderes, meinen Sie? Doch, denn der SharePoint-Entwickler

Ab heute geht der Österreicher Florian Grasel (31) auf Reisen: Von seiner Heimatsstadt Wien aus lockt es ihn ins dänische Kopenhagen. Soweit nichts Besonderes, meinen Sie? Doch, denn der SharePoint-Entwickler und Geschäftsführer von Smarter Business Solutions will die 1.300 Kilometer in 20 Tagen zu Fuß zurücklegen.

Damit aber noch nicht genug. Auf der Strecke wird er Geschäftspartner und Kunden besuchen und „normal“ seinem Beruf nachgehen. Seinen Arbeitsplatz hat er in Form von Laptop und Handy immer dabei.

Mobiles Arbeiten kennen die meisten von uns: Im Stau E-Mails auf dem Smartphone checken, bei der Geschäftsreise den Laptop im ICE auspacken. Aber Florian Grasel will es auf die Spitze treiben und zeigen: Mobil arbeiten kann man sogar auf einem skandinavischen Feldweg. Grasels Beratung können alle Unternehmen in Anspruch nehmen, die an seiner Laufstrecke ansässig sind. Die komplette Route und offene Termine können auf seinem Blog eingesehen werden. Der Entwickler fordert für seine Beratung zu Themen aus dem Microsoft-Ökosystem, wie beispielsweise zu Office 365, der Cloud oder Windows 8, lediglich Kaffee und Kuchen, um sich hinterher wieder gestärkt seines Weges machen zu können.

Wie Grasel sich das mobile Büro konkret vorstellt? Er wird über sein Windows Phone und Lync jederzeit für Kunden und Mitarbeiter erreichbar sein, via Surface-Tablet Präsentationen und Berichte erstellen und das Projekt-Management über Office 365 dokumentieren. Geplant sind täglich zwei bis drei Blog-Beiträge sowie Statusmeldungen via Twitter. Täglich stehen 50 bis 70 Kilometer Lauf auf dem Plan. Grasel startet seinen Lauf am 15. Januar 2012 im Rahmen der Microsoft Office-Tour in Wien und möchte bei der Keynote der European SharePoint Conference am 4. Februar in Kopenhagen eintreffen.

Windows-Developer-Redakteurin Corinna Kern hat Florian Grasel kurz vor dem Startschuss interviewt.

dot.NET: Florian, wie sind Sie auf die Idee gekommen, auf diese spezielle Art zu belegen, dass mobiles Arbeiten mittlerweile auch unter extremsten Bedingungen möglich ist?

Florian Grasel: Mein Jugendtraum ist es, einmal um die Welt zu laufen. Nachdem ich Firmeneigentümer bin und ich es noch nicht geschafft habe, mich 100% entbehrlich zu machen, möchte ich dennoch Wege finden, diesen Traum in die Realität umzusetzen. Als ich nach Flügen für die europäische SharePoint-Konferenz in Kopenhagen gesucht habe, ist mir auf einmal die Idee gekommen „Ich könnte ja auch einfach hinlaufen und damit mir selbst und anderen beweisen, dass ich während solchen extremen Belastungen auch arbeiten kann.“

dot.NET: Wie stark ist Mobilität in Ihrem Alltag verankert?

Florian Grasel: Ich lebe das Konzept „RunningSharePoint“ insgeheim schon ein ganzes Jahr, laufe jeden Tag in die Arbeit, laufe zu Kundenterminen und trainiere zusätzlich noch fast täglich – bei allen meinen „Wegen“ sind Windows Phone, Surface & Co meine ständigen Begleiter. Scheinbar auch erfolgreich, denn unsere Kunden schätzen unsere ständige Erreichbarkeit sehr.

dot.NET: Wie haben Sie sich auf diese Aktion vorbereitet? Welcher planerische und organisatorische Aufwand steckt dahinter?

Florian Grasel: Wie schon erwähnt, rumort diese grundsätzliche Idee, meine Arbeit mit dem Laufen zu verbinden, schon einige Zeit in mir, und ich konnte schon bei vielen „Trainingseinheiten“ das mobile Arbeiten testen. Die Idee, nach Kopenhagen zu laufen, ist dann doch etwas kurzfristig geboren worden. Damit ich nicht den kompletten Überblick verliere, habe ich dann sofort ein richtiges Projekt, ähnlich einem Kundenprojekt, in Office 365 Preview aufgesetzt und alle Beteiligten integriert. Das war eine sehr gute Entscheidung – wie so oft wurde aus der anfänglich banal wirkenden Idee ein relativ umfangreiches Projekt. Übrigens werden sich einige Blogbeiträge auf runningsharepoint.com genau mit diesem Thema auseinandersetzen und vor allem auch die dabei verwendeten Produkte beleuchten.

dot.NET: Wie genau kommt die Office 365 Preview bei dem Projekt zum Tragen?

Florian Grasel: Der Blog und auch die dahinterliegende Projektplanung laufen auf der Office 365 Preview. Ich bin der Meinung, dass man ein Produkt nur wirklich kennenlernt, wenn man auch effektiv damit arbeitet. Nachdem sich meine Firma hauptsächlich mit SharePoint beschäftigt, war die Wahl des Produktes natürlich sehr einfach und die neue Office-365-Plattform musste her. Das gibt mir zusätzlich gleich die Gelegenheit, über das Aufsetzen, technische Probleme und deren Lösungen und das tägliche Arbeiten zu schreiben. In Kombination mit Geschichten von meinen Lauferlebnissen wird das hoffentlich ein lesenswerter Mix für „Jung und Alt“.

dot.NET: Unterwegs wollen Sie Ihrer ganz normalen Arbeit nachgehen. Hand auf’s Herz: Haben Sie sich auf Worst-Case-Szenarien vorbereitet? Was, wenn zum Beispiel vor einem Termin im skandinavischen Nirgendwo der Laptop-Akku nicht mehr mit spielt?

Florian Grasel: Grundsätzlich bin ich ein unglaublich optimistischer Mensch. Aber natürlich können auf den 1.300 km sehr viele unvorhergesehene Probleme auftreten. Technisch bin ich dank Microsoft Office 365 mit 99,9 Prozent Ausfallsicherheit auf Worst-Case-Szenarien vorbereitet – wenn ich das doch auch von meinen Knochen und Gelenken behaupten könnte…

dot.NET: Was möchten Sie am 5. Februar über Ihre Reise sagen können?

Florian Grasel: Ich möchte aus tiefster Überzeugung sagen können „my office is where I am“ und hoffe, dass dies auch meine Kunden für die Zukunft so sehen. Zusätzlich wäre es nett, mit alteingesessenen Konventionen wie „Ich muss mit Anzug und Krawatte zu einem Geschäftstermin kommen – sonst werde ich nicht akzeptiert“ zu brechen.

dot.NET: Florian, wir wünschen Ihnen Hals- und Beinbruch!

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