Muss wirklich alles im Framework integriert sein?
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Jani Hartikainen hat in seinem Blog CodeUtopia kritisiert, dass viele Entwickler zu sehr auf Framework-integrierte Lösungen bestehen und nicht von externen Drittanbieter-Tools Gebrauch machen. Als Beispiel

Jani Hartikainen hat in seinem Blog CodeUtopia kritisiert, dass viele Entwickler zu sehr auf Framework-integrierte Lösungen bestehen und nicht von externen Drittanbieter-Tools Gebrauch machen. Als Beispiel zitiert er einen ehemaligen Ruby-on-rails-Entwickler, der sich eine Browser-Testing-Library im Stil von Selenium als festen Teil des Zend Frameworks wünscht.

Würde der Entwickler stattdessen gleich auf Selenium setzen, hätte er ein Tool zur Hand, das unabhängig von der zugrunde liegenden Technologie funktioniert – also egal ob Rails, Zend Framework, Django oder etwas anderes. Hartikainen meint, dass solche Anfragen von Engstirnigkeit zeugen und dazu führen, dass sich Entwickler dazu hinreißen lassen, nur im Rahmen ihrer Frameworks zu denken.

Libraries von Dritten sind nur kurzfristig die klügere Wahl

Dabei sei es langfristig besser, sich mit Mehrzweck-Tools zu befassen, statt alles zu integrieren, meint der Finne, Kurzfristig bieten integrierte Libraries vielleicht einen Vorsprung, schnell verflüchtige sich dieser aber wieder.

Seine Leser haben sehr mehrstimmig geantwortet. So heißt es zunächst zustimmend, dass viele Frameworks durch übertriebene Integration zu rigiden Kolossen herangewachsen sind. Es ist jedoch verständlich, wenn man mit neuen integrierten Tools seinen Handlungsspielraum erweitert.

Fat Frameworks often have a very rigid structure, forcing people to work and think in a certain way. As soon as you need to make integration decisions, you may feel strongly inclined to integrate 3rd party tools in a way that makes sense for that framework.

Hartikainen erwidert, dass er es versteht, wenn Entwickler viele Komponenten integrieren, um hinterher ein konsistentes System zu haben, doch soll man nicht vergessen, dass zu starke Spezialisierung auf ein bestimmtes System die Flexibilität kostet – auch die im Kopf des Entwicklers.

PHP-Entwickler und Autor für Sicherheits-Magazine Stelian Mocanita hat heute hinzugefügt, dass große Bundles und modulare Erweiterungen ein natürliches Phänomen sind, wenn man den Grundgedanken hinter PHP betrachtet. Er meint, dass PHP ein erleichterter Einstieg für alle sein sollte, die sich nicht tiefer mit der Materie des Programmierens befassen wollten, um Lösungen zu erschaffen. Nun an diese Leute zu appellieren, weniger mit Plug-ins, Bibliotheken und Treibern zu arbeiten, würde die Idee hinter PHP völlig über Bord werfen. Die meisten Entwickler nehmen die Integration selbst in die Hand, testen und optimieren die neuen Komponenten.

In einem Punkt stimmen Hartikainen und Mocanita indes überein:

Wer nur aus Bequemlichkeit den Code Dritter einbaut, um schneller zum Ergebnis zu gelangen, der wird sicherlich keinen Erfolg haben.

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