Virtual Reality

Apple kauft Metaio – Augmented-Reality statt Pappbrille
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Google treibt die Entwicklung von Cardboard weiter voran und setzt auf eine großflächige Verbreitung im Klassenzimmer. Demgegenüber fokussiert sich Apple mit Augmented-Reality-Anwendungen auf die industrielle und gewerbliche Nutzung. Ein Vergleich.

Während Google auf der I/O 2015 gestern zum Thema Virtual Reality die Neuerungen und Vorhaben zur Google Cardboard groß ankündigte, hat Apple nahezu zeitgleich das deutsche Software-Startup Metaio übernommen, berichtet das Handelsblatt. Das Münchener Projekt, an dem laut TechCrunch über 1000 Entwickler in 30 Ländern beteiligt seien, liefert Augmented Reality Software. Bereits für IKEA oder BMW liefert das Startup eine Art Tracking-Technologie, die imstande ist, reale Bilder, Objekte und Umgebungen zu erkennen, um darin digitale oder virtuelle Informationen in Echtzeit zu integrieren. So werden beispielsweise Möbelstücke ins eigene Wohnzimmer probeweise projiziert, so dass man sich schon mal auf dem Smartphone oder Tablet einen Eindruck von der neuen Einrichtung machen kann.

Pappe statt Google Glass?

Demgegenüber wirkt Googles günstige Cardboard-Pappbrille mit ein Slot für bis zu sechs Zoll große Smartphones fast wie ein Kinderspielzeug in Sachen Virtual Reality – und das aus gutem Grund: Google plant nämlich, die Brille vor allem an Schulen einzuführen. Bereits eine Millionen Exemplare seien eingeführt worden und deutlich mehr werden folgen. Mit der Cardboard auf der Nase gerüstet sollen Schüler von ihren Lehrern durch die Welt geführt und unterrichtet werden. Statt veralteter Atlanten und Tafel fördert Google schon jetzt eine Zukunft, in der Schüler mit ihrem Smartphone vor den Augen lernen sollen. Pappe statt Goggle Glass? Über die Datenbrille wurde auffallend wenig kundgegeben. Während Google mit der Cardboard auf Verbreitung dank günstiger Hardware setzt, versuchen sich Microsoft an Apple gezielter durch Augmented-Reality-Anwendungen zu positionieren.

Apple stellt sich breiter auf als der Wettbewerb

Erst kürzlich stelle Microsoft seine Augmented-Reality-Brille Hololens vor, mit der 3D-Objekten als holografische Elemente in den Raum projiziert werden können und sorgte damit vor allem unter Gamern für Aufsehen. Apple hat nun mit dem Ankauf von Metaio einen deutlichen Schritt Richtung Industrie und Gewerbe gesetzt. Viele Unternehmen dürften daran interessiert sein, ihre Produkte via Smartphone oder Tablet virtuell zu planen und Kunden vorzustellen – eine Brille ist in diesem Zusammenhang gar nicht unbedingt von Nöten. Dennoch kündigte Metaio vor einem Jahr eine Touchscreen-Bedienungen an, die per Wärmesensor funktionieren soll und ebenfalls eine Brille oder dergleichen voraussetzt. Somit dürfte sich Apple sowohl in Sachen Virtual als auch Augmented Reality einen Vorsprung gesichert haben.

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