Studien-Vergleich

Apple profitiert von Malware-Problemen bei Android
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Da Android-Apps, die von Malware betroffen sind, weiter zunehmen, glaubt Apple sich auf der sicheren Seite. Tim Cooks Unternehmen sieht den Sicherheitsaspekt als Verkaufsargument. Ein Vergleich zwischen Android und Apple, der ungleich geführt wird.

Dem aktuellen Security Quartalsbericht des Sicherheitssoftware Herstellers G Data zufolge hat die Verbreitung von Malware auf Android Geräten weiter zugenommen. Jeden Tag werden demnach rund 4900 Malware Samples weltweit in Umlauf gebracht, von denen die Hälfte allein darauf abziele, Zugriff auf Finanzdaten der User zu erbeuten. Bankverbindungs-Trojaner, Ransomware (Zugriffsblockierer) und SMS Trojaner gehören demnach zu den beliebtesten Methoden, um an das Geld der Betroffenen zu gelangen. Ein weiteres Problem stellt Adware dar. Wenn diese Art der Schadsoftware es auch nicht direkt auf die Konten der User abgesehen hat, schleust sie dennoch ungefragt Werbeinhalte auf das Gerät und verkauft Userdaten an Dritte. Vor allem Spiele sind davon betroffen. Probleme fangen sich Android-User meist dann ein, wenn sie sich außerhalb des offiziellen Google Play Shops neue Apps zulegen – das gilt vor allem im asiatischen Raum, aus dem der Großteil der Schadsoftware stammt.

Apple macht sich Androids Probleme zunutze – zu Recht?

Demgegenüber kann Apple und allen voran CEO Tim Cook mit seinem iPhone nur müde lächeln. Bereits auf der letzten WWDC Entwicklerkonferenz machte Cook darauf aufmerksam, dass 99 Prozent aller mobilen Malware Android zukomme. Auch wenn dies in der Runde damals für Erheiterung unter den iPhone-Usern sorgte und nicht gänzlich falsch ist, sehen die Zahlen aus einer anderen Perspektive wiederum etwas anders aus. Laut des Google Reports enthalten gerade mal 0.15% der im Google Play Store heruntergeladenen Apps bekannte Malware. Wer hat nun Recht? Apple geht wesentlich regulativer vor, was die Aufnahme und den Vertrieb im App Store anbelangt. Entweder man hält sich als Entwickler an die Auflagen und kauft als User über den von Apple lizensierten Shop oder man ist als iPhone oder iPad User ziemlich aufgeschmissen. Android handhabt das App-Geschäft vergleichsweise freizügiger. Neben dem Google Play Store gibt es andere App-Shops. User, die über alternative Shops einkaufen, und Google meiden möchten, haben zwar die Möglichkeit, an Apps günstiger heran zu kommen oder auch nicht lizensierte Software zu bekommen, gehen aber zugleich das Risiko ein, sich darüber Malware einzufangen. Apple zwingt seine User gewissermaßen zu mehr Sicherheit, wohingegen Android-User freier agieren können. Dass die Verteilung von Malware deshalb eher auf Seiten von Android zu finden ist, verwundert wenig.

Sicherheit vs. Freizügigkeit

Das Argument für mehr Sicherheit zieht nun allmählich auch im asiatischen Raum, wo User, gewiss auch aus finanziellen Gründen, bisher überwiegend auf Android-Geräte gesetzt hatten. Eine auf Business Insider veröffentlichte Studie des CRR, in der über 850 chinesische Smartphone-User der Mittelklasse befragt wurden, deutet an, dass in Zukunft bedeutend mehr Nutzer auf Apple setzen werden. 54 Prozent der User, die bereits ein Android-Smartphone haben, planen in den nächsten 12 Monaten, sich ein iPhone zuzulegen. 53 Prozent derjenigen, die bereits ein iPhone haben, sind zuvor von Android gewechselt. Gerade mal 4 Prozent mit einem iPhone würde wieder zu Android wechseln wollen.

Auch wenn sich Apple zunehmender Beliebtheit erfreut – nicht zuletzt durch seine Datenschutz-Offensive – hat die restriktive Unternehmenspolitik auch ihren Preis. Die Hardware ist erheblich teurer, die Performance nicht unbedingt viel besser. Hinsichtlich der Sicherheit kann Apple punkten. Was die Freizügigkeit bei der Wahl der Apps und Nutzung sowie das Preisleistungsverhältnis anbelangt, bleibt Android weiter vorn.

Canadapanda / Shutterstock.com

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