Gastbeitrag

Bereit für die digitale Revolution?
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Mobile, Cloud, Internet of Everything: Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Viele Unternehmen werden davon überrollt, doch mit Digital Performance Management (DPM) können sie wieder mit dem Wettbewerb mithalten.

Uber ist heute das weltweit größte Taxiunternehmen, ohne ein Fahrzeug zu besitzen, und Facebook der meistgenutzte Mediendienst, ohne eigene Inhalte einzustellen. Alleine diese beiden Beispiele zeigen, wie die allgegenwärtige Digitalisierung die Geschäftsmodelle und ganze Wirtschaftszweige auf den Kopf stellt. Viele klassische Unternehmen sind von dieser Revolution überfordert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Die neuen Ideen kopieren? Verstärkt auf klassische Vertriebswege setzen? Oder noch unbekannte Startups übernehmen?

Eines steht fest: Sie sollten nicht in Panik verfallen. Besser ist es, die bestehenden Prozesse zu digitalisieren und anhand der Kunden- und Marktanforderungen weiterzuentwickeln. Einen zentralen Bestandteil der digitalen Angebote bilden dabei die auf Webseiten und Apps bereitgestellten Inhalte. Sie sollten möglichst schnell und zuverlässig auf den genutzten Geräten dargestellt werden. Dazu gehören nicht nur Notebooks, Tablets und Smartphones, sondern auch Smartwatches, Fitness-Armbänder oder intelligente Brillen. Zu beachten ist hier eine einwandfreie Anzeige der Inhalte auf den verschiedenen Displays durch Responsive Design, aber auch eine kontinuierliche Aktualisierung und Anpassung durch Content Delivery-Systeme. Zudem haben Nutzer nur wenig Geduld. Sie erwarten, dass die angeforderten Informationen innerhalb weniger Sekunden erscheinen. Sonst brechen sie den Vorgang ab und wechseln spätestens nach mehreren Versuchen zum Wettbewerb. Daher sollten Unternehmen die Performance ihrer Angebote aus Sicht des Endnutzers permanent prüfen.

Verschiedenartige Messwerte ermitteln

Doch heutzutage ist nicht nur die Kenntnis der reinen Performance-Metriken wichtig, Die technische Sicht muss mit der Business-Sicht verbunden werden, um intelligente, zukunftsweisende Entscheidungen zu ermöglichen. Wie verwenden Nutzer die Funktionen? Welche Angebote rufen sie häufiger oder seltener auf? An welcher Stelle brechen viele Anwender den Vorgang ab? Die Antworten auf diese Fragen geben wertvolle Hinweise, welche Produkte und Services erfolgreich sind und ausgebaut werden sollten, welche Vorlieben die Kunden besitzen und welche Prozesse zu optimieren oder umzugestalten sind. Diese Business-Sicht lässt sich durch aktuelle DPM-Tools mit technischen Messwerten korrelieren. Damit zeigt sich meist eindeutig, ob ein Angebot nicht erfolgreich ist, weil es zu langsam zur Verfügung steht oder von den Kunden nicht akzeptiert wird. Im ersten Fall sind die Techniker gefragt, für mehr Performance zu sorgen, im zweiten die Fachabteilungen, attraktivere Produkte zu entwickeln.

Ein Beispiel aus der Praxis: Kontrollierte Marketingkampagne

Die Marketingabteilung hat den Auftrag die neueste Version der Mobilen Android Anwendung für den Online Shop mit einer Kampagne zu promoten. Es steht eine Aussendung an 1 Million registrierter Benutzer an. Anstatt 1 Million E-Mails auf einen Schlag zu versenden, startet man allerdings mit einer kleinen Test Stichprobe von z.B. 10.000 und beobachtet einerseits die Businessmetrik „Neue Downloads und Starts der Android Anwendung“, gleichzeitig aber auch die technische Metrik „Crashes und Probleme in der Android Anwendung“.

Bevor die E-Mail Kampagne vollständig ausgerollt wird, ist deshalb zuerst die Technik am Zug um diese Probleme zu analysieren und zu beheben. Danach kann die Kampagne fertig ausgrollt werden und garantiert damit ein höhere Erfolgsquote.

Metriken sind entscheidend

Die digitale Transformation sorgt also dafür, dass die geschäftlichen Entscheidungen zunehmend auf Metriken basieren. Unternehmen sollten sich sogar schon bei der Konzeption einer neuen Funktion oder eines Angebots überlegen, wie sie den Erfolg messen können. Dabei sind sowohl technische Metriken zu berücksichtigen, um die notwendige Performance zu gewährleisten, als auch Business-Metriken. Metriken stellen auch während der Software-Entwicklung eine reibungslose Continuous Delivery sicher. Hier werden in kleinen Schritten neue Funktionen in die Anwendung eingebaut und den Kunden zur Verfügung gestellt. Ein typisches Beispiel bilden mobile Apps, die nicht mehr in großen Versionsschritten wie PC-Software, sondern fast wöchentlich mit neuen Funktionen und Eigenschaften aktualisiert werden. Damit diese Apps auch nach dem Update performant laufen, wird dies bereits in der Entwicklung durch integrierte Maßzahlen getestet.

Schnelle Softwareentwicklung – Entwicklung zu BizDevOps

So sind alle Phasen und Prozesse der digitalen Angebote metrik-getrieben. Dadurch können Unternehmen schneller auf Probleme und Marktanforderungen reagieren, ohne die notwendige hohe Qualität und Performance zu gefährden oder unnötige Fehler zu erzeugen. Dabei arbeiten im DevOps-Ansatz die Entwickler mit dem IT-Betrieb eng zusammen, um mit Hilfe effizienter Prozesse neue Funktionen auszuliefern. Dieser Ansatz wird neuerdings immer häufiger zu BizDevOps erweitert, wobei auch die Business-Seite intensiv in die Entwicklung und Auslieferung neuer Funktionen eingebunden ist. So gelingt es, die aktuellen Geschäftsstrategien des Unternehmens schon während der Entwicklung in die Software zu implementieren und die entsprechenden Optionen kontinuierlich zu verbessern.

Dieses Rapid Software Development heizt wiederum die digitale Revolution weiter an. So wird es selbst für Schulabgänger immer einfacher, eine gute Geschäftsidee in Form einer App oder neuen Funktion anzubieten. Da die Marktentwicklung dadurch noch schneller vorangeht, sehen selbst Facebook, Google oder Amazon die Gefahr, von der nächsten Innovationswelle überrollt zu werden, wie auf der vergangenen Velocity-Konferenz zu erfahren war. Umso wichtiger ist es für alle Unternehmen, aktuelle Kundenwünsche zu ermitteln und diese über schnell entwickelte, aber hochqualitative und performante Lösungen zu erfüllen. Dies funktioniert heute nur über Continuous Delivery im BizDevOps-Modell mit integrierten technischen und Business-Metriken sowie der Bereitstellung der Angebote in der Cloud. Dabei können sich selbst alteingesessene Unternehmen nicht zurücklehnen, sondern müssen mit der digitalen Revolution mitziehen.

Aufmacherbild: Change Improvement Development Adapting Revolution Concept

via Shutterstock / Urheberrecht Rawpixel

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