#Deutschland25

Das Google Magazin heute im Briefkasten
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Schon mal Post von Google bekommen? Nicht bei Gmail, sondern im Briefkasten liegt heute ein Image-Magazin des Tech-Unternehmens, das sich zur Wiedervereinigung Deutschlands den Themenschwerpunkten der Generation 25 widmet: Technologie, Arbeit, Leben und Google.

Auch heute erhielten wieder alle deutschen Haushalte eine Gratisausgabe der Bildzeitung. Doch dieses Mal war etwas anders, als im Jahr zuvor, als schon mal 42 Millionen Exemplare passend zur WM und Wiedervereinigung verteilt wurden. Denn ein weiteres kostenloses Magazin stahl der Bild heute die Show, um den Jahrestag der Wiedervereinigung zu würdigen. Eine Momentaufnahme zu 25 Jahren deutscher Wiedervereinigung, herausgegeben von – Google. Ein gedrucktes Magazin. Im Briefkasten. Wie retro – wird sich manch einer denken und zugleich wundern, weshalb ausgerechnet Google zum Papier greift.

25 Essays zu Leben, Technik, Arbeit und Toleranz, zusammengestellt aus geposteten Beiträgen der im letzten Jahr gestarteten Aktion #Deutschland25 und durch die Autorin Carolin Würfel redaktionell aufbereitet. Das Magazin stellt  explizit  die Generation vor, die kurz vor oder nach der Wende geboren wurde, und versucht deren Themenschwerpunkte, Interessen und Einflüsse auf Arbeits- und Lebensverhältnisse zu skizzieren. Der Fokus ist vor allem auf die Themenbereiche Technologie, Work-Life-Balance, Sharing, Integration und Chancengleichheit ausgerichtet. Auf jeder Doppelseite werden Kommentare von Schülern, Studierenden und Jungunternehmern aufgegriffen und essayistisch mit einem Resümee über die Ziele und Absichten der Generation präsentiert. Das gesamte Magazin ist ansprechend illustriert und frei von Werbeanzeigen. Schließlich hat Google das Magazin herausgebracht. Dafür steht auch Larry Page als Vorstandsvorsitzender im Impressum.

Generation 25 und der Aufruf zur Chancengleichheit

Statt auf eine lethargische Hipster-Generation Y zu schimpfen, wird im Google Magazin die Generation 25 beschworen. Eine Generation, die sich die technologischen Möglichkeiten zunutze macht, um eine bessere Welt für alle zu schaffen. Tatendrang statt Konsum ist die Devise. 20-Stunden-Woche und Umweltschutz statt stumpfes Schuften im Büro und Fremdenfeindlichkeit. Die Message ist welt- und menschbejahend. Jeder soll Zugang zum Internet erhalten und sich mittels Technologie verwirklichen können. Auf den 25 Seiten Redaktionstext werden die Meinungen der Generation gewürdigt und jegliche Anklänge an das Unternehmen Google möglichst vermieden oder nur indirekt erwähnt. Google selbst taucht gar nicht im Text auf, nur vereinzelt sind in Kommentaren Bezüge zu Youtube zu finden. Vor allem wenn es darum geht, welche Chancen die Video-Plattform für die alle Generation biete, um Inhalte zu verbreiten und Menschen zu erreichen, sei YouTube dasjenige Medium, um Offenheit, Akzeptanz und Breitschaft zu unterstützen, heißt es. Beim Artikel der Aktion #seisowiedubist, ein Aufruf zur Gleichstellung von Homo- und Transsexuellen, heißt es:

Das erste ‚queerblick’-Video auf YouTube war sofort ein Hit und ist bis heute über 13.000-mal angeschaut worden. Seitdem haben 24.000 Menschen den YouTube-Kanal von ‚queerblick.tv‘ abbonniert. Tendenz: rasant steigend.

Bild und Google – zwei Welten in einem Briefkasten

Die Aktion von Google ist das passende Gegenstück zur Bildzeitung, die heute zeitgleich im Kasten lag. Während die Bild großformatige Werbeanzeigen gleich mitgeliefert hat, geht Google es bedeutend subtiler an. Das Magazin ist sehr lesenswert und verschafft auch älteren Generationen einen spannenden Einblick in eine Generation, die sich gerne selbst als Digital Natives bezeichnet und allmählich in das entscheidende Alter kommt, um am wirtschaftlichen und politischen Weltgeschehen mitzuwirken. Bei allem lobenswerten Appel an die Gerechtigkeit, Toleranz und Gleichstellung sollte jedoch nicht vergessen werden, das ein einzelnes Unternehmen das Heft herausgebracht hat – auch wenn Kommentare von freiwilligen Teilnehmern der Aktion arrangiert mit eingebunden wurden.

Google Magazin

Ökologisches Denken steht im Google Magazin hoch im Kurs

Warum setzt Google auf das Magazin?

Dass Google sich mit dem deutschen und europäischen Datenschutzverständnis an vielen Stellen schwer tut, Einfluss auf viele Lebensbereiche durch IoT nehmen möchte und zusehends eine Monopolstellung mit wenigen anderen Unternehmen aufteilt, sollte darüber nicht außer Acht gelassen werden. Aufklärung über Privatsphäre, Datenschutz und eine freie Marktwirtschaft, die nicht allein durch Google und Facebook bereitgestellt wird, findet im Magazin leider kaum Erwähnung. Auch das ist Chancengleichheit. Doch dafür findet sich sicherlich noch in den nächsten Ausgaben Platz, wenn es wieder ein großes Ereignis zu würdigen gibt.

Ein Fazit:

Die Aktion ist gelungen und trifft den richtigen Ton. Die Absichten von Google werden dabei ebenso offenbar wie der Leser des Magazins einen guten Einblick in das Denken und Handeln der Generation bekommt, um darüber vielleicht zielgruppengerechter sein Produkt zu vermarkten. Win-Win-Win-Situation für alle und Google.

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