Datenschutz im Alltag: Buchtipp
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„Was macht ihr mit meinen Daten?“: Diese Frage haben wir uns wohl alle schon einmal gefragt. Sensible Krankheitsdaten, Finanzdaten, Reisedaten oder Polizeidaten lagern in digitalen Archiven und bilden einen immer größeren Datenschatten, den man nicht mehr loswird.

Was macht ihr mit meinen Daten?

Der Grünen-Politiker Malte Spitz wollte herausfinden, welche Daten über ihn gespeichert worden sind – die Ergebnisse seiner Recherche hat er in einem Buch mit dem Titel „Was macht ihr mit meinen Daten?“ zusammengefasst, das nun bei „Hoffmann und Campe“ erschienen ist.

Kontrollverlust

Malte Spitz hat seine Suche nach gespeicherten Informationen nicht nur auf das Internet begrenzt, sondern die alltägliche Datenspeicherung unter die Lupe genommen. Daten, die selbstverständlich von Krankenkassen, dem Einwohnermeldeamt oder von Überwachungskameras im öffentlichen Raum gesammelt werden.

Das Fazit seiner Suche fällt ernüchternd aus: Unternehmen und staatliche Institutionen wissen weitaus mehr über uns, als wir ahnen.

„Ich hab ja nichts zu verbergen“

Diese stille Überwachung führt bei einem Großteil der Gesellschaft zu Resignation. Parolen wie „Ich hab ja nichts zu verbergen“ haben sich eingebürgert.

Wir wissen schließlich nicht, ob und wann der Staat uns bei unseren Unterhaltungen über die Schulter schaut. Dadurch ergibt sich für den Überwacher ein angenehmer Nebeneffekt: Er muss nicht mehr so genau kontrollieren, weil sich ein Großteil sicherheitshalber regelkonform verhält. Die Gefahr, dass jemand aus der Reihe tanzt, sinkt. Überwachung führt damit zu Selbstbeschränkung und Deindividualisierung.

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