Werbung im Netz

Der ethische Werbeblocker – ganz oder gar nicht
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Werbung nervt – darin sind sich die meisten einig. Doch leider geht die Rechnung langfristig nicht auf, sie zu blockieren und trotzdem den Content einer Seite in Anspruch zu nehmen. Ein neuer Werbeblocker bietet einen konsequenten Ansatz, der das Problem in der Anwendung schildert.

Seitdem Apples mobiler Safari-Browser Werbeblocker fürs iPhone und iPad zulässt, hat die Diskussion um eine mögliche Veränderung des Ökosystems im Internet ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Die Kurzfassung: Werbung ist zweifelsohne nervig, verlangsamt die Surfgeschwindigkeit und beansprucht den Akku zusätzlich – und dennoch ist sie für Publisher und andere Seitenbetreiber unentbehrlich, da sie den Content finanziert, der kostenlos für den User bereitgestellt wird. Wenn User durch Werbeblocker alle Anzeigen ausschalten, kann der Seitenbetreiber langfristig sein Angebot nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen. Die Konsequenzen sind, dass Paywalls hochgezogen werden oder der Content ganz verschwindet, wenn Anzeigen nicht mehr die nötigen Einnamen zur Bereitstellung generieren.

Mit dem Update auf iOS 9 stürmten zahlreiche neue Werbeblocker auf den Markt während sich AdBlocker weiterhin zunehmender Beliebtheit bei Android-Usern erfreut. Das Problem ist bei mobilen Geräten wie bei Desktop-Rechnern letztlich das gleiche. Gestern ist für den Chrome-Browser jedoch ein Werbeblocker-Addon erschienen, das nach dem Prinzip ganz oder gar nicht vorgeht und damit einen unmissverständlichen Standpunkt in der Debatte um Werbung vertritt.

Screenshot: https://chrome.google.com/webstore/detail/the-ethical-ad-blocker/chpijkaobnoplgnjpjilbdcklmmpgfla

Screenshot: https://chrome.google.com/webstore/detail/the-ethical-ad-blocker/chpijkaobnoplgnjpjilbdcklmmpgfla

The Ethical Ad Blocker ist eine konsequenter Content-Blocker, der zwischen Usern und Publishern eine für beide Seiten ethisch vertretbares Lösung bietet: Sobald eine Seite über Anzeigen finanziert ist, wird die gesamte Seite – und nicht nur die Werbung – blockiert. Stattdessen erscheint die Nachricht: „Sorry, this page is ad supported“. Dieser drastische Werbeblocker ist für den alltäglichen Gebrauch natürlich vollkommen ungeeignet, da nahezu alle Seiten, die News, redaktionelle Beiträge und andere Content-Angebote führen, nicht mehr angesteuert werden können. Wer The Ethical Ad Blocker jedoch nur einen Tag lang nutzt, versteht womöglich die Tragweite des Problem, das durch die Verrbeitung von Content-Blocker künftig angerichtet werden könnte. Sowohl Seitenbetreiber als auch User sind gefragt, einen Kompromiss zu finden. Aufdringliche, performanceintensive Werbeinhalte, Tracker und andere lästige Maßnahmen sollten reduziert und transparenter gestaltet werden, so dass sie als Werbung zwar wahrgenommen werden, aber der User zugleich weiß, auf welche Seite er weiter verlinkt wird und wie seine Daten genutzt werden. Der User hingegen hat bei den meisten Werbeblockern die Möglichkeit, Whitelists anzulegen, also Freigaben für häufig besuchte Webseiten zu vergeben. So kann der User zumindest die Seiten, deren Inhalte er in Anspruch nimmt, bewusst unterstützen, indem er auch bereit ist, die Werbeinhalte anzeigen zu lassen.

Aufmacherbild: Stop ADS – Red Sign Painted – Open Hand Raised, Isolated on White via Shutterstock, Urheberrecht: Tashatuvango

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2 Kommentare auf "Der ethische Werbeblocker – ganz oder gar nicht"

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[…] auch sehr umstrittenen  – Beitrag leisten. Ein anderes Modell besagt: Ganz oder gar nicht. Ein ethischer Werbeblocker lässt beispielsweise keinerlei Filterung zu. Was in extremen Fällen sogar dazu führen kann, […]

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[…] integriert – allerdings sollte diese Entwicklung angesichts der steigenden Popularität von Ad-Blocking-Software nicht […]

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