Spiele-Tipp: Skifahren

Entwickler spenden Hälfte ihrer Einnahmen für Nepal
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Mit dem Ski-Rennspiel Skiing Yeti Mountain für iOS und Android haben die australischen Entwickler von Featherweight insgeheim eine Spendenaktion für die Erbebenbetroffenen von Nepal gestartet. Nicht nur die Aktion überzeugt, sondern auch das Spiel.

Die einen fahren in den Bergen Ski und halten nach dem Yeti Ausschau, während die anderen ihre letzten Habseligkeiten im erdbebenverwüsteten Nepal zusammensuchen. Was zunächst nach einem ethischen Dilemma klingt, ist nicht weniger als eine ungewöhnliche wie effektive Spendenaktion per Spiele-App für die Überlebenden der jüngsten Erbebenkatastrophe. Laut Pedestrian Daily sind seit dem Launch des Ski-Spiels vor fünf Tagen bereits 9000 US-Dollar für rund 350.000 Downloads gespendet worden – und dass nur, weil die Entwickler von Featherweight Games die Hälfte ihrer Einnahmen in einen Fond für Erdbebenbetroffene fließen lassen. Wer das bisher überschwänglich positiv bewertete Game ohne Werbeeinblendungen spielen möchte, muss für seine Android– oder iOS-Version 3,32 Euro bezahlen. 50 Prozent davon gehen an den Fond. Daneben steht es jedem User frei, darüber hinaus mehr zu spenden; Featherweight Games verlinkt von ihrer Homepage direkt zu Unicef, Oxfam und anderen Hilfsorganisationen.

Skifahren auf dem Smartphone und für Nepal spenden

Die Entwickler von Featherweight Games bezeichnen sich selbst als die pflichtbewusstesten Spieledesigner ihrer Branche. Das haben sie bereits damit beweisen wollen, dass sie während der Entwicklungsphase ihres letzten Games und auch im Alltag römische Legionärskostüme trugen, da sie an dem Gladiatorenspiel Enterchained arbeiteten. In ihrem Promotion-Video haben sie sich die Australier dafür an einer nerdigen Persiflage ihrer eigenen Unternehmenspolitik versucht. Mit Skiing Yeti Mountain dürften sie sich nun durch die Spendenfunktion auch in den „seriöseren“ Kreisen einen Namen machen, zumal das Spiel bisher überaus positiv von den Usern angenommen wurde. Das Gaming-Prinzip ist einfach und schnell erklärt: Mit den Skiern geht es in putziger Retro-Pixelgrafik den Hang im Slalom hinunter, wobei Bäumen, Tieren und anderen Hindernissen ausgewichen werden muss. Einen Yeti gibt’s natürlich auch.

Skiing Yeti Mountain: Altes Prinzip zeitgemäß aufbereitet

Das alles gab’s schon in ähnlicher Ausführung auf dem PC in den 90ern unter dem Namen Skifri – nur ohne Monetarisierung und Spendenaktion, gesteht Tim Kaldor. Der Entwickler hatte vor Featherweight einige Zeit für die Wahlkommission in Nepal gearbeitet. Als sie dann während der Erdbeben an dem Spiel konzipierten, entschieden sich kurzerhand dazu, die Spendenaktion einzubauen – allerdings ohne darauf in der Spielbeschreibung im App Store oder bei Google Play hinzuweisen. Der User merkt nichts davon, wenn er die 3,32 Euro überweist. Mit dem Bewusstsein für die Aktion lassen sich jedoch vielleicht noch mehr zufriedene Spieler und Spender finden, die zugleich eine gute Tat begehen.

 

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