Neue Vorwürfe gegen den Suchmaschinengiganten – diesmal wegen AdWords

Neues EU-Kartellverfahren gegen Google in Vorbereitung
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Die Welle der Beschwerden gegen Google reißt nicht ab. Nachdem bereits vor anderthalb Monaten bekannt wurde, dass die Wettbewerbskommission der europäischen Union möglicherweise eine dritte Untersuchung – diesmal bezüglich Google AdWords, vorbereite – verdichten sich jetzt die Anzeichen für eine Beschwerde wegen Verstößen gegen das Kartellrecht.

Zuerst ging es um Vorwürfe hinsichtlich unlauterer Bevorzugung eigener Shopping-Services, dann um geschäftsschädigendes Verhalten beim Android-Betriebssystem, wofür aktuell eine drei Milliarden Euro-Strafe im Raum steht, und zuletzt um einen ähnlichen Vorwurf Googles Bildsuche betreffend. Jetzt soll sich ein drittes Kartellverfahren gegen den Online-Giganten in Vorbereitung befinden. Dieses Mal könnte es für Google richtig schmerzhaft werden.

Die Vorwürfe

Diesmal steht AdWords, der für das Gros von Googles Umsätzen verantwortliche Werbe-Service, im Fokus der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, so das Branchenportal Bloomberg.com. Mehrere unbekannte Beschwerdesteller sind anscheinend von der Kommission gebeten worden, vertrauliche Daten aus ihrem Beweismaterial zu entfernen, damit dieses an Google weitergereicht werden könne. Eine solche Bitte gilt gemeinhin als Indiz dafür, dass Material für eine konkrete Beschwerde zusammengestellt wird.

Inhaltlich geht es bei der bereits vor fünf Jahren erstmals angekündigten Untersuchung um Verträge, die den Vertragspartner untersagten, mit anderen Online-Werbe-Services als Google zusammenzuarbeiten. Wie Computerworld.com berichtet ist dieser Aspekt der Untersuchung Anfang dieses Jahres wieder eröffnet worden. Auch ein auf 2013 datierendes Angebot an Kunden des Unternehmens, im Austausch für die Integration eines Google-Suchfeldes nicht länger auf die Anzeige von Search-Ads zu insistieren, könnte Teil der Beschwerde sein.

Mögliche Konsequenzen

Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnten Google stattliche Bußgelder drohen. Allein im letzten Quartal des vergangenen Jahres hat Googles Werbegeschäft 19 Milliarden US-Dollar und damit 90 Prozent des Umsatzes generiert. Dies könnte sich in Forderungen in Milliardenhöhe umsetzen; bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes könnten fällig werden.

Die EU macht jedenfalls Druck. EU-Kommissarin Vestager hatte bereits im Mai, als erste Hinweise auf eine anstehende dritte Beschwerde bekannt wurden, gesagt, dass sie den Vorwürfen innerhalb eines „vernünftigen Zeitrahmens“ nachgehe wolle. Jetzt scheint sie ihren Worten Taten folgen zu lassen. Weder Google noch die Wettbewerbskommission haben sich bislang zu den Berichten über die neuen Entwicklungen geäußert.

Aufmacherbild: EU flags in front of European Commission in Brussels von Shutterstock / Urheberrecht:symbiot

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