Newsfeed-Update

Facebook: Kontrolle offiziell bestätigt
Kommentare

Die Social Media Plattform bestätigte, dass jede einzelne Bewegung auf Facebook verfolgt und ausgewertet wird – auch ohne Like und Post. Nun fand das Unternehmen Gründe, warum es sich auch für den User lohnt. Die neuen AGB und Display-Marketing durch Postview-Tracking im Sinne der User-Experience.

„Facebook ist und bleibt kostenlos“ – das Unternehmen verteidigt sein Geschäftsmodell: Damit einhergehend auch, dass jede Bewegung vom User auf der Plattform genau analysiert wird. Unabhängig von Likes und Posts kann das Unternehmen auch das Leseverhalten analysieren und feststellen, wie lange man im Newsfeed bei einem Beitrag verweilt und wo der Cursor entlang fährt. Während schon seit längerem bekannt ist, dass Facebook jede noch so kleinste Bewegung seiner Nutzer trackt, hat das Unternehmen nun in einer offiziellen Stellungnahme die Vorteile seines Verfahrens vorgestellt.

Relevantere News und bessere Beiträge

Im Newsroom heißt es dazu, dass man dem Nutzer dabei helfen wolle, die für ihn wesentlichen Inhalte gezielter aufzubereiten. Die Verbesserung des individualisierten News Feed könne damit auch gewährleistet werden, ohne dass der User einen Beitrag liked. Beispielsweise eine Geschichte, ein Foto oder eine Eventeinladung auf der man länger verweilt, aber die nicht kommentiert werde, spreche dafür, dass man auch in Zukunft an weiteren Informationen dazu interessiert sei. Abhängig von der Verweildauer auf Beiträgen bestimmter Leute, Künstler oder Unternehmen werde so der Newsfeed mit relevanten Beiträgen besser auf jeden Einzelnen zusammengestellt. Je länger jemand etwa an den Beiträgen und Fotos einer Person verweilt, desto mehr Content bekommt dieser Zukunft von ihr ausgespielt – auch ohne, dass die andere Person direkt etwas davon mitbekommt. Was sich Facebook von dieser vermeintlichen Verbesserung selbst verspricht, bleibt in der Meldung unerwähnt.

„We’ve started rolling this out and will continue over the coming weeks. We do not expect Pages to see significant changes in distribution as a result of this update.“

Facebook bekennt sich zur Ehrlichkeit mit Ausnahmen

Das Unternehmen erwarte nicht, dass sich sonderlich etwas bei der Verteilung der Seitenanzeige durch die Ankündigung verändern werde, schließlich befinde sich die Umstellung gerade erst in der Testphase. Die sarkastisch anmutende Bemerkung verweist auf zweierlei: Erstens, dass sich nichts ändern wird, da Facebook schon seit längerem das Nutzerverhalten genau verfolgt und die Ausspielung der Inhalte hierüber anpasst, wodurch man als User sowohl im Bewusstsein als auch im Unwissen daran gewöhnt ist. Maus-Tracking-Tests starteten schon 2013. Verklausulierte Ankündigungen zum totalen Tracking standen bereits in den zu Anfang des Jahres eingeführten AGB.  Zweitens: Dass Ehrlichkeit dem Unternehmens-Image in Sachen Privatsphäre durchaus gut tut und dass sich jede unternehmerische Maßnahme auch immer zu Gunsten des Users umdeuten lässt. Was genau mit „Testphase“ gemeint ist, scheint sich wohl eher auf das Nutzerverhalten nach diesem Bekenntnis zu beziehen, nicht auf die dahinter steckende Technologie. Von gezielterer Werbeplatzierung und Erstellung von detaillierten Verhaltens- und Interessenprofilen jedes einzelnen Nutzers ist in dieser Meldung natürlich nicht die Rede – denn das sollte jedem User schließlich klar sein. Display-Marketing durch Postview-Tracking gehört schließlich längst zum Alltagsgeschäft und ist an sich auch nicht zu verurteilen. Die entscheidende Frage ist hierbei jedoch, wie wie es den Nutzern und Kunden kommuniziert wird. Beschönigungen und Halbwahrheiten sind definitiv die unangemessene Umgangsweise mit der Thematik, die User wie potenzielle Werbekunden vergrault.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -