Quartalszahlen

Facebook: Mehrausgaben und Messenger-Pläne
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Facebook schreibt weiterhin gute Zahlen trotz hoher Ausgaben. Die Messenger, darunter auch WhatsApp, sollen Facebooks Mobile-Geschäft in Zukunft massiv voran treiben. Erst wird die Nutzeranbindung weiter voran getrieben, dann kommt die Monetarisierung.

Facebook veröffentlichte gestern seine Zahlen für das zweite Quartal 2015. Wieder konnte die Social Media Plattform mit guten Ergebissen und nun rund 968 Millionen aktiven Nutzern täglich punkten. Mit über vier Milliarden US-Dollar Umsatz – im Vorjahr waren es 2,9 Milliarden – wurden die Erwartungen der Analysten sogar übertroffen. Trotzdem hat die Börse, ähnlich wie nach der Bekanntgabe von Apples Zahlen, kurz danach mit 4,6 Prozent Kursverlust geschlossen. Bei dem am nächsten Tag abgehaltenen Investor Call rangierte der Aktieneinbruch bei 3,8 Prozent. Die Erwartungen der täglich aktiven Nutzer war offenbar höher. Außerdem habe Facebook trotz der Umsatzsteigerung erhebliche Ausgaben zu verzeichnen – und es soll noch mehr investiert werden. 2,76 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr waren es noch 1,5 Milliarden. Doch Zuckerberg bleibt gelassen. Sein Augenmerk richtet sich auf die Messenger und darunter auch auf WhatsApp. Erst geht es um die Nutzerbindung und dann kommt die Monetarisierung ins Spiel.

Facebooks Messenger-Pläne

Gegenüber den Investoren hat Zuckerberg zur Geduld aufgerufen. Business Insider berichtet, dass Zuckerberg angedeutet habe, die Monetarisierung der Messenger werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bei momentan 700 Millionen monatlich aktiven Usern beim Facebook Messenger wolle das Unternehmen zuerst die Milliarden-Marke knacken. Die Nutzerbindung genießt Vorrang, um im Nachhinein mit einem Schlag größere Gewinne erzielen zu können. Das hatte sich schon bei Facebooks Hauptplattform bewährt: Werbeinhalte haben in den vergangenen drei Jahren massiv im News Feed zugenommen. Schließlich sollen auch Geschäftskunden die Kommunikationswege der Messenger nutzen können – etwa für Serviceleistungen, Produktinformationen und dergleichen. WhatsApp hat Zuckerberg geschickter Weise nicht direkt mit einbezogen. Hier steht offenbare noch immer das Versprechen im Raum, dass die Userdaten nicht zu Monetarisierungszwecken verwendet werden würden – brauchen sie dann auch gewissermaßen nicht direkt, da die auf Facebook hinterlegte mobile Rufnummer ja bereits ausreicht, die Interessen des WhatsApp-Users zu ermessen. Scheinbar ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis Facebook aus seinem recht kostspieligen WhatsApp-Zukauf (16 Milliarden Dollar ) selbst Profit schlagen will,  – auch die Aktieninhaber werden ein Interesse daran haben, wenn die Ausgaben weiter so hoch bleiben.

NOVOKUZNETS, RUSSIA – FEBRUARY 22, 2014: Closeup photo of Facebook and Whatsapp on mobile phone screen. Facebook buying messaging app WhatsApp. via Shutterstock, Urheberrecht: Alexander Supertramp

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