Geschäft mit Videos

Facebook Messenger Videoanrufe starten erfolgreich
Kommentare

Eine Million Menschen haben innerhalb der ersten zwei Tage mit dem Facebook Messenger mobil Videoanrufe getätigt. Facebook setzt verstärkt auf Video-Content in allen Segmenten und steigt in den Wettbewerb mit Skype, YouTube und Persicope ein.

Ende April präsentierte Facebook die Anruffunktion per Messenger in vorerst 18 Ländern. Deutschland war bisher noch nicht dabei. Bei unseren Nachbarn in Frankreich wie auch in den USA wird der „kostenlose“ Dienst jedoch bereits rege genutzt. Im Interview mit Mashable hat Stan Chudnovsky, Facebook Messenger’s Head of Product, erste Zahlen bekannt gegeben: Innerhalb der ersten zwei Tage sollen bereits über eine Million Menschen Videoanrufe über den Messenger getätigt haben. Facebooks Antwort auf Skype und FaceTime könnte mit 600 Millionen Nutzern des Messengers weiter Marktanteile für sich gewinnen. Zehn Prozent aller Internet-basierten Voice-Anrufe werden bereits über den Facebook Messenger getätigt, berichtete Zuckerberg auf der F8 Conference im April.

Facebook Messenger Videoanrufe sind kompatibel

Allein die Einführung des Videoanrufs in Deutschland würde die Marktstellung von Facebook deutlich ausbauen. Dass der mobile Messenger im Vergleich zu Apples FaceTime auch Betriebssystem-übergreifend zwischen iOS und Android funktioniert, dürfte ebenfalls dafür sprechen, dass User sich für Facebook entscheiden – zumal ihre Kontakte mit einem Klick verfügbar sind.

Facebook will in Sachen Videos überall mitmischen

Während WhatsApp weiterhin auf den schriftlichen Nachrichtenaustausch setzt, aber mittlerweile auch eine integrierte Anrufoption bietet, orientiert sich der Facebook Messenger trotz Voice-Call-Option wohl in Zukunft vermehrt auf Videoanrufe. Damit hat Facebook in Zukunft beide Segmente abgedeckt. Jetzt gilt es nur noch Twitters Periscope und Meerkats Video-Stream-Lösung für sich nutzbar zu machen und Facebook hat in allen Video-Bereichen die Finger mit im Spiel. Mit Video-Uploads über Facebook versucht Zuckerbergs Unternehmen zudem auch Google ein wichtiges Marktsegment streitig zu machen. YouTube hält trotzdem weiterhin die Vormachtstellung als Video-Plattform. Facebooks Fangarme strecken sich jedoch allmählich in alle Bereiche aus, denn Video-Chats und Video-Broadcast sind offenbar die Fundgrube der Zukunft.

Kostenlose Dienste auf Kosten der Nutzerdaten?

Facebooks Interesse und Talent, Nutzerdaten zu monetarisieren, deuten darauf hin, dass die „kostenlos“ angebotenen Video-Dienste auf Kosten der Nutzerinformationen gehen werden. Inwieweit auch über Videochats und Anrufoptionen Informationen von den Nutzern geniert werden oder vielleicht Werbeflächen oder Einspieler platziert werden, bleibt abzuwarten. Letzteres ist hingegen eher unwahrscheinlich. Ist die Verbreitung erst hoch genug und die User an den Dienst gewöhnt, werden sich allmählich versteckte Ads als Vorschläge bemerkbar machen – und wenn die Daten aus den Videodiensten nur für den Newsstream auf Facebook nutzbar gemacht werden.

Aufmacherbild: Teenager girl waving to the camera during a smart phone video call in vacations with the sea in the background via Shutterstock, Urheberrecht: Antonio Guillem

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -