Studie und Ausblick

Facebook und Twitter wachsen als News Seiten
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Immer mehr User informieren sich über das aktuelle Tagesgeschehen via Facebook oder Twitter und nutzen die Dienste als direkte Quellen für Nachrichten und Events. Was in den USA bereits Trend ist, läuft auch hierzulande an. Instant Articles und Periscope bieten bereits die Grundlagen für den medialen Wandel.

Vor zwei Tagen veröffentlichte bild.de den ersten deutschsprachigen Instant Article über Mario Götzes Tor beim WM-Finale 2014 auf Facebook. Wer sich fragt, was daran besonders sein soll, möge sich den Artikel auf dem iPhone anschauen. Was noch in der Testphase steckt und vorerst auch nur über die iOS-App von Facebook funktioniert, offenbart jedoch schon jetzt, wie Artikel von Bild und Spiegel Online demnächst kompakt mit Videos, Fotos und anderen Animationen ohne zusätzliche Verlinkung oder Ladezeiten auf mobilen Geräten aussehen könnten. Dass sich neben den beiden großen deutschen Verlagen bereits viele weitere namhafte Magazine und Zeitungen wie National Geographic, The Guardian, The New York Times oder Buzzfeed mit Facebook zusammen getan haben, um ihre Artikel direkt wie Social Media Plattform zu veröffentlichen, hat seine Gründe. Eine Studie des Pew Research Centers für Journalismus und Medien zeigt beispielsweise, dass in den USA bereits 63 Prozent der User Facebook als Nachrichtenseite nutzen. 2013 waren es noch 47 Prozent. Die USA geben damit den Trend vor. Mit Freunden und Familie schriftlich zu kommunizieren, rückt durch das Erstarken der Messenger wie Whatsapp oder Snapchat auf Facebook weiter in den Hintergrund. Dafür aber nutzen immer mehr Menschen Facebook, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen, Events oder ihre Interessen multimedialer zu informieren – und sich darüber mit anderen Usern auszutauschen. Besonders die mobile Nutzung von medialen Inhalten wird weiter zunehmen.

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch bei Twitter ab. Zwar stand bei dem Microblogging Dienst von Beginn an der News-Gehalt im Mittelpunkt, doch wird auch dieser zunehmend als Informationsquelle von etablierten Medienhäusern genutzt, die hierüber ihre neuesten Artikel mit entsprechendem Link posten. Twitter konnte sich der Pew Studie zufolge von 2013 bis 2015 dahingehend um 11 Prozent steigern. Das Gegenstück zu Instant Articles von Facebook ist für Twitter die Live-Video-Stream-App Periscope. Während hierüber jeder User zum Broadcaster seiner eigenen Show wird, nutzen bereits auch Promis und Sender die App als interaktives TV. Hillary Clinton etwa nutzte bereits die App für ihren Wahlkampf. Auch etablierte TV-Sender könnten hierüber ein zusätzliches Angebot für ihre Zuschauer bieten und ohne Unterbrechung weiter über ein Ereignis berichten oder zusätzliche Einblicke in ein Set oder eine Show liefern.

Aufmacherbild: Businessman reading on a tablet pc at the office via Shutterstock, Urheberrecht: Twin Design

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