webinale 2015

Facebook vs. Messaging Dienste – webinale 2015
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Werden soziale Netzwerke von Messenger-Apps abgelöst? Der Entrepreneur und Mitgründer von StayFriends Michael Lindenberg, verneint diese Frage bei seinem gleichnamigen Vortrag am zweiten Tag der webinale 2015.

Facebook ist mit knapp 1,4 Milliarden Nutzer die größte Social-Media-Plattform der Welt. Seit seiner Gründung hat Facebook das Internet entscheidend geprägt und musste sich immer wieder an neue technologische und gesellschaftliche Entwicklungen anpassen. So hat die Erfindung des iPhones 2007 das Zeitalter des mobilen Internets eingeläutet und die Social-Media-Plattform in Zugzwang gebracht. Der ehemalige MySpace-Konkurrent hat sich zu einem App-Unternehmen gemausert, der spätesten seit seinem Börsengang auch ein profitables Monetarisiserungskonzept vorweisen kann und Werbekunden mit interessanten Angeboten lockt.

Diese Medaille hat aber auch eine Kehrseite: Negativschlagzeilen über Probleme mit dem Datenschutz und einem von Facebook gesteuerte Newsfeed machen die Runde und schaden dem Image des Social-Media-Superkonzerns. Neben der Frage nach Datenschutz und rechtlichen Grenzfällen, wenn es um den Schutz des geistigen Eigentums auf Facebook geht, treiben so manch andere Probleme den Facebook-Managern die Sorgenfalten ins Gesicht: Facebook wird vor allem bei der jüngeren Zielgruppe uncool – Unterhaltungen werden vor allem auf Messenger-Plattformen geführt. Hat Facebook als Chat-Plattform ausgedient? Laut einer aktuellen BITKOM-Studie zählen 32 Prozent der befragten Jugendlichen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zu ihren drei wichtigsten Kommunikationsmitteln. In der Altersgruppe der 10- bis 12-jährigen gaben 58 Prozent Kurznachrichten als wichtigstes Kommunikationsmittel an. Bei den 16- bis 18-Jährigen liegen die Kurznachrichten dagegen sogar mit 78 Prozent klar vorne.

Werden soziale Netzwerke von Messenger-Apps abgelöst? Michael Lindenberg, Entrepreneur und Mitgründer von StayFriends, verneint dies. Gleichzeitig zeichnete er den Teilnehmern der webinale 2015 in seinem Vortrag einen offensichtlichen Trend nach: Kommunikation findet im mobilen Zeitalter auf Messengern und nicht bei Facebok statt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Facebook hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Plattform gemausert, auf der sich Jugendliche, Eltern und die Großeltern ganz selbstverständlich aufhalten und mit Argusaugen das Treiben der Kinder und Enkelkinder verfolgen. Kein Wunder, dass die meisten Jugendlichen sich in die Privatheit der Messenger zurückziehen und in Chat-Gruppen einen erlauchten Kreis der Adressaten ihrer Nachrichten selbst erstellen.

Eine Facebook-Müdigkeit greift um sich – immerhin richten sich die User in eigenen Angeboten, allen voran WhatsApp, ein neues Zuhause ein. Im Gegensatz zu Facebook gibt es in Instant Messaging Diensten keine Timeline. Die Kommunikation findet in Echtzeit statt. Keine Timelines, kein alter Content, der über Jahre Hinweg von einer großen Gruppe von Nutzern abrufbar bleibt. Diesen Trend haben auch andere Anbieter erkannt und bieten ihre eigenen Messenger mit neuen Features vor. Als WhatsApp-Alternative hat sich zum Beispiel Snapchat eine Nische auf dem Markt gesichert, die vor allem Datenschutzskeptiker anspricht, denn die Inhalte werden hier nach dem Lesen sofort gelöscht. Mit dieser „Hero-Funktion“ können verschickte Nachrichten nicht archiviert werden, es sei denn man macht einen Screenshot von der Nachricht. In diesem Fall erhält der Absender allerdings eine Information, dass die abgerufene Nachricht gesichert wurde.

Sicher bleibt, dass in Zukunft sowohl die Messenger-Dienste, also auch die Social-Media-Plattformen die Zeichen der Zeit erkannt haben, die Bedürfnisse der User genau untersuchen und ihre Produkte entsprechend weiterentwickeln und anpassen werden.

 

Aufmacherbild: a man wearing a suit and a depiction of an instant messaging chat via Shutterstock / Urheberrecht: nito

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