Gamification – Buzzword oder steckt da mehr dahinter?
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Jeder der im Online-Bereich tätig ist, wird früher oder später einmal mit Gamification konfrontiert. Jeder wird dabei seine eigene beziehungsweise eine abweichende Vorstellung des Begriffs entwickeln.

Für mich persönlich ist es mehr als nur ein Buzzword. Denn richtig durchdacht sind hier nachweislich Erfolge für Unternehmen möglich. Aber auch hier gilt: Aller Anfang ist schwer! 

Bevor wir tiefer ins Detail gehen, zitiere ich noch die Gamification-Definition von Sebastian Deterding, die meiner Ansicht nach den Begriff ziemlich gut beschreibt:

Als Gamification oder Gamifizierung (seltener auch Spielifizierung) bezeichnet man die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext. 

Betrachten wir das Zitat noch einmal genauer, denn von einer Definition allein kann man sich noch kein Bild machen. Es geht im Grunde darum, dass Aufgaben spielerisch absolviert werden können.

Angefangen bei Alltagssituationen, bei denen uns to-Do-Listen unterstützen bis hin zu komplexen Vorgängen wie z.B. Finanzierungen von Firmen. Dabei wird auf spielerische Mechanismen zurückgegriffen, die wir aus dem Gaming-Bereich kennen. Klassische Elemente sind unter anderem Level-Bars, Leaderboards oder die Vergabe von einem Status.

Wir bleiben bei dem Beispiel To-Do-Liste und zwar bei der klassischen mit Zettel und Stift.

Dabei ist es noch nicht einmal wichtig was darauf steht, sondern vielmehr, dass man die To-Dos abhakt. Denn mit jedem Haken, den wir setzen, haben wir ein kleines Erfolgserlebnis. Wenn irgendwann alle To-Dos erledigt sind, können wir uns beruhigt zurücklehnen und haben das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Diese Erfolgserlebnisse versuchen wir über die Gamifizierung auch in verschiedene andere Prozesse zu integrieren. Meist werden noch weitere spielerische Mechanismen wie Badges oder ein Level-System integriert.

Durch diese Mechanismen wird der Nutzer in einem Prozess immer wieder motiviert und angetrieben, die nächsten Schritte zu bestreiten. Hierbei ist es entscheidend, die Schritte im Prozess richtig zu erkennen und diese dann zu incentivieren. Die Incentivierung muss nicht zwingend finanzieller Natur sein, stattdessen kann es auch ein neues Level, Status oder Erfolg sein.

Den Nutzer stetig zu motivieren, eine App, eine Webseite oder ein Produkt immer wieder zu nutzen, ist nicht einfach, zahlt sich aber in Form von positiven Ergebnissen für viele unterschiedliche Unternehmensziele aus. Ein Nutzer, der so mit einem Unternehmen „verbunden“ ist, wird das Unternehmen häufiger weiterempfehlen. Eine logische Folge daraus: Der Nutzer steigert seinen Umsatz bei dem Unternehmen und verlängert seinen Lebenszyklus und sorgt indirekt auch für neue Kunden.  

Somit ist Gamification keine Spielerei die man bei z.B. Free-to-Play Anwendungen einsetzt, sondern eine Erweiterung des eigenen Geschäftsprozesses.

Im nächsten Teil dieser Gamification-Serie befasse ich mich mit unterschiedlichen Spielertypen, denn jeder Nutzer hat einen anderen Antrieb. 


Aufmacherbild: Vector flat illustration of gamification in business Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Max Griboedov

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