Die Macht der Symbole

Gender Equality: Neue Icons bei Facebook
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Einige Symbole bei Facebook haben sich fast unbemerkt verändert. Beim Bildzeichen für Freundschaftsanfragen steht nun ein weiblicher Umriss im Vordergrund. Facebooks Designmanagerin Caitlin Winner erzählt die Geschichte hinter den Neuerungen.

Die Veränderung ist minimal, einige werden sie gar nicht bemerkt haben. Die kleinen Symbole bei Facebook, die Menschen repräsentieren, sehen anders aus. Die ikonischen Umrisse von Mann und Frau haben sich verändert und bei den Freundschaftsanfragen steht nun die Frau im Vordergrund. Facebooks Design Managerin Caitlin Winner hat eine Geschichte darüber veröffentlicht, wie sie an der Anpassung der Icons arbeitete und über ihren Anspruch, mit Symbolen verantwortungsvoll umzugehen.

Die Verbreitung und Fortsetzung von Stereotypen ist immer problematisch. Und ja, auch bis hin zu vorgeblich unscheinbaren ikonischen Darstellungen, muss die Macht von Stereotypisierung bedacht werden. Der Umriss eines Mannes und einer Frau war bisher das Symbol für Freundschaftsanfragen. Der Mann befand sich im Vordergrund, die Frau befand sich etwas kleiner hinter ihm.

Anstoß zur Überarbeitung dieser Darstellung fand Winner in ihrer Entdeckung eines Knicks in der Schulter der Frau, der daher stammte, dass sie ausschließlich im Hintergrund abgebildet wurde. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf: Mann und Frau sind nun gleich groß, der weibliche Umriss befindet sich im Vordergrund. Auch beim Zeichen für Gruppen steht die Frau im Vordergrund, hinter ihr zwei verschiedene männlich aussehende Konturen. Zum Repertoire an Bildzeichen gesellte sich außerdem eine geschlechtsneutrale Silhouette. Daraufhin wurden auch einige längst benötigte Gender-Optionen in der Profilerstellung hinzugefügt, korrespondierend mit den neuen Icons.

Schon seit letztem Jahr gibt es auch neue Perspektiven auf die Weltkugel, welche die Notifikationen anzeigt. Neben der Amerika-zentrierten, welche anfangs Standard war, gibt es nun auch Ansichten auf andere Erdteile: Europa-Afrika und Asien-Australien gehört jetzt ebenso zum Programm – angezeigt werden diese entsprechend dem Ort, an dem sich die Nutzer befinden.

Caitlin Winners Bericht ist eine schöne Geschichte über die Macht der normativen Darstellung, über eine Macht, die gerade im Detail Ausdruck findet. Dass sich ein so großes Unternehmen wie Facebook über diese Dinge Gedanken macht, sollte ein Appell an alle Unternehmen sein, auch die kleinsten Details in der Visualisierung kritisch zu hinterfragen.

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