Richtig online verkaufen

Geschenke im Internet verkaufen? – So geht’s!
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Oh! Eine USB-Heizdecke! Die kann ich sehr gut gebrauchen! Doch leider werden an Weihnachten nicht nur nützliche Geschenke verschenkt. Was also tun mit den Dingen, die man eigentlich nicht gebrauchen kann? Ab ins Web damit!

Viele verkaufen unerwünschte Geschenke im Internet

Unerwünschte Weihnachtsgeschenke landen häufig nicht im Keller oder im Müll, sie landen im Web. So kann man die Dinge den Menschen zukommen lassen, die sie wirklich gebrauchen können und sich nebenbei noch ein kleines Taschengeld verdienen. Fast jeder Sechste ab 14 Jahren (15 Prozent) plant, solche Geschenke online zu verkaufen oder zu versteigern. Das entspricht gut 10 Millionen Bundesbürgern – im Vorjahr waren es noch 8 Millionen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Hightech-Verband BITKOM.

Im Web gibt es verschiedene Möglichkeiten, Geschenke weiterzuverkaufen, etwa bei Online-Auktionshäusern. Wer nicht warten möchte, bis der Auktionszeitraum abgelaufen ist, kann seine Geschenke auch direkt im Web verkaufen. Hierfür gibt es private Verkaufsplattformen wie beispielsweise Ebay Kleinanzeigen, aber auch Anbieter, die je nach Artikelzustand einen festen Betrag für elektronische Geräte oder Medien bezahlen.

Vor allem Jüngere nutzen das Internet, um die Geschenke weiterzuverkaufen, die ihnen nicht gefallen. In dieser Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen wählt jeder Vierte den Weg zum Ebay und Co. „Das Internet bietet die besten Plattformen, um ungewollte Weihnachtsgeschenke schnell und komfortabel zu verkaufen“, sagt BITKOM Experte Tobias Arns. „Vor allem, wenn für Geschenke kein Verkaufsbeleg mehr vorliegt oder Rücknahmefristen abgelaufen sind, findet sich im Internet am ehesten ein Käufer.“

Jeder Zweite (51 Prozent) würde unerwünschte Geschenke jedoch zu demjenigen Geschäft zurückbringen, in dem es zuvor gekauft wurde. Ein Viertel der Verbraucher (26 Prozent) verschenkt solche Präsente einfach weiter, nur jeder Achte (13 Prozent) behält Geschenke, die ihm nicht gefallen.

Hier ein paar nützliche Tipps zum Verkaufen von Geschenken im Internet:

Als privater Verkäufer anmelden

Wer nicht regelmäßig und viel im Internet verkauft oder versteigert, meldet sich bei den entsprechenden Plattformen am besten als privater Verkäufer anmelden. So müssen keine Widerrufs- oder Rückgaberechte eingeräumt werden. Das gilt auch für die gesetzliche Gewährleistung. Wichtig ist dabei der Hinweis „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft.“

Wer hingegen häufig und regelmäßig das Internet als Verkaufsplattform nutzt, sollte aufpassen, denn er kann juristisch gesehen zum Unternehmer werden – einschließlich aller entsprechenden Folgen. Hierfür spielt es nicht einmal eine Rolle, ob bei den Verkäufen oder Versteigerungen ein Gewinn abfällt. Man sollte sich also gründlich über informieren, bevor man im großen Stil online verkauft.

Nur wahrheitsgemäße Warenbeschreibungen

Die Artikelbeschreibung muss immer der Wahrheit entsprechen und authentisch sein. Hier wird kein Unterschied zwischen gewerblichen und privaten Verkäufern gemacht. Mit einer falschen oder unzureichenden Beschreibung wird der Käufer wissentlich hinters Licht geführt. So riskiert man unzufriedene Abnehmer und entsprechend schlechte Bewertungen, die künftige Verkäufe auf derselben Plattform deutlich erschweren.

Eigene Bilder und Texte verwenden

Besonders wichtig für einen erfolgreichen Verkauf sind gute Beschreibungstexte und passende Fotos. Ist das Produkt auf den Bildern gut zu sehen, erhöht sich die Chance, es zu verkaufen immens. Wichtig hier: Es dürfen nicht irgendwelche Texte und Bilder aus dem Web benutzt werden, denn diese sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch häufig für die vom Hersteller genutzten Materialien zur Produkt-Darstellung auf seiner Website. Wenn ihr diese einfach für euer Angebot kopiert, könnt ihr gegen das Urheberrecht verstoßen und müsst mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Um keine böse Überraschung beim Verkauf zu erleben, sollten Texte und Bilder daher immer selbst erstellt werden.

Keine Markenrechte verletzen

Beim Verkauf oder der Versteigerung im Internet können auch Markenrechte eine wichtige Rolle spielen. Plagiate etwa, dürfen nicht angeboten werden. Das trifft auch für Privatpersonen zu, die aus ihrem letzten Urlaub ein gefälschtes Markenprodukt mitgebracht haben. Wenn dieses im Internet weiterverkauft wird, kann dies rechtliche Konsequenzen haben. Man sollte sich also vor dem Verkauf immer informieren, woher die Artikel stammen und ob sie wirklich echt sind. Übrigens können auch im Beschreibungstext Markenrechte verletzt werden, etwa wenn eine No-Name-Uhr als „im Rolex-Stil“ beschrieben wird.

Nur versichert versenden

Der Versand der verkauften Waren sollte nur versichert erfolgen. Ansonsten kann es passieren, dass der Verkäufer für verlorengegangene Pakete haften muss. Je nach Größe kann der Artikel als Päckchen oder Paket verschickt werden. Wer sich zusätzlich absichern möchte, kann in seinem Angebot zusätzlich den Satz einfügen: „Der Artikel wird auf Verlangen und auf Gefahr des Käufers verschickt.“ Am besten sichert man sich noch einmal beim Käufer ab, welche Art von Versand er wünscht und passt dann dementsprechend die Versandkosten an.

Zur Studie

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung durchgeführt hat. Dabei wurden im November 1.003 Personen ab 14 Jahren befragt.

 

Aufmacherbild: Sock via Shutterstock / Urheberrecht: Lasse Kristensen

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