Neuer Vorwurf wegen Wettbewerbsverzerrung: Bildagentur legt Beschwerde bei EU-Kommission ein

Getty Images beschwert sich über Google
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Die lange Reihe von Beschwerden über Googles Wettbewerbspraktiken reißt nicht ab. Nachdem erst kürzlich die Wettbewerbskommission der EU gegenüber Google die Anschuldigung erhoben hatte, der Konzern würde im Bezug auf sein Betriebssystem Android der Konkurrenz mit unlauteren Mitteln schaden, legt jetzt die Bildagentur Getty Images mit einer Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung nach.

Bei den Vorwürfen von vorletzter Woche ging es noch um nicht löschbare Apps, die Smartphone- und Tablethersteller zwangsläufig zusammen mit Android auf ihre Geräte vorinstallieren mussten, sowie um Googles Praxis, den Herstellern die Installation alternativer Android-Versionen vertraglich zu untersagen. Diesmal steht Googles Bildersuche im Mittelpunkt der Anschuldigungen.

Die Vorwürfe

Die Bildagentur Getty Images sieht sich durch folgenden Aspekt geschädigt: Da Google seit 2013 die Ergebnisse seiner Bildersuche in hochauflösender Qualität sowie großem Format anzeigt, würde sich der Anreiz verringern, die Quelle der Bilder aufzusuchen, also auf die Seite von Bilddiensten wie eben Getty Images zu wechseln. So versuche sich der Konzern unrechtmäßig das Monopol über „site traffic, engagement data and advertising spend“ zu sichern, wie es in der Pressemitteilung der Agentur heißt.

Ein weiteres Resultat der neuen Bildersuche ist laut Getty eine Zunahme von Copyright-Verletzungen. User würden die hochauflösenden Bilder für den Eigengebrauch herunterladen und sich damit – häufig unfreiwillig – der Datenpiraterie schuldig machen. Weiter wird Google vorgeworfen, Suchresultate zugunsten eigener Angebote, in diesem Fall Google Images, zu verzerren. Dies war schon vorher Inhalt von Beschwerden, vor allem hinsichtlich von Shopping-Angeboten.

Google schweigt zu den Vorwürfen

Der Vizepräsident von Getty Images, Jonathan Lockwood, fordert deshalb vom Suchmaschinengiganten eine Änderung in der Benutzerführung von Google Images, um sowohl das langfristige Überleben seiner Agentur als auch den Lebensunterhalt seiner Fotografen sichern zu können. Bei Klick auf ein Suchergebnis soll dazu in Zukunft direkt auf die Quelle des Bildes umgeleitet werden. Über die Marktmacht von Google äußerte sich Lockwood gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters folgendermaßen:

When someone has a dominant position, they have a duty not to abuse that dominant position and we feel that Google isn’t observing that duty when it comes to images.

Der Sprecher der EU-Kommission Ricardo Cardoso bestätigte derweil den Eingang der Beschwerde. Google hat in der Vergangenheit ähnliche Vorwürfe konsequent zurückgewiesen. Zur aktuellen Situation gibt es bislang noch keine Stellungnahme des Konzerns.

Aufmacherbild:Prathan Chorruangsak / Shutterstock.com

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