Google und Facebook entwickeln gemeinsam Server

Google tritt Open Compute Project bei
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Wenn konkurrierende Unternehmen gemeinsame Sache machen, dann stecken manchmal sogar hehre Ziele dahinter. So auch im Fall von Facebook, Google, Microsoft und Co. Durch die gebündelte Expertise will das Open Compute Project Rechenzentren effizienter gestalten. Google hat nun seinen ersten Beitrag als neues Mitglied geleistet.

Beim Werbegeschäft stehen Facebook und Google in direktem Wettbewerb. Generell sind die Schnittstellen der beiden Tech-Riesen aber marginal. Oft genug driften die Unternehmensvorstellungen auseinander. In einem Bereich könnte sich das jedoch künftig ändern: Google hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass es sich am Open Compute Project (OCP) beteiligen wird. Damit gewährt Google auch den anderen Projekt-Mitgliedern Einblicke in die eigenen Rechenzentren. Den Anstoß zur Gründung der Vereinigung hatte Facebook 2011 gegeben.

Neues Rack fürs Team

Neben Facebook, Intel, Apple, Microsoft, Cisco, Lenovo, der Deutschen Telekom und vielen mehr ist nun auch Google ein aktives Mitglied des Projekts. Ziel dieser Vereinigung ist es laut eigener Darstellung, Rechenzentren effizienter zu gestalten. Will heißen: Kosten und Energieverbrauch sollen reduziert werden. Auf seinem offiziellen Cloud Platform Blog gab Google auch gleich bekannt, wie die Beteiligung aussehen soll. Demzufolge will man dem Projekt eine Rack-Spezifikation für die weitere gemeinsame Entwicklungen zur Verfügung stellen. Diese Spezifizierung für Server-Racks bietet eine 48V-Stromversorgung und einen neuen Formfaktor zur Standardisierung.

Softwareaustausch soll folgen

Google experimentiert schon seit den Unternehmensanfängen an eigenen Serverstrukturen, um die Leistung seiner Rechenzentren zu optimieren. Der Zusammenschluss dieser namhaften Unternehmen kann nun quasi buchstäblich auf die Expertise von Google bauen. Doch bei der Hardware allein soll es nicht bleiben: „Today’s launch is a first step in a larger effort. We think there are other areas of possible collaboration with OCP,“ schreibt Google-Manager John Zipfel. Die Zusammenarbeit werde auch auf die Software für Cloud-Dienste ausgebaut, heißt es weiter. Die Software-Standardisierung von Netzwerk-Management-Systemen sei ebenfalls in Planung.

Dass Google sich einem solchen Projekt trotz Wettbewerbsstreitigkeiten anschließt, ist ein konsequenter Schritt – auch auf Facebook zu. Dahinter steckt das gemeinsame Interesse, die wachsenden Datenmengen durch eine gemeinsame Infrastruktur zu bewältigen. Denn dass sich mit dem gebündelten Know-how Rechenzentren effizienter gestalten lassen, steht für alle Beteiligten außer Frage.

Aufmacherbild: Young engineers businessmen in server room via Shutterstock, Urheberrecht: Mark Agnor

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