Google-Patent

Kommt die Google-Suche für den Desktop?
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Mit einem Patent könnte Google in Zukunft eine Suchfunktion einführen, die sowohl im Netz als auch lokal gespeicherte Daten durchsucht. Ein gebündelter Suchdienst wäre vor allem für mobile Geräte praktisch. Ein Ausblick.

Google ist die erste Wahl für Online-Suchanfragen. Nachdem sich das Unternehmen über Jahre hinweg der Entwicklung ergänzender Dienstleistungen zur Suchmaschine zuwendete und jüngst die Holding Alphabet gegründet wurde, könnte Google sich in Zukunft womöglich wieder auf sein eigentliches Kerngeschäft besinnen – Suchanfragen verbessern. Ein im April diesen Jahres bewilligtes Patent deutet Googles Bestrebungen an, eine universelle Suchmaschine zu entwickeln, die sowohl das Netz als auch den privaten Content samt der Kontakte, Lesezeichen, Audio- oder Videodaten und registrierter Applikationen durchsucht. Das Patent wird als “Computer Application Data In Search Results” betitelt. Über eine solche Funktion ließe sich bequem und betriebssystemunabhängig per Laptop oder mobilem Gerät die lokal gespeicherten Daten zusammen mit Inhalten aus dem Netz suchen, abgleichen und anzeigen. Allerdings soll für eine solche Suche das Einverständnis des Users für die Zugriffsrechte vorausgesetzt werden.

Google-Suche für lokale Daten – ein Szenario

Google würde mit einer derartigen Suchmaschine eine Alternative mit einem weitreichenderen Funktionsspektrum zu den bisherigen betriebssysteminternen Suchfunktionen von Microsoft und Apple bieten. Eine gebündelte Suchfunktion dürfte sich aber vor allem für mobile Geräte bezahlt machen. In Kombination mit einem Sprachassistenten hätte der User eine schnelle Suchabfrage auf lokale Daten und könnte sich diese im Abgleich mit Suchergebissen aus dem Netz anschauen oder aufzählen lassen. Banale Suchanfragen wie ein Termin aus dem eigenen Kalender mit den Öffnungszeiten einer Veranstaltungen oder eines Restaurants, die im Netz verzeichnet sind, wären damit in wenigen Sekunden getätigt. Ob User jedoch bereit sein werden, Unternehmen wie Google, auch auf die lokalen Daten zugreifen zu lassen, ist hinsichtlich der schon jetzt rege diskutierten Datenschutz-Problematik fraglich. Bereits Apple musste beim Release von OS X Yosemite Kritik hinnehmen, weil sowohl die betriebsinterne Suche Spotlight als auch der hauseigene Browser Safari Informationen über den User-Standort an Apple weiterreichte. Apple sicherte zu, diese Daten nicht zu Geschäftszwecken zu verwenden und diese auf dem eigenen Server nur 15 Minuten lang zu speichern. Dennoch war die Empörung groß. Wenn Google überhaupt einen Desktop-Suchdienst anbieten sollte, dann nur, um hierüber noch gezielter an Nutzerinformationen zu gelangen für gezieltere Werbeinhalte. Wer damit einverstanden ist, dürfte an einer solchen Suchfunktion durchaus gefallen finden – wenn sie denn überhaupt erscheint.

Aufmacherbild: Open Apple 15 inch MacBook Pro Retina with an open tab in Safari which shows Google search web page with ipad and iphone on the wooden office desk workplace. Varna, Bulgaria – May 29, 2015. via Shutterstock, Urheberrecht: Alexey Boldin

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