Verbreitungsoffensive

Microsoft: Office, Skype und Cortana erobern Geräte
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Microsoft bietet viele seiner Anwendungen geräte- und betriebssystemübergreifend an. 31 Tablet-Hersteller unter Android haben Office und Skype vorinstalliert, Cortana funktioniert auch für iOS. Das Unternehmen versucht sich deutlich breiter aufzustellen.

Vor dem Start von Windows 10 geht Microsoft weiter in die Offensive, um seine Anwendungen geräteübergreifend unter die User zu bringen. Gestern gab das Unternehmen bekannt, dass bereits kommende Woche 20 weitere Android-Tablet-Hersteller das Office-Paket vorinstalliert ausliefern werden, darunter auch LG, Sony und die deutschen Hersteller Axdia und Wortmann (Terra). Mit Samsung und Dell wurde schon vor einigen Wochen eine Einigung erzielt. Die Hersteller könnten Einnahmen generieren, indem die User über die Basisversion der Office-Anwendungen weitere Zusatzfunktionen kaufen. Inwieweit Lizenzgebühren für die Hersteller anfallen oder ob Microsoft für die Vorinstallation gezahlt hat, ist von offizieller Seite nicht bestätigt worden. Eine ähnliche Verbreitungspolitik hat Microsoft bereits mit Skype gefahren, als das Unternehmen verkündete, die Voice-Call-Anwendung für das anstehende Betriebssystem Windows 10 vorinstalliert auszuliefern. Neben dem Office-Paket ist nun auch Skype auf den 20 neuen Herstellergeräten von Anfang an mit dabei. Insgesamt 31 Partner werden Word, Excel, PowerPoint, OneNote, OneDrive und Skype bei der Auslieferung dabei haben.

Microsoft versucht schrittweise Neuausrichtung

Daneben kündigte Microsoft an, dass der Sprachassistent Cortana auch für iOS zur Verfügung gestellt werde. User eines iPhones können sich in Zukunft also überlegen, ob sie sich lieber von Siri oder über die Cortana-App die Sprachfunktion zunutze machen wollen. Mit dem Vorstoß könnte Microsoft nicht nur bei Android- sondern vor allem auch bei Apple-Nutzern punkten. Bereits letzten Monat wurde die Preview-Version von Office 2016 für OS X 10.10 Yosemite kostenlos bereitgestellt. Seit November letzten Jahres sind bereits die Office-Apps als Basisversion für iOS kostenlos verfügbar. Zusatzfunktionen für Excel und Co. lässt das Unternehmen sich jedoch weiterhin bezahlen. Ist die Anwendung jedoch erst einmal vorinstalliert, dürfte der Weg zu In-App-Käufen vielen Usern deutlich leichter fallen, als auf eine vergleichbare Bürosuite umzusteigen. Dank des Userverhaltens ist die Unternehmenspolitik womöglich eine sinnvolle Investition – auch wenn dafür zunächst Gelder an die Hersteller fließen mussten. Die geräte- und betriebssystemübergreifende Ausrichtung könnte Microsoft wieder zu größerem Einfluss verhelfen und Wettbewerber wie Apple, Google oder Periscope in die Schranken weisen.

Gil C / Shutterstock.com

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