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Roundup der re:publica 2015
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2007 begann die re:publica als Blogger-Treffen mit 700 Gleichgesinnten, um die Belange der digitalen Gesellschaft zu verhandeln und über die Zukunft des Internets zu diskutieren. Neun Jahre später haben ihre Themen auch die breite Masse erreicht.

Die re:publica hat gestern zum neunten Mal ihre Tore geöffnet. Was als Bloggertreffen begann hat sich nun über die Jahre zu einer der wichtigsten Web-Konferenzen im deutschsprachigen Raum gemausert. Laut den Veranstaltern diskutieren in den kommenden Tagen insgesamt mehr als 6000 Teilnehmer mit mehr als 800 Sprecher auf 17 parallelen Bühnen. Insgesamt 450 Stunden Programm bietet die Veranstaltung bis zum kommenden Donnerstag, den 7. Mai 2015. Dabei versammelt die Veranstaltung zahlreiche Communities an einem Ort: Blogger und Architekten, Politiker und Hacker, Manager und Aktivisten, Künstler und Wissenschaftler.

Mit der neunten Ausgabe begibt sich die re:publica 2015 unter dem Motto Finding Europe gezielt auf die Suche nach dem Neuen in dieser ‚Alten Welt‘. Sie versucht dabei auch die Frage zu beantworten, ob es eine europäische digitale Gesellschaft und einen digitalen Kulturraum Europa gibt. In vielen Vorträgen und Diskussionen geht es daher auch um das Europa von heute sowie morgen.

Finding Europe – Programmschwerpunkte der #rp15

Die Media Convention Berlin präsentiert sich in diesem Jahr auf drei Bühnen mit Veranstaltungen rund um Film, Fernsehen, Plattformen, Digitalisierung, Regulierung und neuen Journalismusformaten. Inhaltlich geht es in diesem Jahr vor allem um das Spannungsfeld zwischen kreativen und technologischen Prozessen: um Algorithmen, soziale Netzwerke, Bewegtbildstrategien, die Generation YouTube, Video-on-Demand und um die Zukunft des Fernsehens.

Darüber hinaus können sich Teilnehmer auf der #rp15, anlässlich des Wissenschaftsjahres 2015 Zukunftsstadt, an der Schnittstelle von Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit auf die Suche nach der Stadt der Zukunft machen. Dazu wird es einen eigenen Track mit spannenden Talks, Panels und Workshops geben.

Das Wissenschaftsjahr 2015 Zukunftsstadt, eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog (WiD), zeigt auf, wie Forschung und Zivilgesellschaft eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen.

Es werden sowohl aktuelle, netzpolitische Debatten geführt, aber auch andere gesellschaftlich-relevante Themen reflektiert und aus verschiedenen europäischen Perspektiven betrachtet. Flüchtlinge, Migration oder auch die Zukunft der Stadt sind damit ebenso ein Thema auf der re:publica, wie der digitale Binnenmarkt, Netzneutralität und Datenschutz.
Dieses Jahr hat sich die re:publica noch enger mit dem gleichzeitig stattfindenden internationalen Kongress Media Convention Berlin verzahnt. Nicht nur das Thema Medien wird Konferenz-übergreifend gespielt, die enge Partnerschaft wird durch ein gemeinsames Ticket noch weiter ausgebaut.

Zu den Hauptrednern der #rp15 gehören unter anderem Internetforscher Ethan Zuckerman (MIT), Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot (European Democracy Lab), Netz-Anthropologin Gabriella Coleman, der russische Journalist und Sicherheitsexperte Andrei Soldatov, Astronaut Alexander Gerst (ESA), Science-Fiction-Autor und Blogger Cory Doctorow (BoingBoing), die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Claudia Roth, Architekturforscher Carlo Ratti (MIT) sowie Techniksoziologe Zygmunt Bauman.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung hoben die vier re:publica Gründer unterschiedliche Aspekte des Finding Europe-Mottos hervor. Markus Beckedahl, Chefredakteur des Blogs netzpolitik.org erklärte: „Zu einer lebenswerten europäischen digitalen Gesellschaft gehören Meinungsfreiheit, Netzneutralität, Privatsphäre ebenso wie der Schutz vor Massenüberwachung. Die re:publica wird über Wege diskutieren, wie das zu verwirklichen ist.“

„Der Blick ins Klassenzimmer ist ein Blick in die Zukunft unserer Gesellschaft: ein Drittel aller deutschen Schüler haben heute einen Migrationshintergrund. Wem die Idee eines freien, offenen und toleranten Europas gefällt, sollte sich darüber freuen,“ meinte Tanja Haeusler, Gründerin der Spreeblick Verlag KG und Autorin des Elternratgebers „Netzgemüse“.

Der Geschäftsführer der re:publica Andreas Gebhard setzte einen weiteren Fokus: „Der Zustand Europas bereitet uns an vielen Stellen Kopfschmerzen. In den nächsten Tagen werden wir alle gemeinsam an unserem digitalen Europa arbeiten, damit der Traum von einem Freiheitsraum nicht zum Alptraum wird.“

„Wir befinden uns mit der re:publica in einer Stadt, die einst von Mauern umgeben war, welche glücklicherweise eingerissen wurden. Es wird Zeit, dass die neuen Grenzen, die jetzt Europa umgeben und an denen täglich Menschen sterben, ebenfalls fallen.“ forderte Johnny Haeusler, Gründer der Spreeblick Verlag KG und Co-Autor des Elternratgebers „Netzgemüse“.

Die erste re:publica fand 2007 mit 700 Teilnehmenden statt, zur rp15 werden mehr als 6000 Besucher erwartet.

#FASHIONTECH BERLIN @ re:publica

Unter dem Oberbegriff Wearables wird die Verschmelzung von Mode und Technologie immer wichtiger. Auf der #FASHIONTECH BERLIN, einer Kooperation der International Fashion Trade Shows PREMIUM und SEEK und der re:publica, werden Berührungspunkte zwischen den beiden – einst strikt voneinander getrennten – Bereichen aufgezeigt: Neue Arbeitsweisen, spannende Trends und innovative Projekte rund um Gadgets, Hacking und Design. Hier wird unter anderem Thomas Andrae (Director of 3M New Ventures) über neueste Entwicklungen im Bereich Internet of Things und Wearables sprechen. Nach erfolgreichem Auftakt mit über 1200 Besucher im Januar, wird die FASHIONTECH nun auch als Subkonferenz auf der re:publica vertreten sein.

Innovator aus aller Welt zu Gast in Berlin

Das Global Innovation Gathering (GIG) versammelt bereits zum dritten Mal Innovation Hub-ManagerInnen, MakerInnen, HackerInnen und UnternehmerInnen aus Asien, Afrika und Lateinamerika, die ihre innovativen (Technik-)Projekte auf der re:publica präsentieren. Die TeilnehmerInnen vernetzen sich und bleiben auch das ganze Jahr über in ständigem Kontakt.

Ermöglicht wird diese Subkonferenz durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

re:cord

Zum allerersten Mal gibt es mit dem re:cord Musicday einen Schwerpunkttag Musik auf der re:publica! Big Data, Streaming-Dienste, Open Source und viele andere spannende Themen werden am 7. Mai, dem dritten Tag der #rp15, auf dieser neuen Subkonferenz diskutiert. Ein Highlight ist hier die Gründerin des Music Tech Fest, Michela Magas, die über Big Data in der Talentschmiede von Plattenfirmen sprechen wird.

Public Value Journalism

Um nichts weniger als die Zukunft des Journalismus geht es bei der Subkonferenz Public Value Journalism. Wie in den Jahren zuvor richtet die re:publica mit der Bundeszentrale für politische Bildung eine eigene Subkonferenz aus, zuletzt zum Schwerpunkt „Überwachtes Netz“ 2014. Im Rahmen der #rp15 geht es um das Thema „Journalismus und öffentlicher Auftrag“ . Es werden neue Formate zur Verbreitung der journalistischen Inhalten vorgestellt, bei welchen die Meinungsfreiheit sowohl Voraussetzung, als auch Grundlage ist. Weitere Themen sind etwa Netz-Journalismus, Crowdfunding, Meinungsbildung durch Videoplattformen und YouTube sowie „Kollaborativer Journalismus“.

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