Verschlüsselte Messenger-App

Threema will in den USA durchstarten
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Der verschlüsselte Messenger Threema aus der Schweiz versucht nun auch den Markt in Amerika für sich zu gewinnen. Die Alternative zu Whatsapp setzt auf Privatsphäre und Verschlüsselung. Die App gibt’s momentan zum halben Preis.

Als Facebook im vergangenen Jahr Whatsapp übernahm, wechselten viele User zu dem verschlüsselten Messenger Threema. Mit einer Wachstumsrate von über 900 Prozent im Jahr 2014 konnte das schweizer Unternehmen nicht nur seine Nutzerzahlen auf rund 3,5 Millionen User ausbauen, sondern auch nochmals unterstreichen, dass Datenschutz seit Snowden zusehends an Bedeutung hinzugewinnt. Während unklar ist, wohin Facebook unternehmerisch mit Whatsapp hinsteuern wird, steht außer Frage, dass Behörden den Nachrichtendienst bereits zur Ausspähung nutzen.

Threema bietet demgegenüber eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wodurch der Nachrichten- sowie Medienaustausch weder für Unternehmen noch für staatliche Behörden so ohne Weiteres einsehbar ist. Die überwiegend in Deutschland bekannte App soll nun auch laut CEO Martin Blatter in den USA an Einfluss gewinnen. Auch im nahen Osten habe sie bereits eine zweifelhafte Bekanntheit erlangt, berichtet Business Insider.

Die Kehrseite des Datenschutzes

Statt der sonst einmaligen 1,99 US-Dollar für die App, ist sie nun allerorts für 99 Cent (Euro und Dollar) erhältlich. Sie bietet nahezu den gleichen Funktionsumfang wie WhatsApp, neuerdings sind sogar Abstimmungsfunktionen verfügbar, die der Facebook-Schützling nicht zu bieten hat. Es muss keine Telefonnummer für die Registrierung hinterlegt werden und kein Real-Name. Darüber freuen sich nicht nur diejenigen, die ihre Privatsphäre mit guten Absichten schützen wollen, sondern leider auch jene, die anderen damit schaden möchten. Denn gerade weil der Messenger so sicher ist, nutzen ihn mittlerweile auch Terroristen der IS, berichtet der Kryptograph JP Aumasson. Die Kehrseite des Datenschutzes ist immer auch, dass Kriminelle sich diese Schlupflöcher zu nutze machen.

Kein Grund zum Boykott der Freizügigkeit

Dennoch ist dies kein Grund, Threema, TOR und andere verschlüsselte Dienste zu boykottieren. Ein bewussterer Umgang mit den eigenen Daten schützt schon heute jeden einzelnen User vor vorhersehbaren Gefahren in der Zukunft – wenn IS längst gebannt ist und der Geschichte angehört, aber einflussreiche Staaten die Idee der Kontrolle zum Nachteil ihrer eigenen Bürger übersteigert haben.

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