$Cashtag

Twitter: Wahlkampfspende per Tweet
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Kampagnen von US-Politikern können nun auch via Twitter durch kleine Spenden unterstützt werden. Der Spenden-Button, bereitgestellt durch den Bezahldienst Square, ist der einfache Weg, um auch bei Followern für Aufmerksamkeit und Unterstützung zu sorgen.

Twitter ist derzeit wohl die einflussreichste digitale Diskussionsplattform für politische Fragen, über die Politiker ihre Wähler erreichen und umgekehrt. Während die deutsche Politik noch nach dem richtigen Ton oder Hashtag sucht, fahren US-Politiker längst komplette Kampagnen über Twitter in Kombination mit dem Live-Broadcast-Angebot von Periscope. Für den kommenden Wahlkampf in den USA gehen die Kandidaten nun noch einen Schritt weiter: Twitter kündigte gestern eine offizielle Spendenfunktion für Twitter an, die in Kombination mit dem hauseigenen Bezahldienst Square Überweisungen an Kampagnen von Politkern erlaubt. Ähnlich wie beim Crowdfunding können Unterstützer und Interessenvertretungen hierüber mittels direkter Social-Media-Anbindung spenden. Stars oder Unternehmer können so öffentlichkeitswirksam eine Kampagne unterstützen und zugleich ihre ganzen Follower darauf aufmerksam machen. Den Anfang machen jedoch die Kandidaten.

Der Politiker beziehungsweise seine Agentur richtet über „cash.me“ einen Account ein, um die Spendenfunktion bei Twitter nutzen zu können. Über eine URL oder einen sogenannten $Cashtag kann der Spenden-Tweet dann mit Bezahl-Button von dem Politiker geteilt werden. Die Follower und Unterstützer können mit einem Klick auf den Button und mit einmaliger Angabe ihrer Kontodaten spenden und die eigenen Follower davon wissen lassen. Der Spendenprozess soll durch die Konzentration auf einer Plattform für den Politiker als auch den Spender vereinfacht werden. Politiker haben so nicht nur die Chance, kleinere Beiträge durch Privatpersonen zu sammeln, sondern auch per Retweet direkt auf prominente Unterstützer aufmerksam zu machen. Die Spender können ihre politische Ausrichtung publik machen und womöglich unter ihren Followern weitere Unterstützer für die Kampagne finden. Die demokratische Willensbildung und Beteiligung an politischen Ereignissen kann durch die neue Spenden-Funktion aufgrund ihrer Medienwirksamkeit sicherlich gefördert werden. Da diese Aufmerksamkeit jedoch letztlich erkauft wird, sollte das ganze Unterfangen ebenso infrage gestellt werden. Vor allem dann, wenn aus Sympathie zu prominenten Personen politische Tendenzen eingeschlagen werden, ohne dass sich der Unterstützer über das Programm des Politikers im Klaren ist. Die Kehrseite einer solchen Demokratisierung der Spendenprozesse ist der zunehmende Einfluss des Geldes auf die Politik. Dass eine ähnliche Spendenfunktion bei der nächsten Bundestagswahl in Deutschland zur Verfügung steht, ist sehr wahrscheinlich, da das Parteispendengesetz deutlich strengere Auflagen hat.

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