Surftipp

Videobackground zum Gedenken an den Tsunami
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Unser heutiger Surftipp erinnert nicht nur an die Tsunami-Katastrophe vor 10 Jahren, sondern ist ein Paradebeispiel für einen gekonnten Videobackground. Das Highlight ist jedoch das Kamera-Feature: „close your eyes and remember“.

Vor ziemlich genau 10 Jahren wurden Südostasien und Indien von einem Tsunami heimgesucht. Damals wurden ganze Inseln überspült, Dörfer und Städte zerstört und über 230.000 Menschen kamen in den Fluten der Welle um. Zum Gedenken an die Naturkatastrophe hat die französische Hilfsorganisation Action Contre la Faim eine Website namens Echoes of Tsunami ins Netz gestellt, die uns mit einer besonderen Technologie der Katastrophe gedenken lässt.

Echoes of Tsunami: Dokumentation als Videobackground

Auf Echoes of Tsunami können wir die vier Orte in Indonesien rund um die Stadt Aceh anwählen. Diese führen den Besucher zu einer kleinen Kurzdokumentation über einen lebhaften Markt, einen Fischer an der Küste, oder den Dschungel außerhalb Acehs – mit Ton wohlgemerkt. Diese Kurzdokumentation dient als Videobackground der ganzen Seite und liegt hinter dem Menübutton, einem Subtitle und dem Titel der Dokumentation. Die Felder, mit denen interagiert werden kann, heben sich in gelb vom Video Background ab. Die Website nutzt das Hintergrundvideo aber nicht nur zu dekorativen Zwecken, denn der Film ist hier der eigentliche Träger des Contents. Das wird auch von dem puristischen Design unterstützt, denn es gibt kaum Elemente, die vom Video ablenken.

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Screenshot: www.echoesoftsunami.com

Kamera erkennt Bewegung der Augen

Das eigentliche Highlight der Seite ist die „Remeber“-Funktion. Nach der Dokumentation will die Seite auf die Laptopkamera zugreifen mit der Aufforderung „close your eyes and remember“. Auch wenn wir uns nicht gerne aufzeichnen lassen: Aktiviert man die Kamera, erkennt die Seite, ob der User die Augen geschlossen hat uns startet eine Audiosequenz. Man hört nun den herannahenden Tsunami, den Aufprall auf die Küste und Stimmen von Bewohnern. Sobald man die Augen öffnet endet die Sequenz. Natürlich ist es im Sinne des Datenschutzes ein großes Manko, dass man die Kamera anschalten muss, um die Audiosequenz abspielen zu lassen. Nichtsdestotrotz wird damit ein schöner Effekt erreicht, nämlich dass man wirklich mit geschlossenen Augen vor dem Bildschirm sitzt und sich den heranrollenden Tsunami vorstellt. Cheaten funktioniert hier nicht, denn die kleinste Bewegung der Augenlider wird erkannt.

 Scroll-Effekte und puristisches Design

Über einen Menübutton kommt man zu einem zusätzlichen Informationsbereich, in dem man sich durch die Chronologie der Katastrophe durch scrollen kann. Hier ist auf der linken Seite eine Scroll-Navigation zu sehen, die den Besucher wie eine Timeline durch die Ereignisse leitet. Auch das Design dieses Unterbereiches ist schlicht gehalten. Das Farbkonzept wird von dem dunkelgrau verwaschenen Hintergrund dominiert auf dem unter einem Foto der Text in weißer und gelber Typographie geschrieben steht. Besonders hier ist der Scroll Effekt: Text und Bild fliegen nach einander aus dem Bild bzw. in den Sichtbereich hinein.

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Screenshot: www.echoesoftsunami.com

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