Symposium zur digitalen Gegenwart

webinale VISIONS – die Welt in Echtzeit
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Schnell das Smartphone zücken und etwas googeln. Für jeden, der mobil im Netz unterwegs ist, eine ganz normale Sache. Die Tatsache, dass Daten und Informationen heutzutage immer und unmittelbar zur Verfügung stehen und wir Informationen über alles und jeden jederzeit abrufen können, ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch die wenigsten stellen sich eine fundamentale Frage: Was davon ist für uns wirklich relevant?

Die webinale VISIONS will am Donnerstag den 19. November genau diese essentielle Frage aufnehmen und Antworten darauf finden. Denn schließlich ist es Relevanz, die den Unterschied generiert – den Unterschied, der den Unterschied ausmacht. Mit relevanten Informationen und Daten hebt man sich im digitalen Zeitalter von den Wettbewerbern ab. So wird Relevanz zum wichtigsten Wirtschaftsgut und gleichzeitig zum Heiligen Gral. Wer mit im Rahmen seiner digitalen Dienstleistung – sei es eine App oder ein wie auch immer ausgerichteter digitaler Service – den richtigen Moment erkennt, kann die besten Entscheidungen treffen, und zwar in Echtzeit.

Welt in Echtzeit

Diese situative Relevanz greift die zweite Ausgabe der webinale VISIONS auf und ist deshalb mit „Welt in Echtzeit“ überschrieben“. In acht Vorträgen und einer Paneldiskussion möchte das Event, das erneut im Offenbacher Capitol stattfindet (Einlass 14 Uhr, Beginn 15 Uhr), anregen, unsere geistigen Strukturen zu erweitern. Als Sprecher erwarten die Teilnehmer Vordenker und Querdenker, Wissenschaftler und Aktivisten, die inspirierende Perspektiven auf dieses Schlüsselthema der digitalen Zukunft ermöglichen. Als Schirmherr der Veranstaltung fungiert der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir. Auch einen Vortrag wird der Grünen-Politiker beisteuern und seine Gedanken zum Thema „Mobilität 4.0“ mit dem Publikum teilen.

Realität und Medien

Darüber hinaus widmet sich beispielsweise die Kunst- und Medienwissenschaftlerin Cornelia Lund in ihrem Vortrag „Echtzeit, Parallelzeit und verschlungene Zeit“ der Frage, wie sich reales Geschehen und seine medial Repräsentation in Telefonie, Internet und Film vermischen. Anhand des Beispiels der Terroranschläge von Mumbai 2008 demonstriert sie das komplexe Zusammenspiel der medialen Ebenen bei diesen Anschlägen und veranschaulicht, was geschieht, wenn sich ein Ereignis und seine mediale Repräsentation vermischen oder sogar identisch werden.

Technologie gegen Isolation

Tom Bieling, Designforscher, Interaction Designer und Autor, berichtet im Vortrag „Wider die Isolation“ von seinen Forschungen für taubblinde Menschen. Mit seinem Team hat er den sogenannten Lorm Glove entwickelt. Damit lässt sich das Lorm Alphabet in digitalen Text übersetzen und umgekehrt. Mithilfe dieses Alphabets können sich taubblinde Menschen ihrer Außenwelt mitteilen. Dem Gesprächspartner werden mit Tast- und Streichbewegungen Nachrichten in die Handfläche geschrieben. Doch das Lorm Alphabet hat einen gravierenden Nachteil: Ein Gespräch ist nur möglich mit Menschen, die das Lorm-Alphabet beherrschen und die nah genug sind, um sich anfassen zu können. Diesen Nachteil behebt der Lorm Glove, denn mithilfe kleiner Sensoren kann der gelormte Text beispielsweise per SMS oder E-Mail verschickt oder als Sprachnachricht ausgegeben werden. Taubblinde Menschen können dadurch mit anderen Menschen kommunizieren, selbst wenn diese sich ganz woanders befinden.

Smarte Welt

Dass geneigte Köpfe, die jederzeit und an jedem Ort auf ihr Smartphone starren, bald der Vergangenheit angehören, prognostiziert Prof. Andrea Krajewski von der Hochschule Darmstadt in ihrem Vortrag „Ach du Schreck, der Screen ist weg – Unserer Welt wird smart“. Denn je smarter unsere Umgebung wird, desto mehr werden wir selbst sozusagen in unser Smartphone „einziehen“. Unsere Umgebung wird immer smarter werden – und wird am Ende mit uns kommunizieren wollen – unmittelbar, auf uns reagierend und möglichst bevor wir überhaupt wissen, dass wir gleich etwas wollen. Schneller als Echtzeit ist das Ziel eines solchen Contextual Computings. Informationen und Daten bereitstellen, noch bevor der Nutzer weiß, dass er/sie diese benötigt. Als Beispiele solcher „Ambient Intelligent Spaces“ zeigt Prof. Krajewski spannende studentische Arbeiten als Vorschau auf die Welt von morgen.

Lebendige Echtzeitsysteme

Die ständig voranschreitende digitale Transformation und die damit gravierenden Veränderungen unseren Alltags sind auch Thema des Vortrags „Form Follows Realtime“ von Prof. Wolfgang Henseler. Denn spätestens mit dem Einzug selbstfahrender Autos, mitdenkender Systeme und eigenständig agierender Produkte verändern sich die Anforderungen an die Gestalter und Entwickler solcher Produkte, die man auch als „lebendige Echtzeitsysteme“ bezeichnen kann. Mehr denn je geht es für die Designer der Zukunft darum, Mensch-Objekt-Interaktionen die Komplexität zu nehmen und stattdessen einfach zu nutzende Produkte zu gestalten.

„Welt in Echtzeit“ – ein Thema, das interessante Perspektiven, Widersprüche und Standpunkte zu unserem digitalen Jetzt beinhaltet. Und nicht zuletzt erwartet Sie ein spannender Ausblick auf künftige Entwicklungen.

Mehr zu den weiteren spannenden Vorträgen erfahren Sie im webinale VISIONS Event-Programm. Tickets können Sie ebenfalls noch bestellen.

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