10 Jahre Twitter: Was bleibt und was noch kommen soll

Twitter feiert sich mit Zeichenlimit und Marketing-Erfolgen
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Vor zehn Jahren wurde der erste Tweet gepostet. Allen altersbedingten Wehwehchen zum Trotz gibt sich Twitter anlässlich des Jubiläums dank Marketing-Erfolgen, einer guten Reichweite und Deutschland als aufstrebendem Markt weiter optimistisch. Doch die Aktie bleibt auch während der Festtagsstimmung im Keller. Die Trendwende könnte dennoch schon bald einsetzen.

Twitter will sich treu bleiben – auch noch nach zehn Jahren seiner Unternehmensgeschichte. Dafür wurde sogar ein kleines Jubiläumsvideo in Umlauf gebracht. Am Freitag teilte CEO Jack Dorsey in einer US-Fernsehsendung außerdem mit, dass die 140-Zeichengrenze auch in Zukunft bestehen bleibe. “Für uns ist es eine sinnvolle Begrenzung. Sie passt zur Kürze des Augenblicks,” kommentierte Dorsey. Damit sind die schon länger gehegten Vermutungen, Twitter würde das Zeichenlimit erweitern, ad acta gelegt.

Nutzerzahlen und die Timeline

Allerdings gab es vor kurzem schon einmal ein ähnliches Statement vom Chef. In diesem Fall ging es um die Veränderung der Timeline, die nach dem Update relevantere Tweets weiter oben anzeigt. Dorsey dementierte zwar per Tweet, trotzdem stellte sich heraus, dass die Timeline angepasst wurde. In diesem Jahr hatte Twitter gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen, darunter auch mit stagnierenden Nutzerzahlen. Nun hat das Unternehmen erstmals offiziell Nutzerzahlen für Deutschland bekanntgegeben. So sollen zwölf Millionen User hierzulande den Dienst nutzen, allerdings ist nicht bekannt, ob als angemeldete Nutzer oder als Besucher. Der Unterschied wäre das Zünglein an der Waage.

Die Marketing-Erfolge mit geringem Ertrag

Nur angemeldete Nutzer bekommen über ihren Newsfeed auch regelmäßig die Werbung zu sehen, mit der sich Twitter langfristig über Wasser halten will. Bisher hat das Unternehmen mit seinen Monetarisierungsversuchen die Aktionäre nur wenig überzeugen können – seit Beginn des Jahres haben die Anteile weiter an Wert eingebüßt. Mit knapp 15 Euro rangiert die Aktie weiterhin knapp oberhalb des Rekordtiefs von knapp zwölf Euro im Februar. Die Gerüchte um einen Verkauf von Twitter sind deshalb noch nicht aus der Welt geschafft.

Anlässlich des Jubiläums ist davon natürlich nicht die Rede gewesen. Stattdessen wird auf das erfolgreiche Marketing-Konzept der letzten Dekade verwiesen. In einem zusätzlichen Blog-Post wurde dafür in zehn Stichpunkten festgehalten, warum Twitter das Marketing nachhaltig verändert habe. Speziell für Deutschland habe das Unternehmen sogar noch ein Ass im Ärmel versteckt.

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Mehr Werbung für deutsche Nutzer?

Zum Start der Fussball-Europameisterschaft werde hierzulande in Kooperation mit der Werbefirma Ströer eine Kampagne gestartet: „Wir werden nicht so viel Werbung schalten, dass es den Nutzer stört,“ sagt Twitter-Deutschlandchef Thomas de Buhr gegenüber Zeit Online. Allerdings solle Ströer eine Möglichkeit gegeben werden, seinen Markenkunden exklusive Inhalte anzubieten und damit auch die Reichweite zu erhöhen. Noch habe man nicht das volle Potenzial ausgenutzt, betont de Buhr. Fraglich ist jedoch, ob das Plus an Werbung und Kooperationen auch das Nutzerproblem lösen wird.

Denn Twitter wird von vielen lediglich als Promoter- und News-Plattform wahrgenommen. Als Social-Media-Plattform taugt sie kaum. Wer sich über etwas eingehender austauschen will, hat auf Twitter einfach nicht genügend Platz – außer er postet einen Screenshot oder ein Video. Letzteres könnte jedoch in Kombination mit Periscope und Mentions eine Wende einleiten, sobald sich das Format flächendeckend gegenüber der 140-Zeilen-Nachricht durchsetzt. Wir sind jedenfalls gespannt und hoffen, dass Twitter auch noch für die kommenden zehn Jahre die Kurve kriegt.

Aufmacherbild: vector bird set 3 via Shutterstock, Urheberrecht: TeddyandMia

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