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Back to the HTML-Future

Zeitreise: Die Anfänge des Internets und HTML-Webstandards
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Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, entwickelte der Brite Tim Berners-Lee sowohl das Word Wide Web als auch HTML. 28 Jahre später lohnt sich ein Blick zurück, zu den Anfängen des Internets.

Vor 28 Jahren entwickelte Tim Berners-Lee das World Wide Web und den Webstandard HTML. Blicken wir auf die Entstehung seiner Idee und welche Veränderungen sie bis heute durchlief. Es ist wie immer bei großen Erfindungen: Möchte man mehr über ihre Entwicklung und Auswirkungen erfahren, muss zunächst ein Schritt zurück gegangen werden. So auch bei HTML. Blicken wir dazu auf die amerikanischen Staaten im Jahr 1969, wo das Verteidigungsministerium in Zusammenarbeit mit dem MIT gerade den Vorläufer des Internets entwickelt hat: das Arpa-Net (Advanced Research Project Agency). Idee war es, ein dezentrales Netzwerk zu schaffen und so Forschungseinrichtungen miteinander zu verbinden.

Das anfänglich kleine Projekt war erfolgreich. Am 29. Oktober 1969 gelang die Datenübertragung zwischen zwei Computern – die über 500 Kilometer von einander entfernt waren. An dieser Stelle ein kleiner Zeitsprung. Dreizehn Jahre später, im Jahr 1982 wurde das mittlerweile Internet genannten Netzwerk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und somit auch für kommerzielle Zwecke nutzbar. Das schnell wachsende Medium gewann in kurzer Zeit sowohl an Beliebtheit als auch an Nutzern, was neue Probleme mit sich brachte. Es wurden dringend Standards benötigt, damit die unterschiedliche Hard- und Software jegliche Form von Daten gleichmäßig darstellen konnte.

HTML: Von den Anfängen bis heute

Der britische Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee arbeitete zu dieser Zeit in der Forschungseinrichtung CERN, nahe des schweizerischen Genf. Sein Projekt beschäftigte sich mit der Frage, wie Daten im Internet strukturiert und dargestellt werden können. 1991 veröffentlicht Berners-Lee seine erste Webseite in der neuen HTML-Sprache, auf der er den Nutzen des World Wide Webs erläutert. Die plattformunabhängige Hypertext Markup Language war damit geboren. In der der ersten Version enthielt sie 18 Tags, einfache Befehle. Einige von ihnen überlebten die lange Entwicklung der Auszeichnungssprache bis heute (etwa TITLE, ADRESS, UL oder DL), andere können heute nicht mehr verwendet werden.

HTML 1.0 war in seinen Möglichkeiten stark begrenzt und wurde nur von einer kleinen Gruppe von Entwicklern genutzt. Dennoch legte die Version den Grundstein für den 1995 erschienen Nachfolger, HTML 2.0 und schaffte übergreifende Standards zur Strukturierung elektronischer Dokumente. Da die Nutzer der ersten HTML-Versionen zu einem großen Teil im Bereich Wissenschaft und Forschung arbeiteten, entwickelte sich eine wachsende Community um die Auszeichnungssprache, welche das Projekt an ihre Ansprüche anpassten und so weiterentwickelten. So enthielt die HTML-Version 3.2 als großes neues Feature erstmals Tabellen und einen Text Flow um Elemente herum. Da traditionelle SGML-Tabellenmodelle äußerst komplex sind, setzte HTML 3.2 auf ein leichtes Markup, das sich für das Rendern auf einer sehr großen Anzahl von Output Devices eignet, einschließlich Brailleschrift und Sprachsynthesizern. Ebenfalls neu war das Element FIG für Inline Figures. Es ermöglichte die clientseitige Verarbeitung von Hotzones und bot gleichzeitig ein sauberes Design für nicht-grafische Browser.

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Diese Entwicklung, insbesondere die Vermischung zwischen Inhalt und dekorativen Elementen, erhielt nicht unbedingt das, was man als uneingeschränkte Zustimmung bezeichnen könnte. Das 1994 ebenfalls von Tim Berners-Lee gegründete World Wide Web Consortium (W3C) entfernte für die überarbeitete neue Version, mittlerweile HTML 4.0, viele Aspekte, die HTML 3.2 erst eingeführt hatte. Im Bereich Layout wurde nun auf CSS gesetzt, was die Gestaltung deutlich vereinfachen sollte. Das W3C wurde mit der Intention gegründet, die Standardisierung des World Wide Webs sicherzustellen. Neben HTML ist das Gremium auch für Standards wie XML, RDF, OWL, SVG und WCAG zuständig.

Seit 2014 empfiehlt das W3C die Verwendung einer gänzlich neuen Auszeichnungssprache: HTML 5. Die neue Version richtet sich deutlich stärker auf die Einbindung multimedialer Elemente aus und auch 2D/3D-Grafiken werden erstmals berücksichtigt. Erneut wurde seitens des W3C Wert auf die Trennung von Design und Inhalt gelegt. Verzichtet wurde auf veraltete Plug-ins für Java und Flash. Der Overlap zwischen CSS, Java und HTML wurde minimiert, das semantische Markup weiter verbessert. Neu sind die Elemente audio und video, mit denen mediale Inhalte eingefügt und bearbeitet werden können. Kritik am fünften Major-Release wurde allerdings schon in der frühen Entstehungsphase laut. Für die Entwicklung stellte Google 2005 den Gründer und Vorsitzenden der  WHATWG (Web Hypertext Application Technology Working Group), Ian Hickson, ein. Durch die alleinige Vergabe der Schreibrechte für HTML 5 an Hickson kam es in der Folge zu einer bis dato in der Entwicklerszene unbekannten Machtkonzentration, die von vielen Kritikern als Alleinherrschaft bezeichnet wurde. Hickson selbst war Anfeindungen ausgesetzt, da er sich wie ein wohlwollender Diktator verhalten hätte. Trotz dieser Schwierigkeiten wurde die fünfte HTML-Version auf den Weg gebracht – und hat bereits weitere Spezifikationen erhalten. Als Reaktion darauf, dass immer mehr Internetnutzer ein mobiles Endgerät benutzen, wird HTML 5.2 noch deutlich benutzerfreundlicher für diese Devices.

Kommen wir damit zurück in die Gegenwart. Tim Berners-Lees Idee einer textbasierten Auszeichnungssprache ist auch heute noch die Grundlage des World Wide Webs. Ein großer Erfolg. Die weitere Entwicklung von HTML in einer immer schnelllebigeren und innovativen Tech-Welt wird auf jeden Fall spannend zu beobachten sein. In diesem Sinne: Happy 28th birthday, HTML!

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