Q&A Highlights

Zuckerberg philosophiert über Facebook und sich selbst
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Marc Zuckerberg hat sich wieder den Fragen der Facebook-Community gestellt. Neben der Unternehmensausrichtung hat er auch eigene Überzeugungen offenbart. Vom Workout über die Zukunft des Menschen bis zur künstlichen Intelligenz wurde vieles beantwortet und manches ausgelassen.

Mit rund 33 Millionen Abonnenten auf Facebook findet Marc Zuckerberg mehr Gehör als jeder andere. In der Nacht zum Mittwoch hat der CEO der Social Media Plattform erneut eine Q&A Session auf seiner eigenen Seite abgehalten und auf die Fragen der Community geantwortet. Neben Arnold Schwarzenegger und Stephen Hawking konnten User den Facebook-Chef Fragen zu Gott und die Welt stellen. Dass die Auslese der Fragesteller und Antworten dabei oft im Interesse der Popularität und des Unternehmens standen, täuscht nicht darüber hinweg, dass trotzdem interessante Ansichten, Stellungnahmen und Zukunftsvisionen aufgedeckt wurden, die Zuckerberg so im Sinn hat.

Künstliche Intelligenz steht im Fokus

Auf die Frage, für welche Projekte Facebook sich momentan am meisten engagiert, antwortete Zuckerberg, dass künstliche Intelligenz einen immer wichtigeren Stellenwert einnehme. Mit sogenannten AI-Systemen sollen nicht nur auf Bildern und in Videos Personen und Gegenstände erkannt und zugeordnet, sondern auch die Emotionen erfasst werden. Je nach Interessenlage eines Nutzers sollen so noch relevantere Inhalte der Freunde prominenter angezeigt und mehr Leuten zugänglich gemacht werden. Zudem merkte Zuckerberg an, dass auch Live-Übersetzungen von geschriebenen und gesprochenen Inhalten in Planung seien. Ein Text der etwa auf deutsch eingetippt wird, soll so bei einem englischen Freund gleich in der Übersetzung angezeigt werden. In Zukunft wolle er aber noch mehr über die einzelnen Entwicklungen zur künstlichen Intelligenz bekannt geben. Bereits letzte Woche hatte sich Yann LeCun, Leiter der Artificial Intelligence Abteilung von Facebook, zu Personenerkennungen geäußert, wodurch auch Leute auf Fotos identifiziert werden können, ohne dass ihr Gesicht darauf sichtbar ist – allein anhand von anderen Merkmalen, wie Kleidungsstil, Haarschnitt, Haltung usw. Mit einer Live-Übersetzung wird Facebook versuchen, den Wettbewerb mit Microsofts Skype und Google Translate aufzunehmen.

I make sure I work out at least three times a week — usually first thing when I wake up. I also try to take my dog running whenever I can, which has the added bonus of being hilarious because that basically like seeing a mop run.

And no, the machines don’t win

Terminator und Physiker entlocken Zuckerbergs Weltsicht

Der einstige Mr. Univers und immer noch Terminator wollte natürlich wissen, ob Zuckerberg auch an seine körperliche Ertüchtigung bei all der Arbeit denke und ob er glaube, dass die Maschinen gewinnen werden. Zuckerberg antwortete, dass er drei mal die Woche Sport treibe, bevorzugt mit seinem Hund laufen gehe. Dass einst die künstliche Intelligenz den Menschen zum Verhängnis werden wird, wie die Terminator-Filme es veranschaulichen, glaubt Zuckerberg hingegen nicht. Vielmehr glaubt er an die Weiterentwicklung und Unsterblichkeit des Menschen, wie seine Antwort auf Stephen Hawkings Frage offenbart, woran er am meisten begeistert sei. Nichts interessiere Zuckerberg so sehr wie der Mensch selbst; wie man die Sterblichkeit und Krankheiten besiegen könne und wie sich noch effektiver lernen lasse. So wie Hawking nach einer plausiblen Theorie für die Gravitation sucht, möchte Zuckerberg wissen, ob es eine mathematische Formal für das soziale Miteinander der Menschen gibt, wodurch allen Menschen gerecht werden könne.

I’m also curious about whether there is a fundamental mathematical law underlying human social relationships that governs the balance of who and what we all care about. I bet there is.

Zeit für ein bisschen Werbung in eigener Sache

Auch in Sachen Journalismus der Zukunft hatte Zuckerberg Gelegenheit, das Projekt Instant Articles nochmals anzupreisen, das sich auch hierzulande bereits in der Umsetzung mit Spiegel Online und dem Springer Verlag (Bild) befindet. Zuckerberg zufolge seien die momentanen Medienplattformen zu langsam für den User. Bevor der Inhalt geladen sei, habe der Nutzer bereits die Lust verloren den Artikel zu lesen, sagt er. Deshalb wolle Facebook mit Instant Articles, einer Kooperation mit Verlagen, eine Plattform bieten, auf der alle für eine Person relevanten News-Inhalte gebündelt und schnell verfügbar einsehbar sind. Der Deal mit den Verlagen steht bereits, die Umsetzung befindet sich allerdings noch in der Testphase. Mit der Plattform wollen Verlage in der Zusammenarbeit mit Facebook eine größere Reichweite erzielen und dadurch auch Werbeinhalte besser platzieren. Facebook verdient an der Vermittlung von Werbeinhalten.

That’s easy to solve, and we’re working on it with Instant Articles. When news is as fast as everything else on Facebook, people will naturally read a lot more news. That will be good for helping people be more informed about the world, and it will be good for the news ecosystem because it will deliver more traffic.

Die ungeklärten Fragen

Auf mysteriöse Sachverhalte wie, weshalb damals der Poke-Button (Anstupsen) eingeführt und wieder abgeschafft wurde, antwortet Zuckerberg nur verhalten, dass es damals eine gute Idee gewesen zu sein schien. Warum er sich selbst nur einen Dollar Gehalt auszahle, erwidert der CEO gelassen mit: „Ich habe bereits genug Geld verdient“. Er wolle lediglich das Unternehmen weiter voran bringen und sich der Vernetzung und Förderung von Bildung verschreiben – auch für die Leute, die es sich nicht leisten können.

catwalker / Shutterstock.com

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