NiDIUM: Komplett JavaScript-zentrierte Browserengine
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NiDIUM soll eine Browserengine werden, deren Alleinstellungsmerkmal das Fehlen eines wichtigen Browser-Features ist: NiDIUM kann weder HTML noch CSS rendern. Soll es auch gar nicht. Stattdessen baut es

NiDIUM soll eine Browserengine werden, deren Alleinstellungsmerkmal das Fehlen eines wichtigen Browser-Features ist: NiDIUM kann weder HTML noch CSS rendern. Soll es auch gar nicht. Stattdessen baut es auf Firefox‘ JavaScript-Engine OdinMonkey auf und soll als reiner Renderer für JavaScript-basierte Apps dienen. „Es soll sich um die Fusion von Desktop Apps, Mobile Apps und und den Web Apps der kommenden Generation kümmern“, wie es auf der Homepage heißt. Dort werden auch die bisherigen Inhalte des Pakets (wir wollen es nicht Browser nennen) aufgeführt:

  • Compositing and layout engine designed from scratch
  • Immediate Mode mixed with Retained Mode
  • Bleeding edge JS engine from Mozilla (e.g. support of asm.js)
  • Native Framework and User Interface Components
  • Socket client and server, TCP and UDP
  • Canvas 2D Context API (W3C compliant)
  • GLSL Fragment Shader Post Processing
  • Low Latency Audio Processing and DSP
  • OpenGL backend
  • Small footprint
  • And much more!

Ein Video-Teaser wirbt für die Performance der Engine:

Die Wahl des OdinMonkey als JavaScript-Engine könnte sich als hilfreich erweisen, ist es doch die erste mit nativem Support des hochperformanten JS-Subsets asm.js. Mit ihr hatte ihre Wiege Mozilla selbst werbewirksam vorgeführt, wie seit Firefox 22 die Unreal Engine mühelos im Browserfenster startet. Man könnte mit NiDIUM also nativen Betriebssystem-spezifischen Anwendungen genug Power entgegensetzen. Und wenn man sich die nahen Ziele der Arbeitsgruppe CommonJS anschaut, dann wird der Optimismus für ein Projekt wie NiDIUM noch verständlicher. Denn die Gruppe stattet das Ökosystem um JavaScript mit einem immer reichhaltigeren Toolset aus, an dessen Ende eine Umgebung steht, die der von C++ nur noch in wenigen Punkten nachsteht.

Aus dem Disclaimer geht hervor, dass man das Fehlen von HTML und CSS mit proprietären Implementierungen (Working Title: NML und NSS) umschiffen will. Doch dazu fehlen bislang detailliertere Angaben. Die gibt es angeblich in Kürze, wenn man auf der Website seine E-Mail-Adresse hinterlässt.

JavaScript außerhalb des Web-Browsers zu verwenden ist an sich keine neue Idee. Windows 8 tut es im Windows Store, in Linux geht das mit Gnome, allgemein geht es mit Qt 5. Es wird sich also zeigen, mit welchen Argumenten NiDIUM Entwickler locken wird und mit welchen seine Apps die User überzeugen werden. 

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